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Kampfabstimmung Machtkampf um Freenet

Zwischen den Mobilfunk-Anbietern Drillisch und Freenet sind die Fronten verhärtet. Jetzt steht beim größeren Rivalen Freenet die Wahl des Aufsichtsrats an. Kommende Woche wird eine Kampfabstimmung erwartet.
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Das Verwaltungsgebäude des Telekommunikations-Dienstleisters Freenet im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf. Quelle: picture-alliance/ dpa

Das Verwaltungsgebäude des Telekommunikations-Dienstleisters Freenet im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Showdown in Hamburg: Es kracht wieder mal zwischen dem Mobilfunk-Discounter Drillisch und seinem deutlich größeren Rivalen Freenet. Im Zentrum des Machtkampfs steht diesmal die Neuwahl des Freenet-Aufsichtsrats kommende Woche. Drillisch, mit 22 Prozent größter Einzelaktionär von Freenet, will mit einem Gegenantrag drei eigene Kandidaten durchsetzen. Darunter befindet sich auch der frühere Drillisch-Chefkontrolleur Hartmut Schenk. Er soll den jetzigen Freenet-Aufsichtsratschef Maarten Henderson ersetzen. Drillisch hatte Henderson noch 2011 unterstützt.

Auf der Hauptversammlung am 9. Mai läuft alles auf eine Kampfabstimmung hinaus. Drillisch hat dabei keine schlechten Karten: Schon im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt wegen der niedrigen Präsenz die Mehrheit auf der Aktionärsversammlung. Aktionärsschützer schütteln angesichts des Streits den Kopf. „Es kann nicht richtig sein, dass ein Aktionär mit gut 20 Prozent die Hälfte der Kapitalseite besetzt“, sagte Dirk Unrau von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Bei mindestens 75 Prozent solle ohnehin ein Vertreter der freien Aktionäre im Aufsichtsrat sitzen. So tritt auch DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler zur Wahl an.

Es wäre nicht der erste Kampf um Freenet: Schon vor vier Jahren hatte sich Drillisch mit seinem damaligen Partner United Internet verbündet, um den mit rund 15 Millionen Kunden viertgrößten deutschen Mobilfunkbetreiber zu kaufen und zu zerschlagen. Nur ein geschickter Schachzug des damaligen Freenet-Chefs Eckhard Spoerr vereitelte die geplante Übernahme. Seitdem ist die Atmosphäre zwischen den beiden Mobilfunk-Unternehmen gespannt. Im Vorfeld der Hauptversammlung haben sich die Fronten weiter verhärtet.

„Henderson hat versucht, Drillisch aus dem Aufsichtsrat zu drängen“, so der Vorwurf von Drillisch-Chef Paschalis Choulidis. Henderson weist dagegen darauf hin, dass es ihm mit seiner Vorschlagsliste allein darum gegangen sei, unabhängige Kandidaten mit großer Erfahrung für die sechs Plätze auf der Kapitalseite vorzuschlagen. Er selbst will wieder antreten. „In einem funktionierenden Unternehmen ist es hilfreich, wenn alle Seiten gut zusammenarbeiten können“, sagte er dem Handelsblatt.

Aus Sicht von Freenet hat es daran in der Vergangenheit gemangelt. Die Hamburger werfen den bisherigen drei Drillisch-Abgesandten vor, nicht immer die Belange von Freenet im Auge gehabt zu haben. „Es hat immer potenzielle Interessenkonflikte gegeben. Drillisch ist schließlich auch Wettbewerber“, heißt es in Hamburg. So soll Aufsichtsrat Christof Aha die Drillisch AG als Jurist in einem Rechtsstreit mit der Deutschen Telekom vertreten haben, die wiederum einer der größten Geschäftspartner von Freenet ist.

Freenet und Drillisch kaufen beide von den vier deutschen Netzbetreibern - Deutsche Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus - Telefonminuten und Datenpakete und vermarkten diese unter eigenen Marken. Während Drillisch Discountangebote über das Internet verkauft, konzentriert sich Freenet auf Mobilfunkverträge mit höheren Umsätzen, die in eigenen Läden angeboten werden. Die Geschäftsmodelle würden sich nach Meinung von Experten ergänzen.

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1 Kommentar zu "Kampfabstimmung: Machtkampf um Freenet"

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  • Seit 15 Jahren die gleiche Leier zwischen Drillisch und Freenet. Wann vereinigen die sich endlich, um am Markt auch mal was zu sagen zu haben?

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