Ines Pohl „taz“-Chefredakteurin wechselt zur Deutschen Welle

„Zeit für etwas Neues“: Nach sechs Jahren als Chefredakteurin verlässt Ines Pohl die „taz“ in Richtung Amerika. Die 48-Jährige berichtet in Zukunft als Korrespondentin der Deutschen Welle aus Washington.
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Ines Pohl verlässt die „taz“. Quelle: dpa
Von Berlin nach Washington

Ines Pohl verlässt die „taz“.

(Foto: dpa)

Bonn, BerlinNach sechs Jahren verlässt „taz“-Chefredakteurin Ines Pohl das Blatt und wechselt als Washington-Korrespondentin zur Deutschen Welle (DW). Das teilten der Sender und die Zeitung am Freitag in Bonn mit. „Nach sechs Jahren als taz-Chefin wird es Zeit für etwas Neues und ich freue mich sehr, wieder als Korrespondentin zu arbeiten“, sagte Pohl laut Mitteilung.

Die 48-Jährige stand seit 2009 an der Spitze der bundesweiten „tageszeitung“ („taz“), seit gut einem Jahr zusammen mit Co-Chefredakteur Andreas Rüttenauer. Ihre neue Stelle in Washington soll sie Ende 2015 antreten.

Der fünfköpfige „taz“-Vorstand, der nach Redaktionsstatut für Angelegenheiten der Chefredaktion zuständig ist, sei über den Schritt informiert gewesen und werde seiner Verantwortung nachkommen, erklärte die „taz“. Mit Rüttenauer gebe es eine handlungsfähige Chefredaktion.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

In Pohls Zeit habe die „taz“ eine solide wirtschaftliche Basis bekommen, sagte Jan Feddersen, Redakteur für besondere Aufgaben. Er gehe davon aus, dass es auch in Zukunft eine Doppelspitze mit einem Mann und einer Frau geben werde. „Alles andere wäre „taz“-unüblich.“

Die 1979 als selbstverwaltetes Kollektiv gegründete „taz“ hat eine Auflage von rund 53 000 Exemplaren mit 241 000 Lesern pro Ausgabe. Insgesamt sind 250 Mitarbeiter beim Blatt beschäftigt. Die Zeitung will in ein neues Gebäude in der Nähe der jetzigen Zentrale in Berlin-Kreuzberg ziehen. Das bisherige Verlagshaus in der Rudi-Dutschke-Straße soll in „taz“-Besitz bleiben und vermietet werden.

  • dpa
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