Google Home, Alexa, Homepod Die hilflosen Assistenten

Google Home ist der neue Konkurrent von Amazons Alexa. Solche Geräte sollen den Alltag erleichtern. Tatsächlich sind sie noch nicht so klug, wie es die Hersteller versprechen. Was die smarten Helfer erst lernen müssen.
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Google schickt seinen vernetzten Lautsprecher nun auch in Deutschland ins Rennen um die Vormachtstellung der digitalen Sprachassistenten. Quelle: Google
Google Home

Google schickt seinen vernetzten Lautsprecher nun auch in Deutschland ins Rennen um die Vormachtstellung der digitalen Sprachassistenten.

(Foto: Google)

Düsseldorf, BerlinWenn Hector Ouilhet seine vierjährige Tochter Anna Julia beobachtet, dann erfüllt ihn nicht nur väterlicher Stolz oder Zuneigung. Manchmal denkt er dabei auch an seine Arbeit. Ouilhet ist Googles Designchef für Suche und Sprachassistenten. Letztere haben tatsächlich etwas mit der kleinen Tochter von Ouilhet gemein.

Denn auch Ouilhets Arbeitgeber mischt auf dem Markt mit den digitalen Alltagshelfern mit: Mit Google Home verkauft der Mutterkonzern Alphabet ein solches Gerät seit Dienstag auch in Deutschland – und will damit auch die nicht englischsprachige Welt erobern.

Die Idee mit dem vernetzten Lautsprecher hatten allerdings andere: Amazon brachte 2015 Echo auf den Markt, darauf installiert die virtuelle Assistentin Alexa. Apple will bald sein eigenes System mit Namen Homepod auf den Markt bringen, aus dem vermutlich Siri zu den Nutzern sprechen wird. Die Samsung-Tochter Harman baut das Modell Invoke, auf dem die Microsoft-Assistentin Cortana zum Einsatz kommen soll. Laut Medienberichten soll sogar das soziale Netzwerk Facebook an einem eigenen Assistenten werkeln.

Es ist ein Milliardengeschäft: Der Marktforscher Gartner prognostiziert, dass der Umsatz mit vernetzten Lautsprechern bis 2020 um durchschnittlich 43 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar wächst. Rund drei Prozent der Haushalte weltweit sollen dann so ein Gerät nutzen. Als nützliche Alltagshelfer können sie Musik abspielen, Einkäufe online erledigen oder das Licht auf Kommando dimmen. Dabei scheitern sie häufig an einer Sache: sich selbst. Das könnte sich jedoch in naher Zukunft ändern.

Eine Studie des Marktforschungsinstituts Rheingold über die Faszinationsfaktoren von Sprachassistentin Alexa zeigte unlängst: Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Menschen eine dieser freundlichen Assistentinnen ins eigene Heim holen. Darunter zum Beispiel die Hoffnung, mit dem Kauf zur Technik-Avantgarde zu gehören oder das Gefühl der Rundumversorgung zu erhalten. „Alexa macht die alltägliche Internetnutzung zu Hause bequemer und direkter, Nutzungsvorteile sind sicherlich Musik, Wetter, News oder Unterhaltung, wie zum Beispiel Hörspiele, bis hin zum Einkauf oder zur Flugbuchung“, sagt Sonja Kittel von Rheingold.

Bei den Nutzern sei die Hoffnung groß, dass mit Alexa eine komplett neue Ära der digitalen Allmacht beginne. Aber es gibt auch Bedenken, so die Studie: Alexa schüre zum Beispiel die Angst vor Kontrollverlust. Schließlich warnen auch Verbraucherschützer davor, dass nicht vollständig geklärt sei, was mit den gesammelten Daten geschehe. Doch es gibt noch eine weitere Erkenntnis: Alexas Unausgereiftheit enttäuschte viele Studienteilnehmer zum Beispiel wegen unsinniger Auskünfte oder Verständnisschwierigkeiten.

