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Google-Mutterkonzern Alphabet-Chairman John Hennessy bekommt es mit #MeToo zu tun

Der frühere Stanford-Präsident Hennessy führt das Board der Google-Mutter Alphabet. Aktionäre klagen nun wegen Verschwendung von Unternehmensgeld.
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Der gebürtige New Yorker war langjähriger Präsident der Stanford-Universität und ist seit einem Jahr Vorsitzender des Boards des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Quelle: picture alliance / AP Photo
John Hennessy

Der gebürtige New Yorker war langjähriger Präsident der Stanford-Universität und ist seit einem Jahr Vorsitzender des Boards des Google-Mutterkonzerns Alphabet.

(Foto: picture alliance / AP Photo)

Düsseldorf Den Titel seines vor wenigen Monaten erschienenen Buches „Leading Matters“ kann man als „Führen ist wichtig“ übersetzen. Darin beschreibt John Hennessy, langjähriger Präsident der Stanford-Universität und seit einem Jahr Vorsitzender des Boards des Google-Mutterkonzerns Alphabet, Eigenschaften, die Anführer brauchen.

Führungsqualitäten braucht er beim Board des viertwertvollsten Unternehmens der Welt tatsächlich, seit Aktionäre das Gremium unter anderem wegen der Verschwendung von Unternehmensgeld verklagt haben.

Es geht dabei um den Fall von Andy Rubin. Der Erfinder des Smartphone-Betriebssystems Android wurde 2014 entlassen, weil er eine Mitarbeiterin zum Sex gezwungen haben soll.

Statt den Grund für die Demission öffentlich zu machen, überschüttete das Google-Management ihn mit Elogen – und Geld: 90 Millionen Dollar Abfindung erhielt Rubin, wie vier Jahre später durch einen „New York Times“-Artikel bekannt wurde.

Seitdem protestieren Google-Mitarbeiter gegen die Entscheidung ihres Managements mit Arbeitspausen, die sie „Walk-out“ nennen.

Die Kläger nehmen die beiden Alphabet-Chefs direkt ins Visier: „Larry Page und Sergej Brin erlaubten Rubin, sich still zurückzuziehen, obwohl eine interne Untersuchung die Vorwürfe (...) als glaubhaft bewertet hatte“, heißt es in der Klageschrift. Rubin streitet sexuelle Belästigung bis heute ab.

Als Rubin Google verließ, war der heute 66-jährige Hennessy zwar noch nicht Chef des Boards, wohl aber seit Langem Mitglied. Brin und Page holten ihren ehemaligen Professor im April 2004, wenige Monate vor Googles Börsengang, als unabhängigen Aufseher.

Der Pate des Silicon Valleys

Mit Hennessys Unabhängigkeit von den Gründern war es aber nie weit her: Der Elektrotechnik- und Informatik-Professor, so sagt es die Firmenlegende, sei einer der ersten Tester der Suchmaschine der beiden Doktoranden gewesen.

Hennessy, Sohn eines Raumfahrtingenieurs und einer Lehrerin, passt ideal zu den technologieverliebten Google-Gründern. Als junger Akademiker erdachte er mit seinem Kollegen und Freund David Patterson die Designphilosophie RISC, die dem modernen Computerprozessor zugrunde liegt. 2017 erhielten sie den prestigeträchtigen „Turing Award“.

Ihr gemeinsames Chipdesign-Unternehmen verkauften Hennessy und Patterson 1992 für 333 Millionen Dollar. Während der erste Internetboom das Valley erfasste, stieg Hennessy in der Hierarchie von dessen wichtigster Universität auf und wurde 2000 Stanford-Präsident.

Hennessys Netzwerk, sein Mix aus wissenschaftlicher Brillanz und unternehmerischer Erfahrung, machen ihn zum „Paten des Silicon Valleys“, wie es Investor Marc Andreessen ausdrückt.

Der gebürtige New Yorker hat eine laute Stimme, ein gackerndes Lachen. Unter Stanford-Studenten war er äußerst beliebt. Wie sein Vorgänger Eric Schmidt ist er als Chairman Alphabets Innen- und Außenminister, damit sich die öffentlichkeitsscheuen Gründer Page und Brin auf die Visionen konzentrieren können.

Zu der Klage im Fall Rubin äußert sich bisher auch Hennessy nicht. Doch es gibt einen Präzedenzfall, wie Hennessy mit so einer Angelegenheit umgeht – abwägen, dann aber entscheiden: Als ihn Ex-Google-Managerin Marissa Mayer bei einem Event Ende vorigen Jahres zu Protesten von Google-Mitarbeitern befragte, sagte Hennessy, man müsse als Unternehmer sicherstellen, dass die Mitarbeiter die eigene Mission unterstützen.

Damals ging es um den Geheimplan der Google-Führung, die Suchmaschine trotz Zensur nach China zurückzubringen, was viele Mitarbeiter als Verrat an Googles Werten sahen. Schließlich äußerte Hennessy als Erster aus der Konzernspitze öffentlich Zweifel am Projekt „Dragonfly“. Inzwischen gilt es als tot.

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