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In eigener Sache Ehrung für das Handelsblatt

Ein Artikel des Handelsblatts über den Vater von Roland Berger sorgte im vergangenen Jahr für Aufregung. Nun gibt es Kritik. Das Handelsblatt steht zu seiner Recherche.
11.12.2020 - 19:45 Uhr Kommentieren
Thomas Tuma, Marina Cveljo und Sönke Iwersen (v.l.) haben gemeinsam mit ihren Kollegen Hans-Peter Siebenhaar, Andrea Rexer und Isabelle Wermke den deutschen Reporterpreis in der Kategorie „Investigation“ erhalten.
Handelsblatt-Redakteure gewinnen deutschen Reporterpreis

Thomas Tuma, Marina Cveljo und Sönke Iwersen (v.l.) haben gemeinsam mit ihren Kollegen Hans-Peter Siebenhaar, Andrea Rexer und Isabelle Wermke den deutschen Reporterpreis in der Kategorie „Investigation“ erhalten.

Am 18. Oktober 2019 veröffentlichte das Handelsblatt die Lebensgeschichte von Georg Berger, dem Vater des bekannten Unternehmensberaters Roland Berger. Diese Recherche wurde vor wenigen Tagen mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet. Kurz darauf wurden Vorwürfe gegen die Arbeit laut. Doch die Redaktion steht zu ihrer Recherche.

Roland Berger hatte viele Jahre lang behauptet, sein Vater sei Opfer der Nationalsozialisten gewesen. Er sei 1938 aus Protest gegen die „Reichskristallnacht“ aus der NSDAP ausgetreten, danach ständig von der Gestapo drangsaliert worden und schließlich im Konzentrationslager Dachau gelandet.

Das Handelsblatt fand in monatelanger Recherche heraus: Georg Berger war nicht der Mann, den sein Sohn beschrieb. Berger Senior war dreizehn Jahre lang Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Er arbeitete als oberster Verwaltungschef der Hitlerjugend, wurde 1937 von Adolf Hitler zum Ministerialrat ernannt, leitete später als Generaldirektor ein „arisiertes“ Unternehmen in Wien und wohnte in einer von ihren jüdischen Eigentümern beschlagnahmten Villa.

Roland Berger nannte seine Darstellung des Vaters daraufhin gegenüber dem Handelsblatt einen „tragischen Selbstbetrug“. Er ließ ein historisches Gutachten zur Aufarbeitung des Lebens von Georg Berger erstellen.

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    Das Handelsblatt hat in seiner Recherche über Georg Berger mit allergrößter journalistischer Sorgfalt gearbeitet. Im Bewusstsein um die Sensibilität des Themas wurden sämtliche Rechercheschritte dokumentiert.

    Ein Fehler ist der Redaktion unterlaufen. Das Handelsblatt hatte geschrieben: „Nirgendwo gibt es Unterlagen, die Georg Berger als Kriegsgefangenen der Sowjetunion identifizieren.“

    Tatsächlich war Georg Berger in russischer Kriegsgefangenschaft, und zwar im Lager Stockerau bei Wien (12. Mai bis 26. Mai 1945), im Lager Horn in Oberösterreich (28. Juli bis 8. September 1945) und im Lager Hoyerswerda (11. bis 12. September 1945). Dies hat das Handelsblatt bei seinen Recherchen übersehen und zugesagt, diesen Satz nicht zu wiederholen.

    Bei einem zweiten Punkt bedarf es einer Schärfung der Formulierung. Georg Berger war vom 8. April bis zum 10. November 1946 tatsächlich in einem Lager in Dachau. Es handelte sich dabei aber nicht um ein Konzentrationslager der Nazis, sondern ein Internierungslager der Amerikaner. Berger wurde in einem Entnazifizierungsverfahren am 21. Juli 1947 als „Minderbelasteten“ im NS-System verurteilt. Begründung: Er hatte „die NSDAP durch seine Tätigkeit wesentlich gefördert.“

    Das Handelsblatt hat dem nichts hinzuzufügen. In allen anderen Punkten bleibt die Redaktion bei ihrer Darstellung.

    Lesen Sie hier den ausgezeichneten Beitrag: Roland Berger, sein Nazivater und die Schuld der deutschen Wirtschaft.

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