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IT-Branche Steter Tropfen höhlt den Stein

Weltweit werden Manager der IT-Branche demütig, wenn sie auf Apple angesprochen werden. Die Firma ist ein Meister des Innovations-Marketings und hat als es als einer von ganz wenigen Anbietern der Branche geschafft, bei der Kundschaft Gefühle hervorzurufen. Das gelingt in der technisch geprägten Gemeinde fast niemandem.
  • Hans Schürmann
Keine großen Innovationen - trotzdem beliebt: Die neuen Produkte von Apple. Quelle: ap

Keine großen Innovationen - trotzdem beliebt: Die neuen Produkte von Apple.

(Foto: ap)

DÜSSELDORF. Gerade jetzt in der Krise zeigt das Unternehmen aus Cupertino verstärkt Flagge - vielleicht auch, um von Steve Jobs? Krankheit abzulenken. Der legendäre Chef des Konzerns mit dem Apfel-Logo hat sich zu Jahresbeginn eine Auszeit genommen, um wieder gesund zu werden. Allein in den vergangenen drei Monaten hat Apple in kurzen Abständen mehr als ein halbes Dutzend Neuerungen präsentiert, und damit stets weltweite Aufmerksamkeit erlangt.

Eine Auswahl: Gleich im Januar hat der große Meister Jobs noch selbst das neue Macbook Pro vorgestellt. Das größte Notebook von Apple ist nun komplett aus Aluminium gefertigt, besitzt ein LED-hinterleuchtetes Display und ist mit den neuesten Prozessoren ausgestattet. Soweit nichts Besonderes. Doch die Apple-Ingenieure haben weiter gedacht: Der tragbare Rechner kommt bis zu acht Stunden ohne Stromversorgung aus - länger als die Batterien der Konkurrenz. Die Tüftler aus Kalifornien haben dafür einen speziellen Akku aus Lithium-Polymer-Zellen entwickelt.

Fast zu selben Zeit der nächste Coup: Der Einheitspreis im weltweit führenden Online-Musikshop iTunes fällt und mit ihm der Kopierschutz für die Lieder. Damit nicht genug: Ende Februar überrascht Apple mit einer überarbeiten Version seines Safari-Browsers. Der ist deutlich schneller als sein Vorgänger und einfacher zu bedienen. Er soll unter anderem den Zugriff auf iTunes erleichtern und den Datenaustausch zwischen PC und Musikspieler iPod optimieren.

Anfang März schon die nächste Ankündigung: neue iMacs. Die Tischrechner werden mit schnelleren Prozessoren und doppeltem Arbeitsspeicher ausgestattet. Kurz darauf, am 11. März, schrumpft Apple seinen iPod Shuffle auf die Hälfte seiner bisherigen Größe. Die Amerikaner integrieren in den Musikspieler erstmals eine Sprachsteuerung. Die Stimme informiert den Nutzer über die Wiedergabelisten und die gespeicherten Titel und ermöglicht, über die am Kopfhörerkabel angebrachte Steuerung zwischen den bis zu 1 000 gespeicherten Titel auszuwählen.

Durch einen Knopfdruck kann man Befehle ausführen, die Lautstärke regeln, zwischen Wiedergabelisten wechseln oder den Namen von Lied und Künstler ansagen lassen. Kaum ist die neue Nachricht von den Apple-Fans verdaut, lüftet Top-Manager Philip Schiller das Geheimnis über die nächste Generation der iPhone-Software und nährt damit die Spekulation über neue Apple-Handys im Sommer.

Das seien jedoch alles keine bahnbrechenden Innovationen, kritisiert Stephan Scholtissek, Deutschland-Chef der Beratungsfirma Accenture: "Apple will nur von der Krise ablenken." Allerdings sei es ein gutes Mittel, um Zuversicht zu verbreiten. Alleine das könnte die Stimmung verbessern, sagt Scholtissek. Und nicht zuletzt: Davon könnten deutsche Firmen lernen.

Früher hat Apple eher die großen Ankündigungen geliebt. Jobs hat zwei-, dreimal im Jahr einen Strauß von Produktverbesserungen präsentiert und ganz zum Schluss meistens eins drauf gesetzt und beispielsweise das iPhone aus der Tasche gezogen.

Betrachtet man den Apple-Kurs in den letzten Wochen, dann hat zwar keine der Ankündigungen große Sprünge erzeugt. Allerdings hat die kontinuierliche Berieselung auch nicht geschadet. Lag der Kurs im Januar noch bei 90 Dollar, ist er bis gestern auf über 105 Dollar geklettert.

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