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Internet Yahoo und die geborgte Zeit

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Fast zeitgleich kommen die Überlegungen auf, einen „Proxy Fight“ um die Vorherrschaft im Yahoo-Board anzuzetteln. Microsoft könnte eigene Kandidaten einschleusen, um anschließend den Widerstand von innen zu brechen. Das Ganze würde vielleicht 30 Mill. Dollar kosten, statt Milliarden mehr für ein höheres Angebot. Yahoo reagiert prompt: die Anmeldefrist für Board-Kandidaten wurde Anfang März verlängert auf „zehn Tage nach Ankündigung der Hauptversammlung“. Wieder ein Spiel auf Zeit – der alte Termin war 14. März.

Fällt das Board an Microsoft, bleibt eine letzte Waffe: Sie stammt aus dem Jahre 2001, als sich Yahoo gerade vom ersten Dot-Com-Crash erholte und der Aktienkurs in die Tiefe gerauscht war. Damals wurde ein Plan verabschiedet, der jedem Alt-Aktionär den verbilligten Bezug von neu auszugebenden Yahoo-Aktien erlauben würde, sobald ein einzelner Angreifer 15 Prozent des Kapitals eingesammelt hätte. Diese Aktienschwemme würde jedes Angebot für „alle ausstehenden Aktien“ dramatisch verteuern. „Das schreckt Investoren schon erst einmal ab“, sagt Shirley Westcott von der Beraterfirma Proxy Governance.

Aber das war 2001, als alle noch glaubten, dass bei Yahoo die Bäume in den Himmel wachsen und Google nur eines von vielen netten Start-Ups war. Heute sieht es anders aus: Der Yahoo-Kurs war im derzeitigen Abwärtstrend gerade unter die Marke von 20 Dollar gefallen, als Microsoft auftrat. Kämen Aktionäre wie die gesprächsbereite Gruppe „Yahoo Plan B“ des Aktionärs Eric Jackson, die angeblich über zwei Millionen Aktien vertreten, zu der Meinung, das Yahoo-Management verfolge mit seinem Kampf nur seine eigenen Interessen, dürften Klagen vor US-Gerichten so gut wie sicher sein. Jackson hatte 2007 auch die Revolte angeführt, die Terry Semel zu Fall gebracht hat. Vielleicht ist es wirklich höchste Zeit für Yang, zu verhandeln.

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