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In eigener Sache Handelsblatt-Redakteure für Roland-Berger-Recherche mit Deutschem Reporterpreis ausgezeichnet

Für seine Recherchen über die Nazi-Verstrickungen von Roland Bergers Vater hat ein sechsköpfiges Handelsblatt-Team den Deutschen Reporterpreis erhalten.
08.12.2020 - 12:26 Uhr Kommentieren
Thomas Tuma, Marina Cveljo und Sönke Iwersen (v.l.) haben gemeinsam mit ihren Kollegen Hans-Peter Siebenhaar, Andrea Rexer und Isabelle Wermke den deutschen Reporterpreis in der Kategorie „Investigation“ erhalten.
Handelsblatt-Redakteure gewinnen deutschen Reporterpreis

Thomas Tuma, Marina Cveljo und Sönke Iwersen (v.l.) haben gemeinsam mit ihren Kollegen Hans-Peter Siebenhaar, Andrea Rexer und Isabelle Wermke den deutschen Reporterpreis in der Kategorie „Investigation“ erhalten.

Hohe Auszeichnung für das Handelsblatt: Für den Report „Roland Bergers späte Reue“ wurden Sönke Iwersen, Marina Cveljo, Andrea Rexer, Hans-Peter Siebenhaar, Thomas Tuma und Isabelle Wermke in der Kategorie „Investigation“ mit dem Deutschen Reporterpreis geehrt.

Im vergangenen Jahr hatte das Team enthüllt, dass der berühmte deutsche Unternehmensberater Roland Berger seinen Vater Georg in der Öffentlichkeit zu Unrecht vielfach als Nazi-Opfer dargestellt hatte.

Schönfärberei oder Selbstbetrug? Die Berater-Legende Roland Berger hatte seinen Vater jedenfalls in zahlreichen Interviews jahrelang als moralisches Vorbild und Regimegegner beschrieben. Das Handelsblatt-Team zeigte, dass Georg Berger im Gegenteil lange hohe NS-Ämter bekleidete und ein großer Profiteur des Regimes war.

13 Jahre lang gehörte Berger Senior der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) an. Er arbeitete als oberster Finanzchef der Hitler-Jugend, wurde 1937 von Adolf Hitler zum Ministerialrat ernannt, leitete später als Generaldirektor ein „arisiertes“ Unternehmen in Wien und wohnte in einer von ihren jüdischen Eigentümern beschlagnahmten Villa. Die Fakten wurden ein halbes Jahr später auch vom Historiker Michael Wolffsohn bestätigt, der von Berger Junior mit der Aufarbeitung beauftragt worden war.

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    „Die Parallelmontage zwischen den heroisierenden Zitaten des Sohnes über seinen Vater und den nüchtern vorgetragenen Fakten ist einerseits unglaublich spannend und auf der anderen Seite auch beschämend“, sagte die Jurorin Anja Reschke in ihrer Laudatio. „Sie ist ein Lehrstück über deutsche Geschichte. Über die große Bereitschaft der Deutschen, zu verdrängen.“

    Berger gilt als Berater-Legende.
    Roland Berger

    Berger gilt als Berater-Legende.

    Die Jury sei einerseits beeindruckt von der Aufarbeitung der Nazi-Geschichte durch das Handelsblatt, andererseits bewegt durch den Spiegel, den die Recherche auch der Medienbranche in toto vorhalte. „Erschütternd ist, wie willfährig sich deutsche Journalisten an diesem kollektiven Verdrängen immer wieder beteiligen, bis heute“, so Reschke. „Wie oft Roland Berger die Geschichte seines Vaters erzählen konnte, ohne dass ein einziger Reporter nachgefragt hätte.“

    Die TV-Journalistin nannte den Handelsblatt-Report ein Beispiel, dem zu folgen sei. „Viele Unternehmen feiern gerade ihre Jubiläen. Hinterfragen wir wirklich kritisch, wie sie gegründet wurden?“ Es sei sehr besonders, dass gerade eine deutsche Wirtschaftszeitung daran erinnere, 80 Jahre nach der Pogromnacht.

    In der Kategorie Investigation setzte sich das Handelsblatt im Finale unter anderem gegen herausragende Beiträge von „Süddeutscher Zeitung“, „Stern“, „Spiegel“ und „Zeit“ durch.

    Jahrelang hat Berger Junior seinen Vater als moralisches Vorbild und NS-Regimegegner stilisiert – fälschlicherweise.
    Roland und Georg Berger

    Jahrelang hat Berger Junior seinen Vater als moralisches Vorbild und NS-Regimegegner stilisiert – fälschlicherweise.

    Der Deutsche Reporterpreis wird seit 2009 vom Journalisten-Netzwerk Reporter-Forum verliehen. Er ist nicht dotiert und soll Debatten über die Qualität im Journalismus anregen. 2020 wurden Journalistinnen und Journalisten unter anderem in den Bereichen Sportreportage, Interview, Multimedia, Podcast und Essay ausgezeichnet.

    Einen Sonderpreis erhielt der „Financial Times“-Autor Dan McCrum, dessen Recherchen die Wirecard-Affäre ins Rollen gebracht hatten. McCrum sei „ein Aufklärer in bester Historie der Pressefreiheit“, lobte Finanzminister Olaf Scholz in seiner Laudatio.

    Lesen Sie hier den ausgezeichneten Beitrag: Roland Berger, sein Nazivater und die Schuld der deutschen Wirtschaft.

    • HB
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