HomePod Ein neues Tor in die Apple-Welt

Der Pionier Apple ist zum Spätzünder geworden: Der gestern präsentierte intelligente Lautsprecher HomePod ist die erste große Hardware-Neuheit seit der Apple Watch. Das Gerät soll dem Konzern neue Märkte eröffnen.
7 Kommentare

Apples Homepod - das neue Flagschiff?

San JoseTim Cook gibt sich an diesem Montag besonders gut gelaunt. Beschwingt betritt der Apple-Chef in blauem Pulli und hellblauem Hemd die Bühne im San Jose Convention Center, dann hüpft er sogar. „Willkommen zur WWDC hier in San Jose, nur ein paar Schritte entfernt vom neuen Apple-Hauptquartier”, ruft er den 6000 Leuten im Convention Center des Städtchens im südlichen Silicon Valley zu. „Wir haben eine Menge zu besprechen. Eine Menge.”

Und er behielt recht. Cook präsentierte zahlreiche technische Neuerungen für das Apple-Universum, darunter das neue Betriebssystem iOS 11, neue Versionen des Tablet-Computers iPad und Desktop-Rechners iMac. Auf die wichtigste Innovation gewährte er jedoch erst gegen Ende seiner Keynote einen Blick.

Es ist Apples erste große Hardware-Neuheit seit der der Apple Watch und das lang erwartete, neue Zuhause für Sprachassistentin Siri: der intelligente Lautsprecher HomePod. Das Gerät soll ein wenig Apple-Magie versprühen bis im September das iPhone anlässlich seines zehnjährigen Geburtstags in neuem Glanz erstrahlen soll.

Dem Kultobjekt verdankt der Hersteller aus Cupertino seinen Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt, mit einer Marktkapitalisierung von über 800 Milliarden Dollar. Analysten jedoch rechnen für die Zukunft damit, dass der Smartphone-Boom erlahmt. Laut des Internet Trend Reports von Mary Meeker, Partnerin bei der Investorenfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers, der als die wichtigste Marktanalyse der Tech-Branche gilt, stiegen die Verkäufe 2016 nur noch um drei Prozent, im Vorjahr waren es noch zehn Prozent.

Neues Wachstum sieht die Studie hingegen bei den smarten Assistenten. Die Stimme beginne das Tippen bei der Suche zu ersetzen, 20 Prozent aller mobilen Anfragen im Jahr 2016 erfolgten bereits mittels Sprachsteuerung, so die Expertin. Kein Wunder also, dass auch der Apple-Chef in den neuen Markt investiert und sein Ökosystem an Geräten erweitert.

Vom Technik-Knochen zur Wunder-Flunder
Nokia Communicator 9000
1 von 10

Der Pionier der Smartphone-Ära: Im Jahr 1996 – über zehn Jahre vor dem ersten iPhone – stellte Nokia auf der Cebit in Hannover den „Communicator“ vor. Das rund 2700 Mark teure und gut 400 Gramm schwere Gerät wurde als „Büro im Westentaschenformat“ angepriesen. Eine der wichtigsten Funktionen: Der aufklappbare Communicator konnte Faxe senden und empfangen. Außerdem gab es einen elektronischen Kalender, ein digitales Adressbuch und einen Taschenrechner.

Nokia N-Gage
2 von 10

Lange vor Angry Birds und Pokémon Go experimentierte auch Nokia mit einer Mischung aus Handy und Spielkonsole: 2003 kam das N-Gage auf den Markt. Das erste echte Spiele-Handy des finnischen Konzerns machte zwar viele Schlagzeilen, fand aber nicht so viele Käufer. Nur wenige Entwickler schrieben Spiele für den Mini-Bildschirm, zudem war das Gerät nicht gerade billig. Geradezu absurd: Um Spiele auszutauschen, musste man den Akku herausnehmen. Nokia stellte die Serie später ein.

Blackberry-Modelle
3 von 10

Die Ära der frühen Business-Smartphones prägte die Firma Blackberry: Die Kanadier brachten Anfang der 2000er Jahre die ersten Handys auf den Markt, mit denen telefoniert und E-Mails empfangen werden konnten. Charakteristisch bis heute: Die physikalische Tastatur der Smartphones (auch wenn Blackberry inzwischen reine Touchscreen-Geräte anbietet).

Steve Jobs mit dem ersten iPhone
4 von 10

Nokia, Blackberry, Motorola: Sie alle wurden kalt erwischt von der Präsentation, die Steve Jobs im Januar 2007 hielt: Der damalige Apple-Chef versprach dem Publikum gleich drei Geräte in einem: einen Musikplayer mit Touch-Bedienung, ein revolutionäres Telefon und einen grundlegend neu konzipierten Internet-Kommunikator. Das iPhone betrat die Bühne und sollte den Markt grundlegend umkrempeln. Apples Konkurrenten hatten noch Jahre später große Schwierigkeiten, eine angemessene Antwort zu geben.

Das HTC Dream (G1) mit Android-Betriebssystem
5 von 10

Nur Google mit seinem damaligen Chef Eric Schmidt war gut vorbereitet. Schmidt saß seit 2006 auch im Verwaltungsrat von Apple und hatte wohl mitbekommen, in welche Richtung sich der Zukunftstrend im Mobilfunk bewegen wird. Schon im Sommer 2005 hatte Google das Start-up Android übernommen, um eine Steuerungssoftware für Kameras zu entwickeln. Doch nach der iPhone-Premiere wurde das Projekt neu ausgerichtet. Im Oktober 2008 kam mit dem HTC Dream das erste Android-Smartphone auf den Markt.

