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Jahreszahlen Alphabet übertrifft die Erwartungen, doch die Anleger schauen auf die Kosten

Das Werbegeschäft der Google-Mutter Alphabet boomt. Doch die ambitionierten Wetten auf die Zukunft bescheren dem Konzern nur rote Zahlen.
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Google-Mutter: Jahreszahlen von Alphabet übertreffen die Erwartungen Quelle: AP
Google

Das Anzeigengeschäft kletterte um 20 Prozent.

(Foto: AP)

San FranciscoDas ABC des Internets beginnt mit Alphabet. Weder die Kartellstrafen der EU-Kommission noch die Warnungen von Datenschützern oder Politikern ändern bisher etwas daran. Zwar geriet der Kurs des Alphabet-Konzerns 2018 zwischenzeitlich unter Druck, wie etwa nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke bei Google+. Doch die Jahreszahlen der Google-Mutter fallen blendend aus.

Der Alphabet-Umsatz für 2018 ist auf 136,82 Milliarden US-Dollar gestiegen. Allein im vierten Quartal kletterte er um 22 Prozent auf 39,28 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn lag bei 8,95 Milliarden Dollar oder 12,77 Dollar pro Aktie. Im Vorjahr hatte Alphabet noch einen großen Verlust eingefahren – wegen einer hohen Abschreibung durch die US-Steuerreform. Der Überschuss im gesamten Geschäftsjahr 2018 stieg von 12,7 Milliarden auf 30,7 Milliarden Dollar.

Mit dieser Bilanz hat Alphabet die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Aktie geriet nachbörslich trotzdem deutlich ins Minus und büßte zeitweise mehr als drei Prozent ein. Grund: Die hohen Ausgaben bereiten den Anlegern Sorgen.

Denn dem hohen Gewinn und dem satten Umsatzplus stehen auch kräftig gestiegene Ausgaben gegenüber. Die operative Marge sank angesichts höherer Investitionen und gestiegener Kosten auf 21 Prozent. Im vergleichbaren Vorjahresquartal hatte sie noch bei 24 Prozent gelegen.

2018 investierte Alphabet mehr als doppelt so viel Geld in die eigene Infrastruktur wie im Vorjahr. Ziel ist es, auch in Zukunft starkes Wachstum zu liefern. Aber ebenfalls sehr viel Geld steckt Alphabet beispielsweise in die eigenen Wetten auf Zukunftstrends, die getrennt vom Suchmaschinengeschäft der Tochter Google unter der Bezeichnung „andere Wetten“ geführt werden. So hat Alphabet beispielsweise den Roboterwagen-Entwickler Waymo gegründet.

Der operative Quartalsverlust dieser Zukunftsparte – in Abschluss passenderweise unter dem Schlagwort „Other bets“ (andere Wetten) zusammengefasst – wurde um über 77 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar ausgeweitet. Dabei stiegen die Erlöse hier lediglich um 17 Prozent an und trugen mit 154 Millionen Dollar nach wie vor kaum nennenswert zum Gesamtumsatz des Konzerns bei.

Doch das Werbegeschäft, Googles Lizenz zum Gelddrucken, boomt wie eh und je: Alphabets Anzeigengeschäft, mit dem das Unternehmen vergangenes Quartal 83 Prozent aller Konzernumsätze einbrachte, kletterte um 20 Prozent. Das Werbegeschäft spielt den Großteil der Erlöse des Konzerns ein.

Doch Alphabet setzt zunehmend auf Alternativen wie den boomenden Markt für Cloud-Services mit Speicherplatz und IT-Diensten im Netz. Um dort nicht von den Rivalen Amazon und Microsoft abgehängt zu werden, fließt viel Geld etwa in Datenzentren und andere Tech-Infrastruktur.

Das trug 2018 zu dem massiven Anstieg der Investitionsausgaben um 102 Prozent auf 25,1 Milliarden Dollar bei. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen die Zahl der Cloud-Kunden mit Mehrjahresverträgen verdoppelt, sagte Google-Chef Sundar Pichai, ohne Details zu nennen.

Finanzchefin Ruth Porat freute sich über das starke Wachstum und kündigte zugleich an, angesichts „großartiger Gelegenheiten“ auch künftig „fokussierte Investitionen“ in Talente und Infrastruktur zu tätigen, um Nutzern, Werbekunden und Partnern weltweit weiter „außergewöhnliche“ Produkte zu liefern. In einer Konferenzschalte mit Investoren versicherte sie nach Vorlage der Bilanz aber, die Ausgaben aufmerksam im Blick zu behalten.

Mit Agenturmaterial

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