IT-Riese Apple beschäftigt Heer von Billiglöhnern - in den USA

Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt und erzielt Rekordgewinne. Doch die meisten Mitarbeiter profitieren nicht. Die Verkäufer schuften zu deutlich schlechteren Konditionen als bei der Konkurrenz.
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Viel Begeisterung, wenig Lohn: Arbeiten für Apple - Traumjobs oder Ausbeutung? Quelle: dpa

Viel Begeisterung, wenig Lohn: Arbeiten für Apple - Traumjobs oder Ausbeutung?

(Foto: dpa)

DüsseldorfBei Apple arbeiten: Für viele junge Menschen in den USA ist das ein Traum. Auf die ausgeschriebenen Stellen bei Apple ist der Andrang groß. Die Bewerber sind meist junge College-Absolventen, die wohl auch andere Jobs bekommen würden – doch ein Job bei Apple gilt als hip.

Für etwa 30.000 der rund 43.000 Apple-Beschäftigten zahlt er sich finanziell aber nicht aus. Den sie arbeiten in den Apple Stores, überwiegend als Verkäufer. „Ich verdiene 11,25 Dollar pro Stunde“, sagte der Verkäufer Jordan Golson der New York Times. „Ein Teil von mir denkt: ‚Das ist toll. Ich bin ein Apple-Fan, der Laden läuft richtig gut‘. Aber dann, wenn ich mir das Geld ansehe, welches das Unternehmen macht und dazu im Vergleich mein Gehalt – das ist schon hart“.

Kein anderes Retail-Geschäft in den USA macht so viel Gewinn pro Quadratmeter wie die 327 amerikanischen Apple Stores. Die Schmuckläden von Tiffany sind abgeschlagen auf dem zweiten Platz - mit nur rund halb so viel Gewinn pro Fläche. Verkäufer Golson hat davon nichts. Dabei hat er im vergangenen Quartal laut New York Times Apple-Gadgets im Wert von 750.000 Dollar verkauft - bei Margen von geschätzt 40 bis 60 Prozent bei Apple ein gutes Geschäft.

Apple ist typisch für die Technologie-Branche – eine Branche der Extreme beim Verdienst. Das gilt nicht nur im globalen Maßstab, wo Apple weithin für geringe Löhne bei den Zulieferern in China kritisiert wird. Dem Bericht zufolge verdient das Unternehmen pro Mitarbeiter fast 500.000 Dollar im Jahr. Das Gros davon aber profitiert davon aber nicht. Etwa 30.000 Mitarbeiter in den USA arbeiten in den Apple Stores – und viele davon verdienen nur etwa 25.000 Dollar im Jahr. Das sind umgerechnet nicht einmal 1.700 Euro Monatsverdienst bei Vollzeitarbeit.

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7 Kommentare zu "IT-Riese: Apple beschäftigt Heer von Billiglöhnern - in den USA"

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  • @Mr?Put: Apple beschäftigt bei foxconn niemanden. Foxconn ist ein eigenes Unternehmen das UNTER ANDEREM AUCH für Apple fertigt.
    Die selbstmordrate bei foxconn (400.000 Mitarbeiter) liegt unter der Quote von China. Deshalb sind die Selbstmorde zwar tragisch, lassen aber keinerlei weiteren Schlüsse zu.

  • Appel beschäftigt auch ein Zwangsheer von Billiglöhnern bei Foxconn in China und die Menschen springen vom Dach. 2006 wurden von der englischen Zeitung Mail on Sunday Vorwürfe gegenüber Foxconn erhoben, dass bei der Fertigung des iPod unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen.
    Jaaa aber, das hat sich ja nun alles toll gebessert, weil's irgendwie niemanden mehr interessiert, und wir können uns wieder beruhigt den Lärm in die Ohren schrauben. Wer's glaubt, wird selig.
    Und klaut alles beim Deutschen Design-Guru Dieter Rams.

    http://www.stern.de/digital/computer/apple-design-alles-nur-geklaut-1728472.html

    Deutsche UFO - geklaut.
    Deutscher Tarnkappenbomber - geklaut.
    Mondraketen - geklaut.

    Die Amerikaner haben jahrzehntelang von den geraubten Besitztümern aus Forschung, Wissenschaft und Technik profitiert, sagen die Historiker.

    Haben die Amis auch mal eine eigene Idee?


  • @Ensign - Entwickler (teils) und Seniors*) sind in Kalifornien sind sehr gut bezahlt. Handel kaum, nirgends mehr. Das hängt noch dazu von der Metropole ab usw... ist bei uns auch nicht anders. *) Freelancer Niveau in guten Zeiten aber für lange, aber nicht für ewig. Der Chancenraum ist größer - Wettbewerb, der geht nicht allein nach unten, in der Industrie, Handel und Service Business ginge die Spirale nach unten. Der Mensch hat soweit wieder keinen Einfluss, je nachdem was dominiert - Maschine oder Mensch.

  • Verstehe ich gar nicht die Meldung. Auf anderen Seiten ist zu lesen, dass Apple Mitarbeiter Überdurchschnittlich verdienen und auch bald noch eine satte Gehaltserhöhung ansteht. Also liebes Handelsblatt: das war wohl nichts mit der schnellen Schlagzeile, um die Klicks nach oben zu treiben...

  • Lebe seit 6 Jahren in den USA und wer glaubt man kann ein 400 Million Volk derartig stereotyp darstellen unterstreicht leider die eigene Einfaelltigkeit. Schade, das Bild Deutschland ist in den USA sehr positiv. Jedem das seine.

  • dazu passt das hier noch:
    http://www.defeatthedebt.com/understanding-the-national-debt/how-much-do-we-owe/

  • „Deutsche Unternehmen beschäftigen Heer von Billiglöhnern - in der BRD“

    ... könnte die Überschrift genasuo gut lauten!
    Ich sehe da keine großen Unterschiede mehr, sind wir nicht alle Amerikaner.
    Baseballcappi auf'm Kopf, Abercrombie & Fitch auf der Haut, das Fressen kommt von McDonalds & Burgerking und gesprochen wird Denglisch.
    „It's cool man“ solange man es sich noch leisten kann.
    50 Millionen Amerikaner können es sich nicht mehr leisten und schlafen mittlerweile unter Brücken. Wenn das mal keine tollen Zukunftsperspektiven für die Bundesrepublik Deutschland und seine Bürger sind.
    Hauptsache „american way of life“, bis zum bitteren Ende!

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