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iPhone-Hersteller Apples Einzelhandelschefin Ahrendts geht

Angela Ahrendts räumt nach fünf Jahren ihren Posten. Ihr Rücktritt fällt in eine Zeit, in der Apple einen Ausweg aus der iPhone-Krise sucht.
Update: 06.02.2019 - 04:35 Uhr Kommentieren
iPhone-Konzern: Angela Ahrendts verlässt Apple Quelle: dpa
Angela Ahrendts

Eine Begründung für den Abgang von Angela Ahrendts gab Apple nicht bekannt.

(Foto: dpa)

San FranciscoDie Kunden im Apple-Store direkt gegenüber der kreisrunden Hauptzentrale in Cupertino verweist die Apple-Verkäuferin gern an ihre „Freunde“ weiter hinten im Laden. Diese „Freunde“, nicht etwa die „Kollegen“, könnten helfen, das passende Armband zur Apple Watch auszusuchen.

Natürlich wird der Kunde bei Apple nicht von Verkäufern bedient. Die Apple-Geschäfte sind schließlich auch mehr als bloße Warenhäuser. Bei gutem Wetter öffnet Apple die 13 Meter hohen Glastüren im Store am Union Square in San Francisco. Davor laden Pflanzenkübel mit kreisrunden Sitzen zum Verweilen ein.

Apple will mitten im Leben seiner Kunden ankommen, selbst bei denen, die es sich nicht leisten können. Glaskathedralen statt Produkthallen, offene „Town Squares“ und Plazas, an denen Apple Foto-Kurse und Musik-Events anbietet. Apples Einzelhandelschefin Angela Ahrendts prägte die Ästhetik der mehr als 500 weltweiten Apple-Läden und seiner 70.000 Mitarbeiter.

Nach fünf Jahren bei Apple verlässt die 58-Jährige nun aber den kalifornischen Konzern. Wie es heißt, strebt sie „neue persönliche und berufliche Ziele“ an. Die langjährige Ex-Chefin des britischen Luxuslabels Burberry geht bereits im April. Der Zeitpunkt erscheint überraschend. Schließlich kommt es gerade jetzt auf die richtige Verkaufsstrategie für das iPhone an.

Apple hat in einigen Ländern, zum Beispiel in China, große Schwierigkeiten. Zum Verkaufsstart des neuen iPhone XS blieb der erwartete Ansturm in vielen Geschäften aus. Die chinesischen Verkaufszahlen sanken um 22 Prozent und zerrten das gesamte Konzernergebnis herunter.

Ein weiteres Problem: Statt wie gewohnt zur nächsten Gerätegeneration zu greifen, sparten sich viele Kunden das Update. Apple erhöhte die Preise zuletzt im Herbst um 23 Prozent. Der Preis stieg um stattliche 23 Prozent und betrug in der Spitze 1635 Euro. Vielen war das zu teuer.

„Apple kommt in eine kritische Phase“, sagt der Analyst Dan Ives von der Investmentfirma Wedbush Securities aus Los Angeles. „Die Nachfrage im Handel wieder anzufachen wird entscheidend dafür sein, Apple wieder auf die Erfolgspur zu bringen.“ Diese Aufgabe übernimmt nun Deirdre O’Brien, die bisherige Personalchefin.

O'Brien ist schon seit 30 Jahren bei Apple. Bevor sie zur Personalchefin ernannt wurde, leitete sie die Abteilung, die die Nachfrage nach Apple-Produkten vorhersagt und für zeitgemäße Belieferung der Einzelhandelskanäle sorgt.

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