Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Influencer-Marketing Vom Normalo zum Social-Media-Star

Deutschlands bekannteste Social-Media-Stars heißen Bibi, Dagi Bee und Sami Slimani. Diese Influencer machen erfolgreiches Marketing für Konzerne. Doch nicht nur die Stars der Szene sind für Unternehmen interessant.
Kommentieren
Micro-Influencer haben keine riesige Reichweite, dafür aber hohe Glaubwürdigkeit. Quelle: imago/Steinach
Klein, aber erfolgreich

Micro-Influencer haben keine riesige Reichweite, dafür aber hohe Glaubwürdigkeit.

(Foto: imago/Steinach)

Düsseldorf, Berlin Lässt sich der Wert eines Menschen beziffern? Oder sich die Glaubwürdigkeit in einer Zahl ausdrücken? Jan Homann, Mitgründer von Blogfoster, glaubt ja, hat dafür ein eigenes System entwickelt – und will es so vielen Menschen einfacher machen, mit ihrer Meinung im Netz Geld zu verdienen.

Homann und seine Blogfoster-Mitgründer gehören zu den denjenigen, die davon überzeugt sind, dass es nicht immer das ganz Große sein muss, um erfolgreich zu sein. Die denken, dass man nicht den Namen Slimani oder Bibi tragen muss, um für Unternehmen als Werbepartner interessant zu sein. Sie glauben an die sogenannten Micro-Influencer, also quasi jeden, der als Blogger über eine kleine Leserschaft verfügt oder in den sozialen Netzwerken eine gewisse Anhängerschaft sein Eigen nennt. Und nicht nur die Gründer sind davon überzeugt, auch ein paar Unternehmen haben schon festgestellt: klein, aber oho.

Das in Berlin ansässige Start-up Blogfoster ist vom Einfluss der Kleinen überzeugt: „Gerade kleine Blogs oder Menschen, die sich in den sozialen Netzwerken mit spezifischen Themen beschäftigen, haben oft eine hohe Glaubwürdigkeit in ihrer Anhängerschaft“, ist Mitgründer Homann überzeugt. Die großen Influencer seien oft für viele Marken aktiv, so Homann: „Das kann auf Fans schon mal beliebig wirken.“

Die erfolgreichsten Werbekampagnen des Jahres
Platz 10
1 von 10

Der Spot „Rodeo“ von der Designagentur Loves, einer Tochter der Agentur Thjnk, für die Automarke Audi Sport. Szenen eines Rodeo-Auftritts werden mit rasanten Autobildern gegengeschnitten. Das Männerherz schlägt höher. Dafür gab es von der ADC-Jury zwei Mal Gold, ein Mal Silber und ein Mal Bronze.

(Foto: Screenshot)
Platz 9
2 von 10

„German Mut 2016“ von der Agentur Heimat für die FDP. Die Freien Demokraten wollen ein Zeichen setzen gegen die typisch deutsche Verzagtheit, die im Angelsächsischen mit dem Begriff „German Angst“ belegt ist.

(Foto: Screenshot)
Platz 8
3 von 10

Die Kampagne „Most open test drive“ von der Agentur BBDO Berlin für die Daimler-Tochter Smart. Dahinter verbirgt sich ein Spiel, bei dem zwei Personen in einem Smart sitzen, der Fahrer ist mit einem Lügendetektor verbunden, und das Autoerdeck bleibt so lange offen, wie die Fragen des Beifahrers wahrheitsgemäß beantwortet werden. Ein Beispiel: Die Tochter fragt, magst Du meinen Freund, und ihre Mutter antwortet zögerlich, nein. Das Verdeck blieb geöffnet.

(Foto: Screenshot)
Platz 7
4 von 10

Die Kampagne „Sea Hero Quest“ ist ein Onlinespiel, das dazu dient, der Demenzforschung zu helfen. Entwickelt hat es die Agentur Saatchi & Saatchi für die Deutsche Telekom. Spielen gegen das Vergessen: Schon zwei Wochen nach dem Launch hatten eine Million Menschen das mobile Spiel heruntergeladen, so berichtet es die Telekom.

(Foto: Screenshot)
Platz 6
5 von 10

Die „Lachenden Pferde“ sind ein Viralfilm,, den die Agentur Grabarz & Partner für Volkswagen kreiert hat. Drei Pferde stehen auf einem Paddock und sehen wiehernd dabei zu, wie ein Fahrer sich vergeblich bemüht, rückwärts mit einem Pferdeanhänger einzuparken. Erst als ein anderer Mann mit einem Volkswagen Tiguan und eingebauter Anhänger-Einparkhilfe vorfährt, werden die Pferde wieder ernst.

