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IT-Dienstleister Fusion von Fiducia IT und GAD geplatzt

Die Karlsruher Fiducia IT und die GAD aus Münster werden nicht fusionieren. Ein Treffen am Mittwoch blieb ergebnislos, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen.
04.07.2012 - 20:34 Uhr 13 Kommentare
Fiducia IT und GAD kommen wohl doch nicht mehr zusammen. Quelle: dpa

Fiducia IT und GAD kommen wohl doch nicht mehr zusammen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die beiden IT-Dienstleister der deutschen Genossenschaftsbanken kommen Kreisen zufolge einmal mehr nicht zusammen. Ein Treffen, das den Zusammenschluss der Karlsruher Fiducia IT und der GAD aus Münster zu Deutschlands viertgrößtem IT-Dienstleister noch retten sollte, blieb am Mittwoch ohne Ergebnis, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Nun sollten beide Firmen zunächst auf operativer Ebene weiterarbeiten. In die auf den letzten Metern ins Stocken geratenen Verhandlungen hatte sich auch der Präsident des Genossenschaftsbankenverbandes BVR, Uwe Fröhlich, eingeschaltet - vergeblich. GAD und Fiducia waren für Stellungnahmen nicht zu erreichen, der BVR wollte sich nicht äußern.

Maßgeblicher Streitpunkt war bis zuletzt die Bewertung der beiden Unternehmen. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von PwC hatte ein Wertverhältnis von 55 zu 45 zugunsten von Fiducia IT errechnet, bei einem Gesamtwert von mehr als 800 Millionen Euro.

Fiducia hatte auf einen größeren Anteil an der geplanten Unigeno AG gehofft, die maßgeblich mit dem Fiducia-IT-System arbeiten sollte. Fiducia hatte für das abgelaufene Jahr einen Umsatz im Konzern von 708 Millionen Euro gemeldet, GAD 699 Millionen Euro. Die Hauptversammlungs-Beschlüsse, die für die Fusion nötig gewesen wären, waren wegen der Hängepartie bereits verschoben worden.

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    Zu der Fusion hatte es seit rund sechs Jahren mehrere gescheiterte Anläufe gegeben - doch so weit waren die Partner noch nie gewesen. Mit dem Zusammenschluss sollen von 2018 an 125 Millionen Euro im Jahr eingespart werden. 800 Stellen - rund 20 Prozent - standen zur Disposition.

    • rtr
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    13 Kommentare zu "IT-Dienstleister: Fusion von Fiducia IT und GAD geplatzt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das peinlichste Figur bei diesem "Fusionsgezerre" war und ist Herr Fröhlich:
      Schon seit Jahren behauptet Herr Fröhlich, die Fusion würde von den Mehrheit der Eigentümer gewünscht, was ganz eindeutig nicht stimmt, zumindest nicht um jeden Preis. Dann spielt er sich zum großen potentiellen Retter der Fusion auf (an sich schon ein unglaublicher Vorgang)und glänzt in seinen Vermittlungsversuchen nur durch das Ignorieren aller Fakten. Dieser Mann ist für den Verband einfach nicht mehr tragbar. Das ganze Gezerre um die Fusion hat im Grunde nur eines gebracht: Die Verschwendung von Ressourcen, die in beiden Häusern dringend gebraucht werden.

    • Schon mal gegengerechnet, was es kostet (an Zeit, Geld, Personal, Ausfallzeiten, ....), wenn ein paar hundert Banken auf ein komplett neues System umsatteln?
      Und was bekommt man dafür? Im Idealfall (wenn man all diese Kosten und Schwierigkeiten wegignoriert) im Jahr ein paar tausend Euro Einsparungen.... beginnend in ein paar Jahren.
      Da könnte man mehr einsparen, wenn man kleinere Modelle für die Dienstwagen nimmt...

      Die "Vogelperspektive" lässt immer alles einfach, weil man sich ausreichend blind für die Komplexität stellt. Und hinterher geht das Heulen und Zähneklappern los.
      Wen die Eigentümer jetzt (nach gründlichem Hinsehen) den Eigentümern die Nachteile die Vorteile überwiegen, ist daran nichts auszusetzen und jeder, der das kritisiert, sollte gründlich überlegen, ob er wirklich so viel besser informiert ist.

    • Fiducia und GAD mit Apple und Mircosoft zu vergleichen finde ich - höflich ausgedrückt - ein wenig gewagt ...

    • Schade...

      der Margendruck wächst, die Volks&Raiffeisenbanken setzen sich dem Kostendruck weiter aus (auch die, die heute nicht dafür sind) weil z.B. zwei Banksysteme weiter-entwickelt werden müssen - und wem hilft das - den Wettbewerbern.

      Wer soll das denn bitte verstehen?


    • >> ...Der Druck von außen besteht ja weiterhin....
      >> ...Ich rechne kurz- bis mittelfristig trotzdem damit, daß die Fusion relativ bald stattfinden wird.

