IPO in Hongkong Chinas Smartphone-Konzern Xiaomi enttäuscht beim Börsendebüt

Der weltweit viertgrößte Smartphone-Produzent erlöste bei seinem Börsengang 4,72 Milliarden US-Dollar – und liegt damit hinter den Erwartungen der Analysten.
Update: 09.07.2018 - 08:55 Uhr Kommentieren
Xiaomi-Chef Lei Jun (rechts) beim Börsendebüt in Hong Kong. Quelle: AFP
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Xiaomi-Chef Lei Jun (rechts) beim Börsendebüt in Hong Kong.

(Foto: AFP)

HongkongEin bisschen nervös wirkte der Xiaomi-Gründer und Unternehmensvorsitzende Lei Jun schon, als er an diesem Montag auf die Bühne der Börse in Hong Kong ging. Er grinste tapfer, im Raum hatten sich etwa 300 Journalisten, Mi-Fans und Trader versammelt. „Tausendprozentig aufgeregt” sei er, sagte Lei.

Grund dafür ist der Börsengang des Smartphone-Produzenten. Obwohl der führende Aktienindex in Hong Kong, der Hang Seng Index, zum Handelsstart um 1,3 Prozent zulegte, gab das Xiaomi-Papier um 2,9 Prozent nach. Im Verlauf erreichte die Aktie ein Tief von 16,50 Hongkong-Dollar nach einem Ausgabepreis von 17,00 Hongkong-Dollar. Xiaomi konnte seine Aktien lediglich am unteren Ende der Preisspanne losschlagen, die bis 22,00 Hongkong-Dollar reichte.

Der weltweit viertgrößte Smartphone-Produzent erlöste bei seinem Börsengang 4,72 Milliarden US-Dollar. Damit bleibt Xiaomi hinter den Erwartungen zurück.

Nach Ansicht von Lei hat der Handelsstreit zwischen den USA und China den Börsengang erschwert. Am Freitag erhoben die USA Zölle auf chinesische Warenimporte im Volumen von 34 Milliarden US-Dollar, woraufhin China Vergeltungsmaßnahmen im selben Umfang ergriff. „Gute Unternehmen setzen sich dennoch durch“, gab sich Lei dennoch optimistisch.

Anfangs hatten Analysten Xiaomis Börsengang als den größten seit Alibaba angepriesen. Zwischenzeitlich erwarteten sie Einnahmen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar.

Xiaomi schrieb im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen: Der Verlust summierte sich auf umgerechnet 5,75 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg hingegen um 67,5 Prozent auf 15 Milliarden Euro. Xiaomi lockt Kunden mit vergleichsweise günstigen Smartphones und setzt damit auch Samsung Electronics und Apple unter Druck.

Besonders in Indien, dem zweitgrößten Smartphone-Markt der Welt, hat das Unternehmen einen Erfolg verbuchen können. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres überholte Xiaomi den dort bisherigen Marktführer Samsung und besetzt nun rund 31 Prozent des Smartphone-Marktes in Indien.

Xiaomi, was auf Chinesisch Hirse bedeutet, wurde vor acht Jahren von Lei, einem studierten Computerwissenschaftler, in Peking gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 15.000 Mitarbeiter, ist in 74 Ländern vertreten und der viertgrößte Smartphone-Hersteller der Welt mit einem globalen Marktanteil von 8,4 Prozent.

Aufgrund seines weißen, sauberen Designs wird Xiaomi von einigen Beobachtern auch das das „chinesische Apple“ genannt. Ähnlich wie die amerikanische Marke besitzt es ein eigenes Tech-Ökosystem. Aber anders als sein US-amerikanischer Konkurrent stellt Xiaomi neben PCs, Laptops und Mobiltelefonen auch Haushaltswaren wie Kissen, Reiskocher und Luftfilter her.

Der größte Unterschied zwischen Xiaomi und Apple ist laut Marktforscher Jia Mo der Preis. Während Apple den Premiumsektor abdeckt, vertreibt Xiaomi eine preiswerte Serie namens Redmi, dessen Preisspanne zwischen 100 bis 200 US-Dollar liegt. Mobiltelefone der sogenannten Mi-Serie sind für 600 US-Dollar aufwärts zu haben.

Laut Prospektveröffentlichung hat Xiaomi vor, 40 Prozent der durch den Börsengang erzeugten Kapitaleinnahmen für die globale Expansion einzusetzen. Bis 2019 will Xiaomi weltweit 2000 Läden betreiben, von denen nur rund die Hälfte in China sind.

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