Hackerangriff auf belgische Medien Polizei verdächtigt zwei Jugendliche

Durch einen Hackerangriff wurden die Internetseiten mehrerer belgischer Zeitungen lahmgelegt. Nun hat die Polizei die mutmaßlichen Täter identifiziert. Hilfe bekam sie dabei von einer Hacker-Vereinigung.
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Die Internetseiten der Zeitungen „Le Soir“, „La Libre Belgique“ und „La Dernière Heure“ wurden lahmgelegt. Auch mehrere französische Regionalblätter waren betroffen. Quelle: dpa
Hackerangriff auf belgische Medien

Die Internetseiten der Zeitungen „Le Soir“, „La Libre Belgique“ und „La Dernière Heure“ wurden lahmgelegt. Auch mehrere französische Regionalblätter waren betroffen.

(Foto: dpa)

BrüsselDie belgische Justiz verdächtigt zwei Jugendliche, hinter dem jüngsten Hackerangriff auf belgische Zeitungen zu stehen. Der Polizei sei es gelungen, die mutmaßlichen Täter zu identifizieren, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Durch den Angriff wurden am Sonntag und Montag unter anderem die Internetseiten der belgischen Zeitungen „Le Soir“, „La Libre Belgique“ und „La Dernière Heure“ lahmgelegt. Auch mehrere französische Regionalblätter waren betroffen.

In einem Video hatte eine Gruppe, die sich als belgische Vertretung der Hacker-Vereinigung Anonymous bezeichnete, einen Jugendlichen als Urheber des Angriffs identifiziert. Den Angaben zufolge wurden seine Personalien im Namen der Meinungsfreiheit an die Polizei weitergeleitet.

Knackpunkte bei der IT-Sicherheit
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Zuletzt hat der große Datenklau bei Sony die Themen wieder ganz nach oben gespielt. Dass Security-Chefs die Cloud, insbesondere wenn öffentlich, mit Argusaugen betrachten, ist aber nur ein Teil des Themas. Blogger Eric Knorr nennt in „Six reasons why improving security is so hard“ sechs Stolperfallen, die mehr im Allzumenschlichen liegen. Im Einzelnen:

1. Narzisstische CEOs
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Security kostet Zeit und Geld. CEOs haben aber eigene, kurzfristige Erfolge im Blick. Hier hilft nur: auf die mittel- und langfristigen Gefahren für das Unternehmen hinweisen (inklusive Image-Schäden), falls eine Datenpanne passiert.

2. Verkäufergeschwätz
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Sicherheitsanbieter schrecken noch nicht einmal davor zurück, Logos für besonders spektakuläre Malware zu entwerfen (als Gag, versteht sich). Davon dürfen sich Security-Verantwortliche nicht ablenken lassen. Natürlich ist die Bedrohung von außen groß - die interne, etwa durch nicht erfolgte Korrekturen von lückenhafter Software, aber auch.

3. Betriebsblockaden
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Nur als Beispiel: das Management definiert Client-side Java als Risiko Nummer eins. Der Security-Verantwortliche soll alles entfernen. Schon monieren die Linien-Manager, dass einige ihrer Anwendungen auf Client-side Java angewiesen sind.

4. Arrogante Sicherheitschefs
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Immer wieder ungern gesehen sind Security-Manager, die tönen, es sei doch offensichtlich, dass man dies oder jenes nicht anklickt, sieht doch jeder, dass das Malware ist. Der Endanwender kann das nicht wissen! Ohne regelmäßige Trainings geht es nicht. Dabei gilt: Besser kurze, aber regelmäßige Schulungen anbieten.

5. Scheinbare Unverwundbarkeit
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Firewalls, Intrusion Detection Systeme, sichere Cloud: Gute Tools können ein Unternehmen in falscher Sicherheit wiegen. Das heißt: geschäftskritische Daten müssen unbedingt verschlüsselt werden, Admin-Privilegien ständig auf ihre Richtigkeit überprüft werden und so weiter und so fort.

6. Dem Fatalismus frönen
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Zu glauben, man könne ja doch nichts machen, ist der größte Fehler von allen. Selbst wenn es klar ist, dass die Security-Technologie den Bösen Jungs immer einen Schritt hinterher hinkt.

In der Woche vor dem Angriff in Belgien hatte ein großangelegter Hackerangriff den Sendebetrieb und die Internetseiten des französischen Fernsehsenders TV5Monde stundenlang lahm gelegt. Zu dem Angriff auf die in aller Welt sendende Fernseh-Gruppe bekannte sich die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat.

  • afp
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