      Ich auch - leider.
      Was mich aber mal interessiert: Wie sieht eigentlich so ein "Druck" konkret aus, von dem in diesem Zusammenhang immer wieder die Rede ist? Wer übt ihn aus? Und auf wen? Welche Drohszenarien werden da eigentlich beschworen? ...
      Irgendwie finde ich das sehr merkwürdig, dass da anscheinend im Hintergrund irgendwer irgendwelche geheimen Fäden zieht.

    • Auch wenn alles im Moment vielleicht nicht so aussieht, so gehe ich davon aus, daß trotz des Scheiterns die Fusionsgedanken sich nicht so ohne weiteres wegzaubern lassen. Der Druck von außen besteht ja weiterhin. Man muß jetzt erst einmal den Verantwortlichen etwas Zeit lassen, sich die neue Situation einzuverleiben und zu überdenken. Dies wird nicht sehr lange andauern. Ich rechne kurz- bis mittelfristig trotzdem damit, daß die Fusion relativ bald stattfinden wird.

    • Selbst der stets artig lächelnde als Vermittler eingeschaltete BVR Präsident Fröhlich konnte die Genossenbanker nicht mehr auf Fusionskurs für eine GAD/Fiducia Verschmelzung bringen. Ein weiters Theater um "Fusionen" bei den Genossenbankern ist nun vorerst zu Ende. Bin gespannt, wann da mal wieder "Fusionen" angeblasen werden, man denke nur an das jahrelange Gezerre um die Fusion der WGZ mit der DZ Bank.

    • >> Hilfreich wäre eventuell, wenn sich in den nächsten Jahren die IT-Systeme auf natürlichen Weg weiter angleichen (verbessern).
      "Hilfreich" ist nur zu klären, wenn man vorher beantwortet: "Hilfreich WOZU?"
      Eine Verbesserung der IT-Systeme ist für natürlich per definitionem für ihre Nutzer hilfreich - aber ob das durch eine Angleichung geschieht, ist nicht unbedingt gesichert.
      Ist es dramatisch, dass Apple und Microsoft nebeneinander bestehen und sich gerade NICHT angleichen? Ist Konfektionsware wirklich immer besser als ein Maßanzug - vor allem, wenn die Nutzer im Wettbewerb bestehen müssen?
      Außerdem geht es ja nicht nur um die technischen Spezifikationen, sondern "besser" kann auch bedeuten: "Meine Bedürfnisse haben mehr Gewicht" oder "Ich bekomme immer einen Ansprechpartner" oder ...

      >> Nach erfolglosen Versuchen gehört mehr Mut dazu seine Meinung zu ändern, als ihr ewig treu zu bleiben.
      Stimmt - aber evtl. eben auch die Meinung "Fusion ist immer toll". :-P ;-)
      Wenn man auch nach 10 Versuchen immer noch nicht das Handy auf den Staubsaugerschlauch bekommen hat, sollte man vllt. kurz zurücktreten und sich fragen, ob das wirklich an der Dämlichkeit/Unwilligkeit/Feigheit/... von Staubsauger und Handy lag.

    • Hilfreich wäre eventuell, wenn sich in den nächsten Jahren die IT-Systeme auf natürlichen Weg weiter angleichen (verbessern). In der Folge nähern sich auch die Köpfe der Mitarbeiter in den GenoBanken an und es gibt nicht nur gewünschte Synergien, sondern auch einen natürlichen, risikolosen und fairen Umstellungsprozess für alle Beteiligten. Pflanzen wachsen auch von unten nach oben. Nach erfolglosen Versuchen gehört mehr Mut dazu seine Meinung zu ändern, als ihr ewig treu zu bleiben.

    • Eine Fusion, die von vorneherein Quatsch war, endgültig abzublasen, ist weder verkehrt noch peinlich.
      Da helfen auch illusorische "Synergie"-Versprechen nicht weiter. Und den angeblichen 120Mio/Jahr sollte man ebensowenig nachweinen wie vermeintlichen 800 "abgebauten" Arbeitsplätzen (schließlich hat keine der zahllosen Fusionen der letzten Dekade die Summe der Mitarbeiter der RZen wirklich reduziert).
      Eher schon all den vertanen Chancen und das verbrannte Geld der letzten Jahre, die mit ewigem Fusionshickhack verschenkt wurden. Jetzt traut sich garantiert niemand, die Kosten dieses ganzen "Prozesses" mal aufzustellen...

      Mal ehrlich: Was haben Kunden wirklich davon, einen Monopolisten zu schaffen, bei dem sie (höchstens) noch marginales Mitspracherecht haben? ... und was bringt einem wirklichen Marktvorteil: ein paar Millicent weniger an Transaktionskosten, oder ein passgenau und schnell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt, das die eigene Arbeit passgenau unterstützt?

      Gut, dass es vorbei ist. (auch wenn ich bei der dogmatischen Fusionsverliebtheit hierzulande nicht davon ausgehe, dass es von Dauer ist)

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