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Inside Pro Sieben Sat 1: Ab nach Unterföhring

Der angeschlagene TV-Konzern ist auf der Suche nach neuen Sparmöglichkeiten. Deshalb könnte die Tochter Sat 1 bald von Berlin nach Unterföhring umziehen.
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DÜSSELDORF. Das deutsche Hollywood ist eine trostlose Meile. In der Medienallee im Münchener Vorort Unterföhring reihen sich die nüchternen Verwaltungs- und Studiobauten der Medienunternehmen wie an einer Perlenschnur auf. Premiere, ZDF, Bayerischer Rundfunk, Kabel Deutschland und Pro Sieben Sat 1 haben sich hier niedergelassen. Bald könnte auch der Berliner Sender Sat 1 in dem Medienvorort sein neues Zuhause finden. Denn der scheidende Konzernchef Guillaume de Posch will durch einen Umzug der 200 Mitarbeiter Geld sparen. Noch sind keine Entscheidungen gefallen. Doch der mit mehr als drei Milliarden Euro hoch verschuldete Fernsehkonzern fahndet nach neuen Sparmöglichkeiten. Denkverbote oder Tabus gibt es in der Chefetage nicht mehr.

Die Aufregung um die Umzugspläne ist groß. Doch bei nüchterner Betrachtung gibt es wenig Argumente, Sat 1 weiter in einem teuren Mietgebäude in der Berliner Mitte zu belassen. Leo Kirchs Idee eines Senders im Herzen der Hauptstadt hat sich längst überlebt. Die schöne, verwinkelte Sendezentrale ist für vieles geeignet, aber nicht für einen Sender dieser Dimension.

Mit einem Umzug würde nicht nur Geld gespart, sondern auch ein Geburtsfehler der Sendergruppe korrigiert. Denn durch die beiden Sendersitze, Sat 1 in Berlin und Pro Sieben und Kabel 1 in Unterföhring, gab es stets viel Reibungsverluste. Mühsam versuchten die Vorstandschefs von Georg Kofler über Urs Rohner bis hin zu Guillaume de Posch das schwierige Verhältnis zu entkrampfen. Doch ein Rest Misstrauen blieb bis heute. Für viele Mitarbeiter von Sat 1 kommt das Unheil nach wie vor aus Unterföhring.

Wie relativ reibungslos ein Umzug eines Medienunternehmens über die Bühne gehen kann, zeigte zuletzt Axel Springer. Der Zeitungskonzern holte die "Bild" von Hamburg nach Berlin. Nun hat Springer alle Blätter unter einem Dach. Das ist wirtschaftlich und redaktionell sinnvoll.

Der Spardruck auf Pro Sieben Sat 1 ist derzeit riesig. Wegen der Krise bei der Fernsehwerbung und der selbst verschuldeten Probleme bei der Vermarktung musste Deutschlands größte Sendergruppe ihre Umsatz- und Gewinnprognose zuletzt nach unten korrigieren. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll nun noch 670 bis 700 Millionen Euro erreichen. Ursprünglich waren 780 Millionen Euro geplant. Auch die Erlöse werden unterhalb der anvisierenden 3,3 Milliarden Euro liegen. Am Donnerstag legt Pro Sieben Sat 1 seine Quartalszahlen vor. Böse Überraschungen soll es diesmal nicht geben, sagen Insider in Unterföhring.

Die Mehrheitsaktionäre, die Finanzinvestoren KKR und Permira, brauchen bei ihrem Investment dennoch Geduld. Denn die Aussichten sind trübe. Es ist nicht mehr die Frage, ob es mit dem Werbemarkt nach unten geht, sondern nur noch, wie groß der Rückgang ausfallen wird. Doch das ist nicht mehr das Problem von Konzernchef de Posch. Der Belgier verlässt am Jahresende die Sendergruppe - egal ob die Gesellschafter bis dahin einen Nachfolger finden oder nicht.

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