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Instagram-User mit Essstörungen Das Netzwerk für Magersüchtige

Instagram ist der Ort für hübsche Fotos. Doch der Schönheitswahn zeigt sich auch von seiner hässlichen Seite. Abgemagerte Frauen inszenieren ihre Essstörung. Instagrams Richtlinien zum Schutz scheitern am Erfindergeist der Nutzerinnen.
06.08.2016 - 10:53 Uhr
Amalie Lee dokumentiert via Instagram den Umgang mit ihrer Krankheit. Quelle: screenshot
Schlankheitswahn auf Instagram

Amalie Lee dokumentiert via Instagram den Umgang mit ihrer Krankheit.

(Foto: screenshot)

Berlin Dutzende Fotos von Beinen, so dünn wie Streichhölzer. „Ich wünschte, das wäre ich“, steht darunter. Oder: „Ich möchte weinen, sie ist so perfekt.“ Die Hüftknochen stehen hervor - weit hervor. Auf Instagram glorifizieren Mädchen und junge Frauen ihre Essstörung, eifern sich gegenseitig nach, stacheln sich mit immer extremeren Fotos an.

„Pro-Ana“ nennt sich das – kurz für Pro-Anorexie. „Pro-Ana“, das ist eine Bewegung von Magersüchtigen oder Bulimiekranken im Netz. Die Mitglieder leiden in der Regel selbst an einer Essstörung. Ihr Ziel ist es, weiter abzunehmen. Immer weiter.

Die Erkrankung wird idealisiert, ein extremes Schönheitsideal steht im Zentrum – eine Art Wettbewerb unter den meist jungen Frauen. Betroffene tauschen sich auf speziellen Webseiten aus – oder eben immer häufiger auf Instagram. „Der Zugang zu dem Netzwerk ist einfach“, erklärt Andreas Schnebel, Vorsitzender des Bundesfachverbands Essstörung.

Dass gerade junge Frauen auf Instagram Selfies von sich posten, sich von ihrer schönsten Seite im Netz präsentieren wollen – das ist kein Geheimnis. „Es scheint normal, dass man als junges Mädchen so aussehen muss“, kritisiert Schnebel. Befeuert werde der Schönheitswahn durch Gefällt-mir-Angaben und eine wachsende Zahl an Followern, also quasi Fans. Für Mädchen mit Essstörung ist das besonders fatal: „Sie werden von anderen Nutzern so in ihrer Erkrankung noch bestärkt.“

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    Instagram hat vor einigen Jahren seine Richtlinien angepasst, um die Glorifizierung der Erkrankung zu verhindern. Unter Betroffenen beliebte Hashtags wie #probulimia oder #proanorexia können über die Suchfunktion nicht länger gefunden werden. „Hashtags, die Essstörungen glorifizieren, werden ohne Warnung gelöscht“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage.

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