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Israelische Start-ups Israels Einhörner kommen nach Deutschland

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Berlin will sich als erste Anlaufstelle etablieren
Diese deutschen Technologie-Marken sind zukunftssicher
Made in Germany
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Das Image der deutschen Ingenieure hat durch den Dieselskandal gelitten. Doch etliche Technologie-Marken genießen weiterhin einen exzellenten Ruf - und gelten als besonders zukunftsfähig. Das zeigt die Studie „Made in Germany 4.0“ der Markenberatung Brandtrust. Die Berater haben dafür rund 70 Top-Manager, sowie 3.300 Kunden und Einkäufer befragt.

(Foto: dpa)
Kriterien
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Bewertet wurden 33 deutsche Marken nach zehn Kriterien: Der Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, der Adaptionsfähigkeit. der Anfälligkeit für Trends. der gesellschaftlichen Relevanz. der Unverzichtbarkeit für die Kunden, dem Markenerlebnis, der Fähigkeit, die Kunden zu Markenbotschaftern zu machen, dem Stolz der Mitarbeiter, der Fähigkeit, den Absatz kontinuierlich auszubauen - und der Bekanntheit. Die Überraschung: deutsche Premiumautobauer wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes landen dabei nur im Mittelfeld. "Deutsche Automobilhersteller sind zu langsam darin, die etablierten Marken mit neuen Geschäftsmodellen aufzuladen", erklärt Studienautor Jürgen Gietl.

(Foto: dpa)
Platz 10 - Festo - 66,4 Punkte
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Den Auftakt in die besten Zehn macht der schwäbische Automatisierungstechniker Festo. Weltweit hat das Unternehmen 17.800 Mitarbeiter und verfügt offenbar über ein großes Vertrauen bei Topmanagern, Einkäufern und Kunden. Nicht nur das "Bionic Kangaroo", das Festo auf der Hannover Messe 2014 präsentierte, dürfte damit in den kommenden Jahren große Sprünge machen.

(Foto: dpa)
Platz 9 - Siemens - 67,7 Punkte
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Der bestplatzierte Dax-Konzern im Ranking kommt aus München. Etwas überraschend, da Siemens turbulente Jahre hinter sich hat. Doch bei den Geschäftskunden schneidet Siemens weiterhin gut ab. "Siemens hat als erstes Technologieunternehmen überhaupt seine Marke systematisch entwickelt. Eine über so viele Jahre so stark aufgebaute Marke machen ein paar Managerverfehlungen so schnell nicht kaputt", erklärt Studienautor Gietl.

(Foto: dpa)
Platz 8 - B.Braun - 68,4 Punkte
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Der Medizintechnikherstellers B. Braun aus Melsungen scheint für seine Kunden unverzichtbar und erreicht hier Spitzenwerte. Dass die Hessen ihre Premiumpreise auch bei hohem Volumen durchsetzen können, spricht nach Ansicht der Studienautoren für ein zukunftssicheres Geschäft.

(Foto: dpa)
Platz 7 - Bosch - 68,5 Punkte
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Wenn Bosch einen neuen Forschungscampus eröffnet, dann kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Die Schwaben scheinen nach Ansicht der Brandtrust-Studie offenbar gut vorbereitet auf die Zukunft - vor allem weil der Zulieferer in etlichen Hochtechnologiebereichen führend ist.

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Platz 6 - Kuka - 69 Punkte
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Roboter von Kuka sind nicht nur für Volkswagen nahezu unverzichtbar. Die Augsburger sind in etlichen Technologiesparten vertreten und gelten nach Ansicht der befragten Kunden und Einkäufer darum als besonders zukunftsfähige Marke.

