IFA-Neuheiten Philips wird zum Gesundheitscoach

Philips will künftig vor allem als Gesundheitskonzern punkten. Auf der IFA präsentiert der Konzern eine ganze Reihe neuer Produkte für Verbraucher – vom Luftreiniger über fettsparende Fritteusen bis hin zur Fitnessuhr.
Der niederländische Konzern will sich im Gesundheitsbereich profilieren. Quelle: Philips
Philips-Blutdruckmessgerät

Der niederländische Konzern will sich im Gesundheitsbereich profilieren.

(Foto: Philips)

BerlinMit Ultraschall- und anderen diagnostischen Geräten ist der niederländische Philips-Konzern in Arztpraxen und Krankenhäusern eine feste Größe. Der Normalverbraucher dagegen kennt die Marke aus dem Bereich Unterhaltungselektronik oder von Elektrogeräten für den Haushalt. Jetzt will Philips beim Konsumenten verstärkt als Gesundheitsfirma punkten – mit vernetzten und personalisierten Produkten. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin stellte Philips am Donnerstag unter anderem eine Gesundheits-Uhr, ein automatisch sendendes Blutdruckmessgerät und eine Körperfettwaage vor.

Für den Konzern ist es dabei wichtig zu betonen, dass man der Masse der bereits existierenden Fitnessmessgeräte am Markt nicht ein weiteres Gadget hinzufügt. „Wir bieten kein allgemeines Fitnessprogramm. Sondern wir bieten Gesundheitscoaching für bestimmte Risikogruppen“, beschreibt Philips-Vorstand Peter Nota, zuständig für den Bereich „Personal Health“ bei Philips den Ansatz. Zielgruppe seien auch Menschen, die im Grunde gesund seien, aber vielleicht wegen ihrer beruflichen Belastung oder weil sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, besorgt seien zu erkranken und dem vorbeugen wollen, so Nota weiter.

Philips steckt in einer großen Umbauphase und will sich künftig verstärkt auf den Gesundheitsmarkt konzentrieren. Nachdem sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits von margenschwachen Endverbrauchergeschäften wie etwa der TV-Sparte und Unterhaltungselektronik getrennt hat, soll nun die ebenfalls unter Margendruck leidende Lichtsparte abgespalten werden. Damit trennt sich Philips von rund einem Drittel seines Umsatzes, der 2014 rund 21 Milliarden Euro betrug.

Künftig will Philips für die Themen Gesundheit und Technologie stehen. Das schließt das Geschäft mit Elektrogeräten für den Endverbraucher ein, vom Luftreiniger über fettsparende Fritteusen bis hin zur elektrischen Zahnbürste. Als Healthtech-Unternehmen, wie Philips es nennt, soll die Firma künftig wieder dynamischer wachsen – nach Jahren der Restrukturierung. Analysten von J.P. Morgan etwa sehen die Neuausrichtung positiv: „Wir glauben, dass Philips in der Lage sein wird, schneller zu wachsen als die eher auf die traditionellen Geräte fokussierten Wettbewerber“, kommentierten sie die Philips-Pläne.

Das sind die wichtigsten Messe-Trends
Trend 1: Ultrahohe Auflösung und sattere Farben
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UHD wird endlich massentauglich, versprechen die Aussteller der Messe IFA. Dabei ist eine  Auflösung von acht Millionen Bildpunkten bei großen, teuren Fernsehern schon länger üblich (hier ein Bild von der CES 2015). Nur in viele Wohnzimmer haben es die ultrahochauflösenden Bildschirme noch nicht geschafft, auch weil es bislang wenig Filme gibt, die deren Potenzial überhaupt ausnutzen. Doch die großen Studios haben bereits angekündigt, ihre kommenden Blockbuster anzupassen.

Deshalb bohren die Hersteller ihre Produkte jetzt noch weiter auf. Dank „High Dynamic Range“ (HDR) sollen die kommenden Fernseher mit mehr Helligkeit und tieferen Schwarzwerten einen plastischeren Kontrast und mehr Tiefenwirkung ermöglichen – auch ohne zusätzliche 3D-Technologie. Neue Varianten an LCD und OLED-Bildschirmen versprechen insgesamt natürlichere Farben.

Einen Run auf die neuen Geräte könnten die Hersteller gut gebrauchen, denn bislang scheint der TV-Markt gesättigt. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz in Deutschland um 16,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein.

