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Internetdienstleister United Internet kann mit Gewinnwachstum nicht überzeugen

Der Internetdienstleister hat nach der Übernahme von Drillisch ein erfolgreiches Jahr hinter sich gebracht. Anleger zeigten sich dennoch enttäuscht.
Update: 22.03.2018 - 13:50 Uhr Kommentieren
United Internet steigert Gewinn und Umsatz Quelle: dpa
Drillisch

United Internet hat Drillisch im September übernommen.

(Foto: dpa)

Montabaur Der Internet- und Mobilfunkanbieter United Internet will nach der Übernahme des kleineren Konkurrenten Drillisch im Handygeschäft wachsen. Das Budget für die Subventionierung von Smartphones werde auf 300 Millionen Euro verdoppelt, kündigte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth am Donnerstag im Gespräch mit Reuters an. Bisher habe Drillisch gar keine subventionierten Handys verkauft. Das neue Angebot solle dazu beitragen, im laufenden Jahr 1,2 Millionen neue Mobilfunk- und Internet-Anschlüsse zu gewinnen.

Anleger wollten davon nicht viel wissen und warfen die Aktien von United Internet wie auch Drillisch in hohem Bogen aus ihren Depots. Die Papiere von United Internet brachen in der Spitze um fast zwölf Prozent ein - so viel wie zuletzt vor neun Jahren. Die Drillisch-Aktien steuerten mit einem Minus von mehr als zehn Prozent auf den größten Tagesverlust seit sechseinhalb Jahren zu.

Die Gesamtjahresergebnisse beider im TecDax notierten Unternehmen lägen nur leicht unter den Erwartungen, sagte ein Börsianer und deutete Gewinnmitnahmen an. Der Betriebsgewinn (Ebitda) der gmx.de-Mutter United Internet kletterte zwar im vergangenen Jahr um rund 17 Prozent auf knapp 980 Millionen Euro. Dies lag allerdings im unteren Bereich der prognostizierten Spanne von 970 Millionen bis eine Milliarde Euro. Der Umsatz stieg dank zahlreicher Neukunden um 10,5 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro.

Dommermuth sieht seinen Konzern als Nutznießer der Datenaffäre bei Facebook: „Jeder Skandal amerikanischer Firmen belebt unser Geschäft. Das hilft uns als deutschem Anbieter mit Produkten 'made in Germany'.“ United Internet übertrage alles über verschlüsselte Leitungen, auf die niemand Zugriff habe. Zugleich erhofft sich Dommermuth Impulse durch das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung im Mai. „Wir sehen neue Chancen für zielgerichtete Werbung, wie sie Facebook und Co. längst anbieten.“

United Internet und Drillisch, bekannt für Marken wie Yourphone und Smartmobil.de, haben keine eigenen Mobilfunknetze, sondern mieten die Dienste der drei Betreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland. Kürzlich warb United-Internet-Chef Ralph Dommermuth für ein Bündnis zum Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland. Zugleich rief der Milliardär die Telekom dazu auf, sich einer solchen Initiative anzuschließen. "Ich freue mich, dass diese Diskussion jetzt in Gang kommt", sagte der United-Internet-Gründer. Bisher habe ich keine Gründe gehört, die dagegen sprechen.

Im Rahmen des Zusammenschlusses mit Drillisch im September brachte United Internet ihre Mobilfunk- und Festnetz-Tochter 1&1 Telecommunication bei Drillisch ein und übernahm im Gegenzug die Mehrheit an dem Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt. Nun hält die Firma aus Montabaur rund 73 Prozent an 1&1 Drillisch. Um Kosten zu sparen, denkt Dommermuth auch darüber nach, Standorte zusammenzulegen.

  • rtr
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