(Foto: dpa)

Ein Riesenthema in der Zusammenarbeit mit Deutschen sei Geschwindigkeit, meint Jeger: „In Deutschland wird ein Plan gemacht und dann präzise ausgearbeitet. In Israel wird gemacht, dem Kunden gezeigt und dann nachjustiert. Kunden sind von deutschen Unternehmen eine andere Herangehensweise gewöhnt. Doch wenn erst einmal das Verständnis da ist, dass in Beta-Tests noch nicht alle Dinge perfekt laufen, das Feedback dafür schneller ins Endprodukt einfließt, wissen Kunden diesen Ansatz zu schätzen.“

Deutsche seien weniger risikoaffin, meint Isseroff von Ironsource: „Die Deutschen sind nicht so von Einnahmen getrieben wie Israelis – hier geht Sicherheit vor.“ Das muss der Manager auch immer wieder seinen Kollegen zu Hause sagen, damit die im Verkaufsgespräch nicht unbedingt die risikoreichen Produkte aus dem Portfolio holen.

Dabei zieht besonders die deutsche Hauptstadt israelische Gründer an, weiß Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, die Wirtschafts- und Technologieförderung der Hauptstadt. „42 Prozent aller Berliner Start-ups werden nicht von Deutschen gegründet, viele Gründer kommen aus Israel – auch viel Risikokapital in der Stadt stammt von dort.“

Berlin Partner setzt auf verschiedene Initiativen, um Berlin als erste Anlaufstelle zu etablieren: „Wir laden regelmäßig Start-ups aus Israel ein, um in Berlin den kontinentaleuropäischen Markt anzusprechen – wir betten sie in Berliner Coworking-Spaces und Acceleratorenprogramme ein und bieten Dienstleistungen wie zum Beispiel die Unterweisung in Vertragsgestaltung, Arbeitsrecht oder für Fintechs Einführung ins Bankenrecht“, so Franzke. Vor knapp zwei Jahren wurde eine Start-up-Kooperation mit Tel Aviv ins Leben gerufen, sagt Franzke: „Ein Austausch, in dem deutsche und israelische Gründer das jeweilige Ökosystem kennenlernen sollen.“

Die israelische Metropole war vor zwei Jahren gemeinsam mit Berlin, New York und Paris Gründungsmitglied der Start Alliance. Ein Zusammenschluss, um Start-ups schneller zu internationalisieren und Berlin als Europas zentrale Anlaufstelle für den europäischen Markteintritt zu etablieren.

Um die Attraktivität des Standorts Berlin weiß auch Grischa Alroi-Arloser, Geschäftsführer der deutsch-israelischen Auslandshandelskammer: „Berlin steht aus unterschiedlichen Gründen sehr im Fokus von israelischen Touristen und Auswanderern. Es ist das New York Europas, erinnert in vielen Aspekten stark an Tel Aviv und hat ein sehr lebendiges jüdisches Leben. Im Rahmen dieser Anziehung sind auch Start-ups nach Berlin gegangen.“ Schätzungsweise bis zu 15.000 Israelis leben heute in der Hauptstadt.

Doch nicht nur Berlin will die Einhörner von sich überzeugen, weiß Alroi-Arloser: „Wer im Bereich von Onlinemarketing oder Apps aktiv ist, für den bietet sich Berlin natürlich an. Aber wenn es um KI, Fintech oder Hardware-Innovationen geht, dann ist man in anderen Städten vielleicht besser aufgehoben.“

Das findet naturgemäß auch Abteilungsleiter Eschenbaum bei der IHK Düsseldorf: „Wenn Deutschland in den Fokus israelischer Gründer rückt, dann müssen wir da ran und unsere zentrale Lage auf dem Kontinent als Vorteil nutzen.“ In Düsseldorf und der Metropolregion Rheinland säßen viele große Unternehmer und viele Mittelständler, was in Berlin so nicht der Fall wäre. Immerhin: Der israelische Fahrassistenz-Entwickler Mobileye, der in diesem Jahr von Intel für knapp 15 Milliarden US-Dollar übernommen wurde, hat seinen Deutschlandsitz in der Stadt am Rhein.

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