Jens Müffelmann Axel-Springer-Manager ging nach Belästigungsvorwürfen

US-Chef Jens Müffelmann hat Axel Springer in dieser Woche überraschend verlassen. Nun bestätigt der Konzern Vorwürfe der sexuellen Belästigung.
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Axel Springer: Jens Müffelmann ging nach Belästigungsvorwürfen Quelle: Axel Springer SE
Jens Müffelmann

Der Manager will in den USA in den Venture Capital/Private Equity-Bereich wechseln.

(Foto: Axel Springer SE)

Der Axel-Springer-Konzern gab in dieser Woche bekannt, sich von seinem leitenden Manager für das USA-Portfolio, Jens Müffelmann, zu trennen. Das Ausscheiden des langjährigen Mitarbeiters erfolge auf eigenen Wunsch, um sich neuen Aufgaben zu widmen, hatte es geheißen. Nun vermeldet das „Manager Magazin“, dass Müffelmann wegen sexueller Belästigung auffällig geworden sein soll.

Wie das Magazin schreibt, erfolgte die Trennung zwar in gegenseitigem Einvernehmen, aber nach Abschluss interner Untersuchungen gegen den Digital-Manager, der in den USA für Springers Beteiligungen (Business Insider, Group Nine Media) verantwortlich zeichnete. Zuvor hätten mehrere Mitarbeiterinnen des Medienkonzerns Übergriffe gemeldet. Müffelmann soll die Angestellten sexuell belästigt und herabgewürdigt haben. Ein Vorwurf lautete, er habe eine Mitarbeiterin bewusst und gegen ihren Willen am Gesäß berührt.

Gegenüber dem „Manager Magazin“ erklärte Müffelmanns Arbeitgeber: „Unsere Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass keine Gründe für eine außerordentliche Kündigung vorlagen. Wir haben dennoch das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen beendet.“ Er selbst habe sich auf Anfrage des Magazins bislang nicht geäußert.

Auslöser der Untersuchungen soll dem Bericht zufolge ein zuvor ebenfalls im „Manager Magazin“ erschienener Artikel über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz gewesen sein. In dem Stück wurde auch über einen namentlich nicht genannten Springer-Manager geschrieben, der Mitarbeiterinnen „unangemessene Komplimente“ gemacht wie auch eine Mitarbeiterin in einem Duty-Free-Shop gezielt am Po berührt haben soll. Die Personalabteilung des Konzerns habe nach diesen Vorfällen allerdings nichts unternommen und den Mitarbeiterinnen geraten, nichts zu unternehmen. Ansonsten, so heißt es, hätten sie ihre Karriere bei Springer vergessen können.

Gegenüber MEEDIA bestätigte eine Sprecherin die Darstellung des „Manager Magazins“. Dem Artikel zufolge sei CEO Mathias Döpfner unter Berufung auf Augenzeugen nach Erscheinen des ersten Artikels „außer sich“. Der Vorstand habe daraufhin beschlossen, die Anschuldigungen zu untersuchen und sich gegebenenfalls von Müffelmann zu trennen. Müffelmann galt als enger Vertrauter des CEOs.

Die Trennung gab Springer in einer relativ knappen Mitteilung Anfang dieser Woche bekannt. Auf gewöhnliche Floskeln, lobende wie dankende Worte des CEOs wurde verzichtet. MEEDIA schrieb unter Berufung auf Analysten-Bewertungen zunächst, dass die Zusammenarbeit mit Müffelmann strategische Gründe haben könnte.

Dieser Artikel ist zuerst bei Meedia.de erschienen, einem Unternehmen der Handelsblatt Media Group.

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