Gopro Mit hochpreisigen Action-Kameras gegen das Minus

Gopro enttäuscht im abgelaufenen Quartal: Die Erlöse des Action-Kamera-Spezialisten brechen ein, das Unternehmen machen einen Millionen-Verlust. Günstige Modelle wird es daher nicht mehr geben.
Update: 04.02.2016 - 10:29 Uhr
Die kleinen Kameras werden von Surfern, Radfahrern oder Extremsportlern genutzt. Quelle: ap
Gopro

Die kleinen Kameras werden von Surfern, Radfahrern oder Extremsportlern genutzt.

(Foto: ap)

San MateoDer Action-Kamera-Spezialist Gopro setzt nach einem Geschäftseinbruch auf teurere Modelle, um seine Finanzen aufzubessern. Gopro wird künftig nur noch drei Kameras zu Preisen zwischen 200 und 500 Dollar verkaufen, drei andere Varianten, die zum Teil günstiger waren, werden eingestellt.

Im vergangenen Weihnachtsgeschäft war der Umsatz von Gopro im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 436,6 Millionen Dollar eingebrochen. Gopro machte einen Verlust von 34,5 Millionen Dollar. Der Auslöser dafür war eine Abschreibung von 57 Millionen Dollar auf nicht verkaufte Geräte und nicht mehr benötigte Produktionsausrüstung. Sie fiel deutlich höher aus als die zuvor in Aussicht gestellte Belastung von 30 bis 35 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch 122,3 Millionen Dollar verdient.

Gopro, ein Pionier bei Actionkameras für Sportler wie Radfahrer oder Surfer oder Abenteurer, sieht sich wachsender Konkurrenz gegenüber. Die kalifornische Firma will in diesem Jahr mit dem neuen Top-Modell Hero 5 sowie seiner ersten Drohne gegensteuern. Marktbeobachter diskutieren auch darüber, ob der Markt nicht schon weitgehend abgegrast sei, weil eben nur eine bestimmte Gruppe von Leuten solche Kameras haben wolle. Bei seinem neuesten Modell, der Hero 4 Session, musste Gopro den Preis schnell auf 200 Dollar halbieren, damit die Verkäufe in Gang kamen.

Die besten Action-Cams auf dem Markt
Garmin Virb XE
1 von 8

Während Garmins erste Virb-Modelle im Format noch eher an Spreewald-Gurken erinnerten, kommt das neue Top-Modell nun in der üblichen Actionkamera-Box-Optik daher. Garmin setzt auf die Vermessung des Films, packt Bewegungs- und Rotationssensoren in seine Kamera und ermöglicht den Funk-Anschluss von externen Puls- oder Tritt-Sensoren über einen ANT+-Empfänger sowie die koordinierte Bedienung mehrerer synchronisierter Kameras.

Neben diversen Automatik-Aufnahmemodi erlaubt die Virb XE zudem die manuelle Anpassung der Videoeinstellungen. 50 Meter Tauchtiefe sind ebenfalls ohne Zubehör möglich. All das geht auch auf die Hüften: Mit 152 Gramm Gewicht gehört die Virb zu den schwereren Action-Kameras.
Spezifikationen: Max. Videoauflösung: 1080p/30 fps (Zeitlupen-Video: 1080p/60 fps); Foto: 16MPx; WiFi; GPS; Bluetooth; Bewegungssensoren
Preis: rund 400 Euro (Foto: pr)

GoPro Hero4 Black
2 von 8

Beim Vorgänger Hero3 war der Spitzenwert der Videoauflösung – 4K – noch mehr ein Marketingmerkmal als ein echtes Profi-Feature, denn mit 15 Bildern pro Sekunde eignete sich der Aufzeichnungsmodus nicht ernsthaft für Filmaufnahmen. Das ist mit der neuen Hero4 Black Edition nun Vergangenheit, denn sie filmt nun tatsächlich in 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde in praktikabler Geschwindigkeit. Und das, so bestätigen alle Tests der Fachmagazine, in extrem guter Qualität.

Nicht umsonst gehört der GoPro-Profi längst bei TV-Produktionen zum Standard-Repertoire der Aufnahmeteams. Zeitlupenaufnahmen, hohe Detailauflösung und die Möglichkeit mit dem professionellen Protune-Aufzeichnungsstandard zu filmen, komplettieren die Ausstattung. Soviel Videopower geht allerdings zu Lasten der Ausdauer. Nach gut einer Stunde ist ein geladener Ersatzakku Pflicht. Schade, dass – wegen der modifizierten Bauform – die Ersatzakkus älterer Modelle nicht mehr in die Hero4 passen.
Spezifikationen: Max. Videoauflösung: 4K/30 fps (Zeitlupen-Video: 1080p/120 fps); Foto: 12MPx; WiFi
Preis: rund 530 Euro

HTC RE
3 von 8

Designtechnisch rangiert die Actionkamera von HTC irgendwo zwischen Zuckerstange und Taschenperiskop. Dabei heißt „schlicht“ nicht „schlecht“: Die Video-Qualitäten sind ordentlich, und Fotos schießt die Kamera sogar mit 16 Megapixeln Auflösung – allerdings nicht in der Güte regulärer Kompaktkameras.

