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Influencerin Service oder Werbung? Instagram-Star Cathy Hummels kämpft gegen „Abmahnwahnsinn“

Die Influencerin und Ehefrau von Fußballprofi Mats Hummels wehrt sich vor Gericht gegen den Vorwurf, mit ihren Posts heimlich Werbung zu machen.
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Die Instagram-Berühmtheit spricht von „Abmahnwahnsinn“. Quelle: dpa
Zivilprozess gegen Cathy Hummels

Die Instagram-Berühmtheit spricht von „Abmahnwahnsinn“.

(Foto: dpa)

MünchenIn den Aufzug des Landgerichts München I quetschen sich am Montagmorgen Fotografen. Sie wollen schnell noch Bilder von Cathy Hummels einfangen, bevor im sechsten Stock der Prozess um ihre umstrittenen Instagram-Beiträge beginnt. „Was hat die für eine Berufsbezeichnung?“, fragt ein Kameramann. Ein anderer: „Wer ist diese Frau eigentlich?“ Cathy Hummels, 31, ist vor allem einer jungen und weiblichen Zielgruppe als Influencerin bekannt.

Auf Instagram bekommen ihre 465.000 Follower etwa Modefotos und Tipps von Hummels präsentiert. Auch Bilder von Sohn Ludwig und ihrem Ehemann Mats Hummels, dem Fußballprofi vom FC Bayern München, sind dabei. Die gebürtige Dachauerin, die gequält in die vielen Linsen lächelt, hat Werbeverträge mit mehreren Modefirmen. Posts, in denen sie auf diese Firmen verweist, kennzeichnet die ehemalige Moderatorin als „bezahlte Partnerschaft“.

Dem Berliner Verband Sozialer Wettbewerb (VSW), bekannt für seine zahlreichen Abmahnungen, reicht das allerdings nicht. Er hat Hummels verklagt, weil sie in 15 Beiträgen auf Marken verlinkt hat, ohne das als Werbung auszuweisen.

In einem Fall hat Hummels eine Abmahnung akzeptiert, in den anderen Fällen jedoch pocht sie auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung. Dabei argumentiert sie wie andere Influencer, die mit dem VSW vor Gericht streiten: Es handele sich um einen redaktionellen Service gegenüber ihren Followern.

Die wollten nun einmal wissen, welche Schuhe oder Blazer ihre Idole auf den Fotos tragen. Weder Geld noch eine andere Gegenleistung habe sie dafür bekommen. Daran knüpft die Richterin an, wenn sie den Kläger fragt, wie er eine vermeintliche Täuschung, also heimliche Gegenleistungen, denn eigentlich beweisen wolle. Und dann fragt sie noch, mit welcher Begründung Frauenzeitschriften auf Marken verlinken dürften, neue Medien aber nicht.

Hummels wahrt an diesem Morgen die Fassung, nur ein Instagram-Post von Sonntag lässt erahnen, was sie von der Klage hält: „(...) Ein bisschen aufgeregt bin ich, weil ich Angst habe, dass ich es nicht schaffe klar zu machen wie wirr, unfair, unsinnig, zeitintensiv und ausbeutend dieser Abmahnwahnsinn ist.“

Der Prozess sorgt auch jenseits der Szene für Aufsehen, berührt er doch die Frage, was Werbung ist – und was eine redaktionelle Leistung. Ein Urteil wird für den 29. April erwartet.

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