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Hauptversammlung Die Telekom will sich neu erfinden

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Beide sollen einen Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung beauftragt haben, diejenigen zu finden, die Unternehmensinterna an die Presse weitergeleitet haben. Damit hätte die ehemalige Unternehmspitze den Dienstweg missachtet und gegen das Aktienrecht sowie die internen Organisationsabläufe verstoßen. Die Telekom behauptet, diesen Verstoß beweisen zu können.

Das Umfeld von Ricke bestätigte den Erhalt des Schreibens, betonte jedoch, dass die Forderung jeder Grundlage entbehre. Ricke könne Zeugen benennen, die dabei waren, als er den damaligen Leiter der Konzernsicherheit und nicht einen einfachen Mitarbeiter dieser Abteilung mit der Suche nach den undichten Stellen beauftragte. Der zuständige Personalvorstand Heinz Klinkhammer, zu dessen Ressort die Sicherheit gehörte, sei "zeitnah involviert" worden. Insofern habe sich der ehemalige Vorstandschef an die Richtlinien gehalten. Auch Zumwinkel beteuert bislang seine Unschuld. Telekom-Datenschutzvorstand Manfred Balz, der bereits unter Ricke oberster Jurist der Telekom war, sagte in Bonn nur vielsagend: "Es gab in diesem Unternehmen eine Klima der externen Bedrohung und zugleich ein Klima der Enthemmung."

Die Affäre hat in der Telekom zu weitreichenden organisatorischen Änderungen geführt. Der Konzern arbeitet unter Hochdruck daran, das verlorengegangene Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden und Aktionären durch schärfere Datenschutz- und Compliance-Regeln zurückzugewinnen. "Ich will die Grauzonen im Konzern möglichst klein halten. Meine Ziel ist eine Schwarz-Weiß-Welt, in der klar ist, was richtig und was falsch ist", sagte Balz.

Zum Maßnahmenpaket gehört auch eine neuer Wertekanon, den die Konzernführung derzeit erarbeitet. Laut Balz, der Ende Oktober 2008 das neu geschaffene Vorstandsressort Datenschutz übernommen hatte, sollen Merkmale wie Wertschätzung, Integrität, Teamgesit, Fairness und Vertrauen in die neuen "Telekom-Verfassung" aufgenommen werden. Wann diese Charta fertig ist, steht noch in den Sternen.

Nach einem verschärften Datenschutz der Telekom in Deutschland, will sich Balz nun die Auslandstöchter vornehmen. "Wir wollen auch im Ausland gleichwertige Standards bei Datenschutz und Compliance durchsetzen. Da gibt es noch sehr viel zu tun", kündigte der oberste Datenschützer an. Die Aufgabe ist komplex. Das Imperium der Telekom reicht von den USA bis nach Bulgarien. Besonders durch die im vergangenen Jahr vollzogene Übernahme des griechischen Telekomkonzerns OTE mit fünf Auslandstöchtern gibt es offenbar viel zu tun.

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