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Interview W. Petersen: Schlechtes Benehmen ist erlaubt

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Was hat denn Ihr alter Lateinlehrer dazu gesagt?

Das war eine Riesensache damals, ich bin aufs Johanneum in Hamburg gegangen, ein klassisch-humanistisches Gymnasium. Und als „Troja“ rauskam, hat die gesamte Schule ein Kino gemietet und sich den Film angeguckt. Die waren natürlich stolz, dass ein ehemaliger Schüler diesen Film gemacht hatte. Ich habe in der Schule auch Griechisch gelernt und die Ilias auch im Original gelesen, von daher schloss sich da für mich ein schöner Kreis. Ich versuche, so etwas durchsickern zu lassen, wann immer es geht. Aber es wird immer schwieriger, da hat sich viel verändert im Filmgeschäft. Die großen Hits sind jetzt Spielzeug-Adaptionen wie „Transformers 2“ oder jetzt „G.I. Joe“, nur noch Puppen, Videospiele und Roboter.

In den meisten Ihrer Filme bietet sich das aber auch nicht. Sie drehen meistens Action-Streifen.

Na ja, ich versuche es halt trotzdem. „Uprising“, mein nächster Film, der 2011 in die Kinos kommt, beschäftigt sich mit der Okkupation der Erde durch Aliens, die Problematik einer Besatzung. Das wurde so noch nie gezeigt

.

Seit 2003 hat sich die Anzahl der Spielfilmproduktionen in Hollywood halbiert. Jetzt will Arnold Schwarzenegger die Filmindustrie subventionieren.

Hätte er nur mal früher damit angefangen. Wenn er diese Zuschüsse und Subventionen früher initiiert hätte, wäre verhindert worden, dass die ganzen Produktionen abwandern. Das ist nicht passiert. Heutzutage kann man keine Spielfilme mehr hier in Los Angeles drehen. Es ist einfach zu teuer geworden. Man geht nach New Mexico oder Louisiana, oder man geht nach Massachussetts oder nach Kanada, und spart dadurch Millionen und Abermillionen. Das ist ein ganz düsteres Kapitel. Zusätzlich zu den vielen Problemen, die Kalifornien hat, werden so noch zigtausende Arbeitslose aus der Filmindustrie dazukommen. Es ist einfach absurd. Hier hat sich über Jahrzehnte hinweg eine unglaubliche Industrie entwickelt, haben sich Spezialisten angesiedelt, du findest die besten Teams hier, die besten Talente, und die Filme werden dir weggenommen, und die Leute stehen auf der Straße. Das ist ein Skandal.

Warum wurde das nicht früher erkannt?

Da gibt es speziell bei den Republikanern ein Vorurteil gegen die Filmindustrie, die sagen: Hey, Hollywood geht es doch gut, das ist eine Glamour-Industrie, die wohnen alle in herrlichen Villen, fahren große Autos, warum sollen wir also Hollywood unterstützen? Ich jedenfalls kann schon mal davon ausgehen, dass ich meinen nächsten Film nicht in Los Angeles drehen kann.

Haben Sie noch Kontakte zur deutschen Filmindustrie?

Aber ja, ich bin häufiger in Deutschland und treffe mich mit Bernd Eichinger, Günther Rohrbach, Uli Edel, also den ganzen Gefährten von früher eben. Ich werde auch verstärkt versuchen, deutsche Projekte zu realisieren, nicht unbedingt als Regisseur, aber als Produzent, einfach auch um diese Brücke in die alte Heimat wieder mehr zu benutzen.

Gibt es schon konkrete Pläne?

Zusammen mit Pro Sieben mache ich einen großen Zweiteiler, eine Abenteuergeschichte, die voraussichtlich im nächsten Jahr gedreht wird. Dann produziere ich einen Dreiteiler, wahrscheinlich in Berlin, eine sehr deutsche, epische Geschichte. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen. Aber das wird ein großes Prestigeprojekt. Und dann arbeite ich auch noch an einer action-geladenen Fernsehserie für Deutschland.

Das Interview führte Helmut Werb.

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