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Huawei-Gründer Ren „Die USA können uns niemals zerstören“

Der Gründer des chinesischen Netzwerkausrüsters kritisiert den Umgang mit seinem Konzern. Die Verhaftung seiner Tochter ist für ihn „politisch motiviert“.
Update: 19.02.2019 - 10:17 Uhr Kommentieren
Huawei-Gründer Ren Zhengfei: „Die USA können uns nicht zerstören“ Quelle: dpa
Huawei-Gründer Ren

„Amerika repräsentiert nicht die Welt.“

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Gründer des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei, Ren Zhengfei, hat in einem Interview mit dem britischen Sender BBC auf den Umgang der US-Regierung mit seinem Konzern reagiert. „Die USA können uns unter keinen Umständen zerstören“, sagte der Manager. Die Spionagevorwürfe wies er zurück: Er würde nie seinen Kunden schaden, sagte er.

Das Justizministerium in Washington hatte Ende Januar Anklage gegen Huawei erhoben. Dem Konzern, Managerin Meng Wanzhou und zwei Tochterunternehmen werden unter anderem Industriespionage und Verstöße gegen US-Sanktionen in Iran vorgeworfen.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuletzt andere Staaten davor gewarnt, Huawei-Technik zu nutzen. Ren zeigte sich im Interview unbeeindruckt: „Die Welt kann nicht auf uns verzichten, weil wir fortschrittlicher sind.“

Selbst wenn die Amerikaner weitere Länder davon überzeugen würden, Huawei vorübergehend nicht zu nutzen, „können wir uns immer noch verkleinern“, ergänzte er. „Wenn das Licht im Westen ausgeht, wird es im Osten noch immer leuchten. Und wenn es im Norden dunkel wird, gibt es immer noch den Süden. Amerika repräsentiert nicht die Welt.“

In Japan, Australien, Neuseeland und den USA ist der chinesische Konzern wegen Sicherheitsbedenken zumindest teilweise ausgesperrt. In Deutschland diskutiert die Bundesregierung seit Wochen, wie sie beim Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G mit Huawei-Produkten umgehen soll. Im Moment gibt es keine Pläne, den chinesische Konzern auszuschließen.

Der Chef des schwedischen Ausrüsters Ericsson warnt, dass Europa wegen der Debatte um Huawei beim 5G-Ausbau noch weiter zurückfallen könnte. Dabei gebe es größere Hindernisse wie die Regulierung und die hohen Investitionskosten.

Huawei-Gründer Ren äußerte sich auch zur Verhaftung seiner Tochter Meng Wanzhou. Die Finanzchefin von Huawei war im Dezember vergangenen Jahres auf Betreiben der USA in Kanada festgenommen worden. Ren bestritt jegliches Fehlverhalten und sprach von einem „politisch motivierten Akt“.

Das US-Justizministerium wies den Vorwurf zurück. Der Fall sei alleine durch Beweise und Gesetze begründet, hieß es in einer Stellungnahme.

Der Fall belastet die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen China und den USA. Vertreter beider Ländern werden am Dienstag in Washington zu einer neuen Gesprächsrunde zur Beilegung des Handelsstreits zusammenkommen.

Am 1. März endet offiziell ein 90-tägiger „Waffenstillstand“, den beide Seiten beim G20-Gipfel Anfang Dezember vergangenen Jahres in Argentinien vereinbart hatten. Die USA haben mit neuen Strafzöllen gedroht, sollte es bis dahin keine Einigung geben.

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Die Sonderzölle auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar könnten dann nach den Plänen Washingtons von derzeit 10 auf 25 Prozent erhöht werden. Die USA fordern mehr Marktzugang in China, eine Verringerung des US-Handelsdefizits sowie einen besseren Schutz gegen Produktpiraterie und zwangsweisen Technologietransfer für in China tätige US-Unternehmen.

US-Präsident Donald Trump deutete zuletzt jedoch an, dass die Frist auch für eine Weile aufgeschoben werden könnte, wenn eine Übereinkunft nahe sei. Trump hat auch ein direktes Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping angeregt, um auf höchster Ebene einen Deal zu erreichen.

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