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Kabelnetzbetreiber zuversichtlich für Kartellverfahren Kabel Deutschland verringert Verlust

Nach der Übernahme durch Finanzinvestoren im vergangenen Jahr hat der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland am Montag erstmals Geschäftszahlen vorgelegt. Der deutsche Marktführer verringerte damnach im zweiten Quartal seinen Nettoverlust.

HB MÜNCHEN. Deutschlands führendender Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland (KDG) ist zudem für den Ausgang des Kartellverfahrens über den Zukauf der drei kleineren Mitbewerber Kabel BW, Ish und Iesy zuversichtlich. „Das Verfahren läuft sehr gut“, sagte Konzernchef Roland Steindorf am Montag im Gespräch mit Reuters. Zwar sei nicht vorherzusagen, wie das Bundeskartellamt entscheide. Er glaube aber, die Wettbewerbshüter könnten der Argumentation der KDG folgen. Die Bonner Behörde hat bis zum 7. Oktober Zeit für ihr Votum. Ab kommendem Montag will das Kartellamt eine vorläufige Entscheidung mitteilen, auf die die beteiligten Parteien dann nochmals reagieren können.

Im zweiten Quartal 2004 konnte KDG bei einem leichten Umsatzplus im Kerngeschäft den Verlust deutlich verringern. Finanzchef Paul Thomason kündigte an, der Konzern werde bei einer Genehmigung der Zukaufspläne voraussichtlich erneut an den Anleihemarkt gehen. Erwogen werde derzeit ein Bond über rund 850 Mill. €. KDG hatte im Juli bereits zwei Anleihen über 610 Mill. Dollar (rund 494 Mill. €) und 250 Mill. € begeben.

Kabel Deutschland will für 2,7 Mrd. € ish, iesy und Kabel Baden-Württemberg übernehmen. Damit würde mit über 17 Mill. Haushalten bundesweit - ähnlich wie bereits einmal unter dem Dach der Deutschen Telekom - wieder ein Monopol im Kabelnetz entstehen. Für die Wettbewerbshüter könnte dies hinnehmbar sein, wenn die KDG im Gegenzug das Kabelnetz aufrüstet und damit etwa im Bereich Breitband-Internet für mehr Konkurrenz zum Marktführer Telekom sorgen würde.

Derzeit testet die KDG Breitband-Internet-Angebote in Berlin, München, Bayreuth und Leipzig - weitere Projekte in Hamburg, Saarbrücken und Dresden sollen 2004 noch folgen. Steindorf sprach von aktuell rund 5800 Kunden. Branchenprimus Telekom verfügt über deutlich mehr als vier Mill. DSL-Kunden.

Mit Blick auf die Kabel-Aufrüstung sagte Steindorf, die KDG habe keineswegs von den Plänen für das Breitband-Internet Abstand genommen. Allerdins müsse der Konzern darauf achten, dass dies „ökonomisch sinnvoll“ geschehe. Binnen drei Jahren wolle KDG rund 350 bis 360 Mill. € in die gesamte Aufrüstung - also nicht nur Breitband-Interntfähigkeit, sondern auch Digitalisierung und Interaktivität - investieren.

Von April bis Juni steigerte die KDG den Kernumsatz geringfügig auf 254,7 (Vorjahr 253,0) Mill. €, während die nichtbetrieblichen Erlöse sanken. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg der Gewinn um fünf Prozent auf 103,2 Mill. €. Der Verlust unter dem Strich sank um mehr als drei Viertel auf 4,3 (19,4) Mill. €. Thomason sagte, er rechne für das vierte Quartal oder das Auftaktquartal 2005 mit dem Erreichen der Gewinnzone.

Im Geschäft mit Digital-TV konnte KDG bis Ende Juni 90 000 Abonnenten gewinnen. Ein neues Programmpaket im Herbst solle für weitere Impulse sorgen, so dass er bis Jahrensende mit 220 000 bis 250 000 Kunden rechne, sagte Steindorf. KDG - und vor allem die geplante Fusion mit den kleineren Mitbewerbern - wird sowohl von dem PayTV-Anbieter Premiere als auch von den beiden privaten Sendergruppe RTL und Pro Sieben Sat1 mit Skepsis betrachtet. Sie befürchten, dass die KDG auf Grund der Marktmacht die Preise für den Zugang zu den Kunden diktieren und zudem womöglich selbst als Programmlieferant auftreten könnte.

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