Das führt zurück zur vierjährigen Tochter von Google-Designer Ouilhet, die er als größte Inspiration für seine Arbeit bezeichnet. Wenn er mit Anna Julia spreche, dann tue er das auf eine natürliche Art und Weise – ohne viel Anstrengung zu investieren: „Wenn du etwas zu Technologie sagst und es falsch machst, funktioniert nichts. Wenn es nicht verstanden wird, versagt die Technologie“, sagte Ouilhet dem Handelsblatt.

Wenn er seine Tochter zum Beispiel darum gebeten habe, den Tisch zu decken, habe sie das vielleicht nicht komplett verstanden, aber die Nachricht auf ihre Bestandteile wie das Wort Tisch und das Konzept dahinter runtergebrochen. Die Erfolge und Rückschläge in ihren Lernprozessen halfen sowohl Ouilhet als auch ihr, um sich aneinander anzugleichen und auch die Erwartungen an das jeweilige Gegenüber anzupassen, so Ouilhet: „Mit der Zeit wird Technologie dasselbe tun: Konzepte erlernen und Interaktionen reflektieren.“ Heute sei das allerdings nicht so.

Alexa bekommt Konkurrenz
Schnörkelloses Design
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Mit seiner kompakten Form und seinem schnörkellosen Design fügt sich der Lautsprecher unauffällig in die Küche oder ins Wohnzimmer ein. Zum Vergleich: ...

Größenvergleich mit Amazon Echo
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Amazon Echo hat fast die Ausmaße einer Flasche Wein und wirkt aufgrund des zylindrischen Designs deutlich wuchtiger.

Austauschbare Unterseite
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Die Schale an der Unterseite lässt sich austauschen. In Deutschland sind die Farben „Schiefer“ (Hellgrau), „Carbon“ (Anthrazit) und Kupfer im Angebot.

Lautsprecher im Inneren
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Unter der Schale sind die Lautsprecher montiert. Einen kleinen Raum füllen sie locker mit Klang – für die meisten Hörer reicht das aus, Audiophile werden allerdings höhere Ansprüche haben.

Bedienung der Touch-Oberfläche
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Der Lautsprecher wird mit Sprachbefehlen gesteuert, über die berührungsempfindliche Oberfläche können Nutzer aber zumindest die Wiedergabe stoppen und die Lautstärke einstellen.

Mikrofon ausschalten
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Damit Google Home auf Zuruf reagiert, muss das Mikrofon permanent eingeschaltet sein. Es lässt sich aber mit einem Knopfdruck aus- und wieder einschalten.

Steuerung per App
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Einige Dinge lassen sich noch nicht per Sprache regeln – bestimmte Einstellungen werden daher per App vorgenommen. Etwa auf welchen Musikanbieter das Gerät zugreifen soll.

Wird eine Frage falsch gestellt, versagen die Geräte. Einen Unterschied, wer da jetzt mit ihnen spricht, erkennen sie nicht. Zwar lassen sich beispielsweise bei Google Home personalisierte Einstellungen vornehmen. Erlernen werden die Geräte von sich aus allerdings noch nichts. Systeme wie Google Home oder Alexa seien daher auch eher sprachgesteuerte Suchmaschinen als wirkliche Assistenten, sagt Justine Cassell, Expertin für Mensch-Maschinen-Interaktion an der Carnegie Mellon University: „Sie haben ein begrenztes Vokabular, und sie lernen nichts aus der Interaktion mit ihren Nutzern.“ Sie werden weder persönlicher, einzigartiger in Bezug auf die Bedürfnisse der Nutzer noch sprechen sie vertrauter mit denen, die sie schon länger kennen. So lange sie dies nicht beherrschten, sei der Massenmarkt noch weit, bestätigt Expertin Cassell.

Auch Google-Designchef Ouilhet sieht Verbesserungspotenzial: „Die Herausforderung ist es, die Eigenarten menschlicher Konversation in Technologie nachzuahmen.“ Sein Team arbeite daran, eine Erfahrung zu bauen, die wiedererkennbar und einzigartig für den Nutzer sei und die Interaktion zwischen Mensch und Technologie vereinfachen werde, so Ouilhet: „Wir brauchen Systeme, die zum Beispiel Mehrdeutigkeit erkennen und darauf reagieren können.“ Und aus der Erfahrung vorheriger Konversationen lernten.

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