Google-Mutterkonzern Anleger lassen die Alphabet-Aktie fallen

Der Google-Konzern Alphabet wächst prächtig. Wenn da nicht zwei Kennzahlen wären, die den Anlegern den Angstschweiß auf die Stirn treiben – und die EU, die Google an die kurze Leine legen will.

Google und Microsoft enttäuschen

San FranciscoEs war ein schwarzer Tag für die Gründer und Großaktionäre Sergei Brin und Larry Page. Nachdem ihr Konzern Alphabet am Abend seine Zahlen zum ersten Quartal präsentiert hatte, reagierte die Börse mehr als verschnupft. Nachbörslich ging es mit dem Kurs um bis zu acht Prozent abwärts. Am Ende lag er mit 714 Dollar rund 5,7 Prozent im Minus. Der Anteil von Brin und Page war daraufhin zusammengenommen rund vier Milliarden Dollar weniger wert.

Alphabet, die Obergesellschaft über dem Internet-Powerhaus Google und seinen zahlreichen Abenteuer-Projekten – darunter selbstfahrende Autos, Gesundheits-Forschung und das Geheimlabor Google X – quetschte zwar aus einem Nettoumsatz von 16,5 Milliarden Dollar (20,26 Milliarden Dollar brutto) in gewohnter Manier satte 4,2 Milliarden Dollar Nettoergebnis nach Bilanzstandard GAAP raus. Doch das war weniger als erwartet.

Die Gründe: Der Personalbestand war um knapp 10.000 Mitarbeiter gewachsen, die zahlreichen Randaktivitäten, die sogenannten „Other Bets“ verdoppelten zwar den Umsatz auf 1,66 Milliarden Dollar, vergrößerten gleichzeitig aber auch den operativen Verlust um gut 200 auf 802 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Die Träumereien und verrückten Projekte des Larry Page
Google-Chef Larry Page auf der Bühne
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Er denkt immer groß: Google-Chef Larry Page fordert seine Mitarbeiter auf, ambitionierte Lösungen zu suchen. Die Forscher im Labor Google X sollen gar Projekte umsetzen, die einst als unmöglich gelten. Einige wenige sind öffentlicht bekannt geworden.

Google-Finanzchefin Ruth Porat
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Allerdings sind die Projekte teuer. Deswegen verspricht Finanzchefin Ruth Porat, ein Auge auf die Kosten zu haben. Höchstens zehn Prozent der Ausgaben sollen in Moonshots fließen, also die Luftschlösser – immer noch eine stolze Summe.

Erster Entwurf des Google-Autos
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PS-Fans mögen darüber lachen – doch mit diesem Auto will Google den Straßenverkehr revolutionieren. Der erste Entwurf des Fahrzeugs hatte weder Lenkrad noch Gaspedal. Inzwischen...

Selbstfahrendes Auto unterwegs
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... sieht das anders aus. Einige Prototypen des Google-Autos im Straßenverkehr unterwegs – mit Lenkrad und Bremse. Falls der Mensch auf dem Fahrersitz des Testwagens doch einmal eingreifen muss.

Google Glass mit modischem Gestell
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Ebenfalls aus dem Labor stammt die Datenbrille Google Glass. Die soll den Computer oder das Smartphone verschwinden lassen, indem sie Informationen ins Gesichtsfeld einblendet. Schlagzeilen...

Larry Page mit der Datenbrille
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... machte das Gerät aber aus anderen Gründen: Die Kamera beschwor Datenschutzbedenken herauf, auch die Hardware hatte Tücken. Inzwischen lässt sich auch Page nicht mehr mit dem Gerät in der Öffentlichkeit blicken. Ob eine neue Version für Normalverbraucher herauskommt, ist ungewiss.

Kontaktlinse mit Sensoren
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Dagegen hat die intelligente Kontaktlinse gute Chancen auf eine Markteinführung: Der Pharmakonzern Novartis hat die „Smart Lens“ lizenziert. Diabetiker sollen mit dem Gerät bequem ihren Blutzuckerspiegel messen können.

Es war aber die Kennzahl CPC, oder „Cost per Click“, bei der die Aktionäre rot sahen. CPC sagt aus, wie viel Umsatz Google macht, wenn ein Surfer auf irgendeine bezahlte Anzeige im Konzern-Weltreich klickt. Dieser Wert sank um neun Prozent. Mit CPC geht es schon seit mehreren Quartalen bergab, im vierten Quartal 2015 waren es minus 13 Prozent.

Der Grund liegt im Wandel der Google-Nutzung. Immer mehr Surfer greifen über ein Smartphone auf die Suchmaschine zu und dafür erhält der Konzern weniger Geld als wenn es ein Klick auf einem Laptop ist. Das räumt Google auch ein. Warum? Auf einem PC kauft der Kunde schneller auch mal was. Auf dem Smartphone ist es vielen zu mühsam, sich durch Menüseiten zu hangeln, Bestellformulare auszufüllen und Kreditkartennummern einzugeben.

Also muss, um ein Umsatzplus auszuweisen, die Zahl der geklickten Anzeigen stärker wachsen als der Rückgang bei den Erträgen. Bislang funktioniert das. Rund 29 Prozent mehr Anzeigen wurden angeklickt, aber der Werbeumsatz – der mit 1,8 Milliarden praktisch den Holding-Umsatz liefert – stieg nur um 16 Prozent.

Böser Streit im Alphabet-Reich
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