(Foto: Screenshot)
Platz 5
6 von 10

Die Kampagne „Iconic Moments“, die die Agentur BBDO Düsseldorf für Pepsi Light erstellt hat, zeigt drei Motive – einen Parcour-Läufer, einen Skateboarder und einen Breakdancer, die ihrem Sport nachgehen. Da sie dabei rote, weiße und blaue Kleidung tragen, ergibt sich im Bild das ikonische Muster von Pepsi. Höchst künstlerisch.

(Foto: Screenshot)
Platz 3 (Es gibt zwei dritte Plätze, dafür keinen vierten Platz)
7 von 10

Die „Eröffnungskampagne“ der Elbphilharmonie in Hamburg wurde von mehreren Agenturen konzipiert: Jung von Matt, Achtung und Madhat. Eigentlich hat Jung von Matt 2017 eine ihrer Award-Pausen eingelegt – für das teure Prestigeobjekt haben die Werber allerdings eine Ausnahme gemacht.

(Foto: Screenshot)

Stichwort: Glaubwürdigkeit. Dabei gelte für die Kleinen: „Es reicht schon, über mehrere Hundert Leser oder Follower zu verfügen, um für Unternehmen interessant zu sein“, sagt Homann. Doch wie kommen Micro-Influencer und Unternehmen zusammen? Genau da setzt Blogfoster an: Die Software bietet zum einen Menschen die Möglichkeit, ihren Blog oder ihre Auftritte in den sozialen Netzwerken zu registrieren. Über ein Tool kann die Software dann berechnen, wie viel Wert der Auftritt des Einzelnen besitzt: „Das Analysetool hilft dann direkt dabei, einen Mittelwert zu berechnen, der sich zum Beispiel aus Leserschaft, Ort oder Traffic zusammensetzt“, erklärt Homann.

Unternehmen können dann über ein eigenes Tool eine Kampagne mit vielen unterschiedlichen Micro-Influencern steuern, die zum jeweiligen Produkt passen: „Vorher wird gepitched: Die Influencer stellen sich vor, bewerben sich für eine Kampagne, und das Unternehmen trifft eine Auswahl“, so Homann. Im Anschluss veröffentlichten die Influencer dann entsprechende Beiträge in ihren Kanälen: „Es findet unter der Wahrung der redaktionellen Freiheit allerdings immer eine Vorabprüfung durch uns statt, damit Regeln wie etwa die werbliche Kennzeichnung gewahrt werden.“

Immerhin rund 10.000 Blogger und rund 22.000 Influencer aus den unterschiedlichen Themenbereichen hätten sich bereits registriert, sagt der Blogfoster-Mitgründer. Zuletzt erreichte man rund 40 Millionen Personen in Europa. Auch Investoren scheinen an den Trend der Micro-Influencer zu glauben: 2013 landete Blogfoster im Axel-Springer-Accelerator, die IBB Beteiligungsgesellschaft steckte Geld in das Start-up. Mittlerweile kooperiert Blogfoster zudem mit der Agenturgruppe TBWA Deutschland.

Auch Experten glauben an die Macht der Kleinen: „Je unbekannter ein Influencer ist, desto authentischer wirkt seine Empfehlung“, sagt zum Beispiel Christoph Röck, Geschäftsführer beim Seminaranbieter 121WATT, der sich auf Online- und Influencer-Marketing spezialisiert hat. Denn gerade bei Nischenthemen würden die Micro-Influencer eine hohe Glaubwürdigkeit in ihrer Anhängerschaft genießen und daher oft als Spezialisten in ihrem Fachgebiet gelten, so Röck. Doch genau da lauere auch die Gefahr: „Anders als bei Stars, die auch häufig in der Werbung zu sehen sind, müssen Micro-Influencer bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen besonders vorsichtig sein, denn ihre Glaubwürdigkeit wird sonst nachhaltig beschädigt.“

Ein Unternehmen, das bereits gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit mit Micro-Influencern gemacht hat, ist das Portal „Meinestadt.de“. Zum Start der Azubi-App „TalentHero“ setzte das Team um Marketing-Manager Peter-Georg Lutsch auf Influencer-Marketing auf Youtube – ein völlig neues Terrain für die Plattform, erzählt Lutsch.

Unbekannte Einflüsterer haben Vorteile
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Influencer-Marketing - Vom Normalo zum Social-Media-Star

0 Kommentare zu "Influencer-Marketing: Vom Normalo zum Social-Media-Star"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote