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Interview mit Adel Al-Saleh „Wir haben einen guten Plan“ – so will der T-Systems-Chef die Telekom-Tochter sanieren

Die Telekom-Tochter T-Systems steht vor dem Abbau Tausender Stellen. Im Interview erklärt Chef Adel Al-Saleh, warum das allein nicht reichen könnte.
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Der Chef von T-Systems lebt mit seiner Familie in London. Quelle: Reuters
Adel Al-Saleh

Der Chef von T-Systems lebt mit seiner Familie in London.

(Foto: Reuters)

BonnZum Beginn der Streichung tausender Stellen bei der unprofitablen Telekom-Tochter hat T-Systems-Chef Adel Al-Saleh die Einigung mit den Betriebsräten gelobt. Mit dem Abbau von Jobs müsste nun mehr Wachstum geschaffen werden. „Wir haben elf Geschäftsbereiche definiert, etwa die Hälft davon wächst.

Dazu gehört etwa das Geschäft mit IT-Sicherheit, Anwendungen für das Internet der Dinge, Cloud-Dienste und auch der Gesundheitssektor“, sagte Adel Al-Saleh dem Handelsblatt. Kommende Woche beginnt die erste Welle der Entlassung von bis zu 5600 Mitarbeitern in Deutschland, auf die sich Geschäftsführung und Betriebsrat verständigt hatten.

„Wir haben einen guten Plan zur Reduktion von Kosten aufgelegt“, sagte Al-Saleh. Aber es sei noch zu früh, um abschließend zu beurteilen, ob die Telekom-Tochter damit wieder auf Wachstumskurs geführt werden könne. „Ein Erfolg oder ein Scheitern hängt davon ab, wie gut wir den Plan umsetzen.“

Für Al-Saleh ist ein Verkauf von Geschäftsbereichen nicht abschließend vom Tisch. „Wir können keine Möglichkeiten ausschließen“, sagte der Manager. „Wir setzen alles daran, T-Systems fit für die Zukunft und wettbewerbsfähiger zu machen. Unser Ziel ist Wachstum, nicht der Verkauf von Geschäftsbereichen.“

Das ganze Interview lesen Sie hier:

 Herr Al-Saleh, Sie haben sich mit dem Betriebsrat auf den Abbau von bis zu 5600 Stellen verständig. Sind Sie mit der Einigung zufrieden?
Absolut, die viele Arbeit hat sich für beide Seiten ausgezahlt.

Reicht das Sparprogramm aus?
Das wird sich zeigen. Wir haben einen guten Plan zur Reduktion von Kosten aufgelegt. Es gibt genaue Ziele für die nächsten Jahre. Ein Erfolg oder ein Scheitern hängt davon ab, wie gut wir den Plan auch umsetzen.

Sie haben die heiße Phase der Verhandlungen mitten in die Ferienzeit gelegt. Viele Gewerkschaftsvertreter aus dem Konzern waren in dieser Zeit im Urlaub. War das Absicht?
Nein. Wir haben mit den Planungen im Januar begonnen und standen schon seit dem März und April im intensiven Austausch mit den Arbeitnehmervertretern. Anfangs hatten wir noch keine ganz genaue Vorstellung über unser Vorgehen. Wir sind dann im Sommer in besonders intensive Verhandlungen eingetreten, so ergibt sich dieser Zeitraum.

Ist ein Verkauf von Teilen von T-Systems damit vom Tisch?
Wir können keine Möglichkeiten ausschließen, die Zukunftsperspektiven beinhalten. Das Thema hat aber derzeit überhaupt keine Priorität für uns. Wir setzen alles daran, T-Systems fit für die Zukunft und wettbewerbsfähiger zu machen. Unser Ziel ist Wachstum, nicht der Verkauf von Geschäftsbereichen.

Jetzt stehen Sie vor der nächsten Herausforderung: Wie wollen Sie Wachstum generieren?
Wir setzen Stück für Stück unseren Plan um. Zunächst müssen wir Kosten senken. Aber gleichzeitig werden wir auch massiv in Wachstumsbereiche investieren.

Welche genau?
Wir haben elf Geschäftsbereiche definiert, etwa die Hälft davon wächst. Dazu gehört etwa das Geschäft mit IT-Sicherheit, Anwendungen für das Internet der Dinge, Cloud-Dienste und auch der Gesundheitssektor.

Gesundheit ist für Sie ein neues Geschäftsfeld. Das war bisher noch nicht in der Form vorgesehen?
Der Fokus auf Anwendungen für den Gesundheitssektor ist neu. Es ist ein noch sehr junges Feld für uns. Deshalb definieren wir es auch noch nicht als eigenständigen Geschäftsbereich, sondern als ein Experimentierfeld. Wir wollen damit testen, welche Anwendungen unsere Kunden brauchen und wie wir uns gewinnbringend auf dem Markt positionieren können.

IT-Sicherheit soll ein zentrales Wachstumsfeld für Sie werden. Vor einigen Tagen hat Microsoft den Vertrieb der „Deutschen Cloud“ mit T-Systems eingestellt. Das klingt nach einem herben Rückschlag. Hat Sie der Schritt überrascht?
Nein, wir sind seit langer Zeit in intensivem Austausch mit Microsoft. Es ist schade, dass Microsoft dieses Angebot nicht weiterführen will. Aber wir bieten viel mehr als nur dieses eine Produkt an. Für uns geht es nicht nur darum, dass Daten in Deutschland bleiben. Das ist nur ein Aspekt unseres Sicherheitskonzeptes.

Sondern?
Wir haben mehr als 1400 Sicherheitsexperten, die genau wissen, wie geschützte Netzwerke und Sicherheits-Programme aufgebaut sein müssen. Sie sind auch Experten für die Vorschriften in Deutschland, wie die Datenschutzgrundverordnung. Zudem haben wir mit dem Cyber Defence und Security Operation Center in Bonn eines der größten Cyberabwehrzentren in Europa.

Können Sie auch weiterhin Ihren Kunden Lösungen anbieten, die das Office-Paket umfassen?
Natürlich. Mehr als die Hälfte unserer Kunden hat bisher schon die internationale Version von Office 365 bezogen. Das geht weiter. Wir sind einer der wichtigsten Vertreiber von Microsoft Office in Deutschland.

Nun können sich Ihre Kunden aber nicht mehr sicher sein, dass Daten in Office auch vor einem fremden Zugriff außerhalb Deutschland geschützt sind, oder?
Wir haben auch bisher Kunden eine Wahl gegeben, ob sie das geschützte, deutsche Modell oder das internationale Modell vorgezogen haben. Die Nachfrage nach dem internationalen Modell war größer, als die nach dem deutschen Modell. Das ist der Grund für den Rückzug von Microsoft aus der Zusammenarbeit.

Aber sind Kunden bereit, auch für mehr Sicherheit zu bezahlen?
Absolut, das hängt schlichtweg davon ab, wie schützenswert Sie Ihre Daten einstufen. Es gibt schon lange nicht mehr eine Lösung für alle Datenschutzklassen.

Als T-Systems kümmern Sie sich um Großkunden, während die Telekom Deutschland etwa für Mittelständler zuständig ist. Müsste diese Unterscheidung nicht aufgelöst werden, damit Sie ein besseres Geschäft machen können?
Diese Unterscheidung ist gewachsen. Ich sehe keine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern. Mittelständler erwarten andere Dienste als ein Dax-Konzern. Entsprechend können wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen. Gleichzeitig besteht natürlich die Möglichkeit, dass Produkte von unserem Sicherheitsteam bei T-Systems auch von Telekom Deutschland an Mittelständler in der Bundesrepublik verkauft werden.

Herr Al-Saleh, vielen Dank für das Interview.

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