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iPhone-Nutzung Der günstigere Akkuaustausch könnte Apple Milliarden Dollar gekostet haben

Apple gibt selten Rabatte – beim Akkuaustausch machte der Konzern im vergangenen Jahr aber eine Ausnahme. Das könnte ihn Milliarden gekostet haben.
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Apple: Der Akkuaustausch könnte Milliarden Dollar gekostet haben Quelle: Reuters
iPhone-Akku

Apple bot im gesamten Jahr 2018 ein Programm für den Akkuaustausch an.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfApple schockierte die Börsen kurz nach dem Jahreswechsel mit einer Warnung: Der Umsatz im Weihnachtsgeschäft dürfte deutlich niedriger ausgefallen sein als erhofft, teilte der Konzern den Aktionären mit. Vorstandschef Tim Cook verwies auf die schwierige Lage in China, die ungünstigen Wechselkurse – aber auch auf ein Akku-Austauschprogramm.

Nun sickert durch, dass dieses Angebot Apple womöglich Milliarden gekostet hat. Der einflussreiche Blogger John Gruber berichtet auf seinem Portal „Daring Fireball“, dass 2018 rund elf Millionen iPhone-Nutzer den Energiespeicher austauschen ließen, nicht wie erwartet ein bis zwei Millionen. Die Zahl sei bei einer Mitarbeiterversammlung kommuniziert worden. Apple kommentierte die Zahl auf Anfrage nicht.

Wie viele dieser Kunden statt des Tauschs ein neues iPhone angeschafft hätten, lässt sich zwar nicht sagen. Die folgende Modellrechnung aber zeigt, um welche Größenordnung es geht. Wenn zwei Millionen Nutzer ein neues Gerät zum durchschnittlichen Verkaufspreis von zuletzt knapp 800 Dollar gekauft hätten, wäre der Umsatz im Geschäftsjahr um rund 1,6 Milliarden Dollar Umsatz höher ausgefallen.

Derartige Kalkulationen lassen die verfehlte Prognose weniger dramatisch wirken. Daher ist es vielleicht kein Zufall, dass die Zahl über John Gruber publik wird, der dem Konzern nahe steht – die Nachrichtenagentur Bloomberg bezeichnete ihn einmal als „Apples liebsten Blogger“.

Zur Einordnung: Apple erwartet, dass sich der Umsatz von Anfang Oktober bis Ende November auf 84 Milliarden Dollar belief – zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts lag die Prognose noch bei 89 bis 93 Milliarden Dollar, also eine Abweichung um mindestens fünf Milliarden Dollar.

Die hohe Abweichung kann der Akkuaustausch allein indes nicht erklären, wie Apple-Blogger Gruber betont. „Das Programm lief das ganze Jahr, selbst wenn es beliebter war als ursprünglich von Apple erwartet – warum wurde es in der Prognose Anfang November nicht berücksichtigt?“

Der Blogger vermutet, dass die Auswirkung erst offenkundig wurde, als die neuen Modelle XR und XS auf den Markt kamen. Ein paar Millionen zusätzliche Nutzer, die nach dem Austausch mit der Leistung ihrer alten Geräte zufrieden sind und auf ein Upgrade verzichten, hätten das Ergebnis beeinträchtigt.

Apple bot im gesamten Jahr 2018 ein Programm für den Akkuaustausch an. Nutzer älterer Modelle ab dem iPhone 6 konnten den Energiespeicher für 29 Euro statt 89 Euro ersetzen lassen. Es handelte sich um eine einmalige Aktion, zum Jahreswechsel sind die Preise wieder gestiegen.

Anlass für die Aktion war Kritik an der Geschäftspolitik von Apple. Ein Update fürs Betriebssystem iOS drosselte im Hintergrund Geräte mit alten oder beschädigten Batterien, um Lastspitzen zu vermeiden, die zu einer plötzlichen Abschaltung führen konnten. Dadurch reagierten sie jedoch deutlich langsamer. Ein Dienstleister, der die Leistung von Smartphones verglich, machte diese Praxis öffentlich.

In den USA musste sich Apple mit mehreren Verbraucherklagen auseinandersetzen. Die Kläger argumentierten, dass der Konzern sie mit der Drosselung zum Kauf neuer Geräte verleitet habe, anstatt diese mit einem neuen Akku für eine längere Nutzung zu rüsten. Apple-Chef Cook bestritt das.

Mit dem Austauschprogramm ermöglichte Apple den Kunden, das Problem vergleichsweise günstig zu beheben. Zudem führte der Konzern mit dem Update auf iOS 11.3 die Möglichkeit ein, den Zustand des Akkus zu überprüfen und die Drosselung händisch auszuschalten.

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