Die Bedienung der spritzwassergeschützten Kamera ist simpel: Ein Druck auf den zentralen Bedienknopf, und es filmt los, noch einer, und Schluss ist. Elaborierte Drehs sind da nicht drin, aber als robuster Video-Dokumentar reicht es allemal.
Spezifikationen: Max. Videoauflösung: 1080p/30 fps (Zeitlupen-Video: 720p/120 fps); Foto: 16MPx; WiFi; Bluetooth
Preis: rund 170 Euro

Panasonic HX-A500
4 von 8

Kleiner ist keiner – zumindest was die Kamera angeht. Denn die ist bei dem Panasonic-Modell vom Großteil der in einer eigenen Steuer- und Akku-Box zusammengefassten Technik getrennt. Der Vorteil: Bei der Montage am Kopf ist das Kameraleicht kaum noch spürbar, dafür muss halt die Kabelage zum Speicher irgendwo am Körper entlanggeführt werden.

Das ist mehr Aufwand als bei den Kamera-Würfeln à la GoPro, aber nicht wirklich störend – und erleichtert zudem die Fernsteuerung der Kamera auch ohne Handy-App. Mit der 4K-Video-Auflösung und guter Bildqualität positioniert sich die Kamera technisch weit vorne.
Spezifikationen: Max. Videoauflösung: 4K/25 fps (Zeitlupen-Video: 720p/100 fps; 480p/200 fps); Foto: 16MPx; WiFi; NFC
Preis: rund 300 Euro (Foto: pr)

Rollei ActionCam 410
5 von 8

Bei den Video-Qualitäten im ordentlichen Mittelfeld, bei der Fotoauflösung unterdurchschnittlich, positioniert sich der kompakte Kamerawürfel eher als Einsteigermodell – allerdings mit ansprechender Ausstattung. Die Kamera besitzt ein integriertes Farbdisplay (dessen häufiger Gebrauch aber zu Lasten der Ausdauer geht) und ein zusätzliches Tauchgehäuse über Aufnahmen in bis zu 60 Meter Tiefe.

Mangels Filmleuchte ist das aber angesichts der Dunkelheit da unten ein eher akademischer Wert. Über Wasser aber dreht die Kamera sehr passable Filme – erst recht gemessen am niedrigen Preis.
Spezifikationen: Max. Videoauflösung: 1080p/30 fps (Zeitlupen-Video: 720p/120 fps); Foto: 4 MPx; WiFi
Preis: rund 170 Euro (Foto: pr)

Shimano Sport Camera CM 100
6 von 8

Nicht viel größer als eine Strichholzschachtel gehört die Shimano-Kamera zu den Winzligen unter den Actionkameras. Technisch entspricht die Ausstattung dem Klassendurchschnitt. Das Bedienkonzept mit der Steuerung über zwei Gehäuse-Tasten passt zum – passend zum Hersteller – vermutlich vorgesehenen Einsatzszenario: Fahrradfahrer.

Ein Druck auf den zentralen Aufnahmeknopf und die Aufzeichnung beginnt, ein weiterer und sie endet. Komplexere Steuerfunktionen sind nur über die App sinnvoll. Die Kamera ist ohne Zusatzgehäuse bis 10 Meter Tiefe wasserdicht, auf Wunsch zeichnet sie zudem die Daten von Herz- und Trittfrequenzsensoren auf; auch das passt zur Zielgruppe.
Spezifikation: Max. Videoauflösung: 1080p/30 fps (Zeitlupen-Video: 720p/120 fps; 360p/240 fps); Foto: 6 MPx; WiFi
Preis: rund 280 Euro. (Foto: pr)

Sony X1000V
7 von 8

Hoch statt quer, auch Sony bricht beim Kameradesign aus den Konventionen aus und orientiert sich mit seiner Action-Kamera (eher) an der Bauform klassischer Camcorder – auch wenn die X1000V natürlich VIEL kompakter daher kommt. Funktional aber positioniert sich der japanische Mini-Filmer ebenfalls klar (und auch preislich) in Richtung professionellere Ansprüche.

Das fängt bei der 4K-Videoauflösung an, reicht über die Zeitlupen-Funktion in HD-Video-Qualität bis zum integrierten digitalen Bildstabilisator und zur automatischen Szenenerkennung per Software. Als nettes Zusatzfeature erlaubt es Sony sogar, mehrere seiner Kameras zu koppeln und für Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln synchron zu steuern.
Spezifikationen: Max. Videoauflösung: 4K/25 fps (Zeitlupen-Video: 1080p/120 fps; 720p/240 fps); Foto: 9MPx; WiFi; GPS
Preis: rund 450 Euro (Foto:pr)

Die Prognose für das laufende Quartal verfehlte massiv die Markterwartungen. Gopro rechnet mit Erlösen von 160 bis 180 Millionen Dollar, während Analysten von 300 Millionen Dollar ausgegangen waren.

Die Aktie stürzte nachbörslich zunächst um mehr als 20 Prozent ab, später ging das Minus auf knapp 9 Prozent zurück. Das Papier verlor in den vergangenen sechs Monaten bereits gut 80 Prozent an Wert. Mit Brian McGee vom Chipkonzern Qualcomm kommt auch ein neuer Finanzchef zu Gopro.

  • dpa
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