Trend 2: Noch mehr Smartphones
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Schicker, schneller und vor allem größer: Seit Jahren versuchen die Smartphone-Hersteller sich mit neuen Superlativen zu übertrumpfen. Angesagt sind derzeit vor allem große Geräte mit mehr als fünf Zoll Bildschirmdiagonale und LTE-Funkverbindung. Beides seien ehemalige Premium-Merkmale, die nun schon in der Mittelklasse zu finden sind, sagte Arndt Polifke, Global Director für Telekommunikation beim Marktforscher GfK der Nachrichtenagentur dpa. "Die Herausforderung für die Hersteller besteht darin, Kaufanreize durch immer neue technische Spezifikationen zu bieten bei einem weitgehend gesättigten Markt in Deutschland und Europa."

Oberklasse-Modelle kämen deshalb etwa mit innovativen Formfaktoren, Metallgehäusen, mit besseren Kameras, 4K-Videofunktion, Highend-CPUs, drahtloser Ladefunktion oder hochwertigen Displays daher. Das Geschäft der Handybauer läuft gut: Allein im Jahr 2015 sollen rund 25,5 Millionen Smartphones abgesetzt werden - plus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kein Wunder, dass die Hersteller stetig neue Modelle auf den Markt werfen. Unter anderem Sony hat bereits angekündigt, auf der IFA ein neues Smartphone enthüllen zu wollen – angeblich mit einer besonders guten Kamera. (Das Bild zeigt das Sony Xperia M4 aus dem Frühjahr 2015).

Trend 3: Mehr Klang, mehr Räume
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Die Gerätehersteller arbeiten nicht nur an einem besseren Bild, auch den Klang wollen sie aufwerten. Für den Heimkinobereich sind derzeit Dolby Atmos und DTS:X angesagt, also Verfahren, die unter anderem einen besonderen 3D-Klang mit Höhendimensionen ermöglichen. So sollen die Zuschauer den Hubschrauber im Film tatsächlich über ihren Köpfen kreisen hören.

Außerhalb des Heimkinos wird derweil das Ende des Kabels eingeläutet. „Lautsprecher, die über W-LAN oder Bluetooth Funkkontakt mit ihren Zuspielern pflegen, zählen zu den IFA-Trendprodukten für den guten Ton“, teilt der Veranstalter mit. Durch die Verknüpfung verschiedener Boxen lassen sich so schnell Mehr-Raum-Systeme aufbauen.

Trend 4: Wearables
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Clevere Uhren und Fitness-Armbänder, die den Körper genau vermessen: Auch bei der IFA 2015 stehen „Wearables“ im Fokus. Der Trend „fördert nicht nur Sport und Spaß, er wird künftig auch telemedizinische Anwendungen stützen und somit dazu beitragen, dass ältere Menschen länger selbständig in ihren gewohnten Umgebungen leben können“, heißt es vom Messe-Ausrichter. Mit Spannung erwartet wird etwa die Vorstellung der neuen Samsung-Uhr "Gear S2" (Bild).

Trend 5: Smart Home
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„Smart Home“ ist auf der IFA seit Jahren ein Schlagwort (Bild von 2013). Langsam wird das vernetzte Zuhause aber auch für den Normalbürger greifbar. Selbst nach konservativen Schätzungen dürfte es bis 2020 mehr als eine Million Haushalte geben, die entsprechend mit moderner Haustechnik vernetzt sind, teilte jüngst der Verband der Internetwirtschaft eco mit.

Selbst einfache Haushaltsgeräte werden mittlerweile mit eingebauter Intelligenz  verkauft.  So hat die neue Waschmaschinen-Serie von Siemens-Hausgeräte eine Dosierautomatik für das Waschmittel. Sensoren erfassen Textilart, Verschmutzungsgrad und Beladungsmenge, daraus wird die benötigte Waschmittelmenge errechnet. AEG mischt in einem Modell das Waschmittel zunächst vor und sprüht es auf die noch trockene Wäsche. So soll es beim Waschen schneller wirken.

Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom können sich immer mehr Deutsche zudem vorstellen, sich Zuhause auf smarte Helfer und Assistenzsysteme zu verlassen. Deren Fähigkeiten reichen vom Erkennen unverschlossener Wohnungstüren bis zum Fußboden, der Alarm schlägt, wenn ein Bewohner stürzt.

Mit Material von dpa

Die Gesundheitsprogramme und Produkte, die Philips auf der IFA vorstellt und ab Ende des Jahres auf den Markt bringen will, sind ebenfalls Ausdruck der neuen Strategie. Herzstück der neuen Angebote ist eine Cloud-Basierte Plattform, die die Daten aus den neuen Produkten sammelt und analysiert. Philips kooperiert hier mit dem amerikanischen IT-Unternehmen Salesforce. „Unsere Vision ist, künftig die Daten aus dem Endverbraucherbereich zusammenzuführen mit den Daten, die wir aus unseren professionellen medizinischen Produkten und Leistungen gewinnen“, sagt Philips-Manager Nota.

Philips kennt beide Welten
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