Smartphone Galaxy Note von 2012
6 von 10

Neben Google kann sich Samsung als Gewinner des danach einsetzenden Android-Booms fühlen. Im ersten Quartal 2012 lösten der südkoreanische Konzern Nokia als weltgrößten Mobiltelefonhersteller ab. Der langjährige Marktführer war mit seinem eigenen Betriebssystem nicht gegen iOS von Apple oder Android von Google angekommen.

Microsoft kauft Handy-Geschäft von Nokia
7 von 10

Schließlich trat der Software-Riese Microsoft im April 2014 als Retter in der Not auf und kaufte die Handy-Sparte von Nokia für knapp 9,5 Milliarden Dollar. Doch der Deal konnte die Nokia-Smartphones nicht vor dem Untergang bewahren: Nach einer Serie von schlechten Quartalsergebnissen wurde die Sparte vom neuen Microsoft-Chef Satya Nadella fast vollständig abgewickelt. Den Namen Nokia ließ Microsoft schon vorher verschwinden.

HomePod sei ein „bahnbrechender Lautsprecher für das Zuhause mit wahnsinnigem Sound und unglaublicher Intelligenz”, schwärmt Cook und zeigt in einem Video das etwa 17 Zentimeter große Gerät, das in den Farben weiß, grau und schwarz erhältlich sein wird. Der Verkauf startet im Dezember in Australien, Großbritannien und den USA. Der Preis des Geräts liegt mit 349 Dollar über dem des Amazon-Konkurrenzprodukts Echo Show, das 229,99 kostet und es ist teurer als Googles intelligenter Lautsprecher Home für 109 Dollar.

Doch nach Ansicht des Unternehmens sei der Preis durchaus angemessen. Es gebe viele Versuche, sagt Apple-Manager Phil Schiller und zeigt Bilder des Herstellers Sonos und von Amazons Echo. „Doch keiner hat es bisher perfekt hingekriegt”. Apples HomePod sei „das größte Gehirn für einen Lautsprecher”. Mithilfe integrierter Sensoren und sechs Mikrophonen passe sich der HomePod in Ton und Lautstärke an seine Umgebung an und könne Kommandos sogar vom anderen Ende des Raums aus empfangen.

„Das größte Gehirn für einen Lautsprecher”
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: HomePod - Ein neues Tor in die Apple-Welt

7 Kommentare zu "HomePod: Ein neues Tor in die Apple-Welt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich finde daten sollten nicht Unternehmen gehören sondern dem Nutzer. Ich würde jedes Geschäft sofort verlassen wenn es meinen Lebenslauf sehen möchte. Im Netz ist dies gang und Gäbe. Die Macht die diese Unternehmen dadurch bekommen ist in keinem Verhältnis.

  • Cook ist schon älter, da hört man nicht mehr so gut.

  • Home Pod > „17 Zentimeter große Gerät“ „bahnbrechender Lautsprecher für das Zuhause mit wahnsinnigem Sound und unglaublicher Intelligenz”

    Bei 17 cm Größe schliesst sich „wahnsinniger Sound“ schonmal physikalisch komplett aus!

  • Wer eine gescheite Sportuhr will, kauft sich eine Garmin Forerunner 935, die hat alles drin, was Fitnesssüchtige benötigen, inkl. GPS und Herzfrequenzmessung.
    Was will ich da noch mit einer Apple Watch?
    Wer gescheite Lautsprecher will, kauft sich z. Bsp. „Sonus Faber Chameleon B“ um die 1000 Euro.

  • Apple Watch, Home Pod, was kommt da noch für Tant?
    Hahaha, alles Sachen, die die Welt nicht braucht.
    Mensch Leute, lasst euch doch nicht verarschen und weiter das hartverdiente Geld aus der Tasche ziehen.

  • Hahaha, seit Jobs unter der Erde liegt, kommt von Apple rein gar nichts mehr an Innovation.
    Ganz, ganz schwach, was soll ich mit so einem Spielzeuglautsprecher?
    Wenn ich vernünftig Musik hören will, geht das von hiochaufgelösten Tonquellen über eine gute HiFi-Stereoanlage und Spitzenlautsprecher (ab Preisklasse 1000 € aufwärts).
    Wenn ich qualitativ gute Fotos möchte, knipse ich ja auch nicht mit einem Smartphone meine Bilder, sondern verwende eine digitale Spiegelreflexkamera.
    Apple ist auf dem absteigenden Ast. Ohne die Kreativität und den Genius von Jobs kriegen die nichts mehr auf die Reihe. Google und amazon werden bald an Apple vorbeiziehen, ebenso hat Microsoft mit Windows 10 eine stabile und vor allem offene Software im Programm.
    Apple ist ein marketingtechnisch gut verkaufter Hype, man verkauft keine Hard- und Software, sondern man verkauft ein „Lebensgefühl zur i-Welt mit dazuzugehören“. Die hypen i-Jünger, die ihrer Sekte huldigen.
    Zudem sind die Geräte von Apple im verglöeich zu den Mitbewerbern einfach viel zu teuer.

  • Unverständlich:
    Für ein paar Nützlichkeiten lassen sich Menschen ihre Privat- und Intimsphäre abhorchen. Gott sieht und hört alles, hieß es früher, und das war ein beklemmendes Gefühl. Auch dass Gott nichts vergisst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%