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„Guardian“ Der gefeierte Wächter mit leeren Taschen

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„Weiter signifikante Verluste“
Wikileaks-Gründer Julian Assange zeigt eine Ausgabe des Guardian mit einem Artikel über Enthüllungen der Info-Plattform. (Archiv) Quelle: AFP

Wikileaks-Gründer Julian Assange zeigt eine Ausgabe des Guardian mit einem Artikel über Enthüllungen der Info-Plattform. (Archiv)

(Foto: AFP)

Das hält die „Guardian“-Macher nicht von ihrer Gratis-Strategie ab. Alle Artikel stehen kostenlos im Netz, sogar sogar vor der Veröffentlichung in der Zeitung – „online first“ lautet die Devise. „Als Zeitungsmacher können wir jetzt besser mit unseren Lesern kommunizieren als je zuvor“, sagte Chefredakteur Alan Rusbridger der „Zeit“. „Mit einer Paywall nehmen wir uns den Zugang zum Leser und dem Rest der Welt.“ Geld soll die Werbung bringen – in Großbritannien wie auch den USA, für die es eine eigene Online-Ausgabe gibt.

Das Resultat: Während die Printauflage des Guardian immer weiter sinkt, ist die Online-Reichweite so groß wie nie zuvor. 77 Millionen Nutzer rufen die Website nach Angaben des Verlags jeden Monat auf (unique browser). Davon stammen nur gut 26 Millionen aus Großbritannien, die amerikanische Leserschaft ist mit knapp 23 Millionen Besuchern im Monat nur unwesentlich kleiner.

Doch heute stellt sich mehr denn je die Frage: Lässt sich damit der Qualitätsjournalismus des „Guardian“ dauerhaft finanzieren? Eine Wende zum Guten ist noch nicht abzusehen. „Wir werden im kommenden Jahr weiter signifikante Verluste schreiben und Finanzmittel verbrauchen, während wir in künftiges Wachstum und Nachhaltigkeit investieren“, schrieb GMG-Geschäftsführer Andrew Miller im Jahresbericht 2012. Und falls sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern, müsse der Verlag die Kosten weiter senken. Trotzdem gebe es keine Alternative – der Wandel von analog zu digital werde sich eher noch beschleunigen als abbremsen.

„Der ‚Guardian‘ ist das herausragende Modell für eine Gratis-Strategie im angelsächsischen Raum“, sagt Stephan Russ-Mohl von der Universität Lugano in der Schweiz. Ohne Bezahlmodelle sei es jedoch schwer, Journalismus zu finanzieren, erklärt der Medienwissenschaftler im Gespräch mit Handelsblatt Online – in den vergangenen Jahren sei deutlich geworden, dass Online-Werbung entgegen den Erwartungen nicht einträglich genug sei. „Ich befürchte, das gilt selbst für den ‚Guardian, trotz des riesigen englischsprachigen Marktes und der hohen Qualität.“

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4 Kommentare zu "„Guardian“: Der gefeierte Wächter mit leeren Taschen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Liberal (vermutlich Neoliberalismus): Nicht mal den Namen des Blattes richtig schreiben können, aber dicke Statements zur Qualität der Berichterstattung geben - seeehr glaubwürdig!

  • Für mich ist die Berichterstattung des Gardians sehr bedenklich. Die politisch einseitige Berichterstattung ist das eine, was mich aber wirklich stört ist der versteckte Antisemitismus des Gardians. Man kann bei dem Blatt fast das Gefühl haben, es ist besessen von einem Hass gegen Juden und Israel.

    Pat Condell, der britische Stand-Up Comedian, Schriftsteller und Internetaktivist, hat die Zeitung deshalb schon mal als die "The ugliest newspaper in Britain" bezeichnet.

  • DEM GUARDIAN GEHT ES ÄHNLICH WIE DER FR

    Auch die politische Ausrichtung ist ähnlich. Linksgrün und antiweiß-rassistisch bedingungslos islamophil.

    Natürlich ist der Guardian nicht so hetzerisch und hält sich gewöhnlich noch an journalistische Mindeststandards wie beispielsweise keine falschen Faktenbehauptungen wie die FR.

    Verdient weiter zu existieren haben beide Blätter sicher nicht.

  • Also ich wusste dies nicht mit den leeren Taschen beim Guardian. Aber bei mir kommt jetzt der Guardian auf die taegliche Lektuere und mit Adblocker aus. Werde es gegen Bild (Plus) tauschen, welches fuer mich ohne Bezahlung nicht mehr lesbar ist. Mir geht es dabei nicht um ein paar Euro, sondern um die Grenze von Journalismus zu Geldmacherei durch Effekthascherei.

    Ich werde meine Medienlandschaft neu orientieren und danke dem HB fuer den Hinweis auf die finanzielle Lage des Guardians.

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