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Google I/O Nur bedingt zukunftsfähig

Bei der Entwicklerkonferenz I/O präsentiert Google kleine und große Software-Neuheiten. Doch der Konzern braucht mehr als große Ideen – schließlich brechen die Erlöse aus dem Geschäft mit Suchmaschinen-Anzeigen weg.
29.05.2015 - 01:30 Uhr Kommentieren
Google-Entwicklerkonferenz I/O 2015 in San Francisco: Das Publikum wartet auf Neuvorstellungen. Quelle: ap
I/O 2015 in San Francisco

Google-Entwicklerkonferenz I/O 2015 in San Francisco: Das Publikum wartet auf Neuvorstellungen.

(Foto: ap)

San Francisco Auch diesmal sind sie wieder ein echter Hingucker: Mittelalte, zumeist weiße Nerds erleben die Google-Entwicklerkonferenz I/O mit der Google Glass auf der Nase. Die notorische Wiederkehr der kleinlaut ausrangierten Datenbrille samt ihrer seltsamen Fans im Moscone Center in San Francisco zeigt denn auch das Dilemma des Konzerns.

Mehr als neue Features braucht Google eine neue Erlösquelle, um zukunftsfähig zu bleiben. Allenfalls erste Schritte auf dem Weg in die Zukunft sind das bei der Auftaktveranstaltung präsentierte neue Betriebssystem M, der kostenlose Foto- und Video-Speicher oder die Bezahlfunktion Android Pay.

Mit sinkenden Anzeigenpreisen im Suchmaschinengeschäft bricht in Mountain View nämlich das traditionelle Geschäftsmodell weg. Die Werbeetats wandern auf die mobilen Geräte, wo die Anzeigenpreise stetig sinken und Konkurrent Facebook immer stärker wird. Google dominiert das Geschäft zwar nach wie vor, aber der ehemalige Marktanteil von 50 Prozent (2013) schrumpft. Und während Facebook immer mehr Fans zuströmen, gleicht Google+ einer Geisterstadt.

Dessen ungeachtet bleiben die Visionen so groß wie eh und je. Das verdeutlicht die bombastische Eröffnungsshow der I/O. Gleich von drei Seiten brausen Videofilm und Elektrobeats auf das Publikum ein, eine virtuelle Weltraumreise führt die Zuschauer quer durch das Sternensystem, vorbei an Neptun und Mars, bis nur noch der blaue Planet Erde die Leinwand ausfüllt.

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    Google hält sich nicht mit Kleinigkeiten auf, Google hat die ganze Welt im Blick. Statt das Auto nur ein bisschen besser zu machen, will Google das Rad gleich neu erfinden. Das Unternehmen investiert Milliarden in die Revolution der Fahrzeugindustrie, die Vernetzung von Mensch und Zuhause sowie neue Geräte wie eben Google Glass. Das ist einerseits großartig, weil sich Silicon Valley kaum noch Visionen leistet. Andererseits werfen die großen Wetten, bei Google "Moonshots" genannt, aber bislang noch nichts ab.

    Im letzten Quartal stieg Googles Umsatz deshalb weniger als von Analysten erwartet. Über die letzten drei Monate sank der Aktienkurs um sieben Prozent. Nach der I/O-Keynote legte die Aktie wieder leicht zu. Doch Googles Anleger fragen sich zunehmend, was ein Unternehmen schneller in die Zukunft bringt: das selbstfahrende Auto oder ein tragfähiges Geschäftsmodell.

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