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Karriere-Netzwerk vor der Übernahme Was LinkedIn für Microsoft mitbringt

Der Verlust bei LinkedIn ist größer als erwartet. Das Karriere-Netzwerk überrascht jedoch beim Umsatz und den Nutzerzahlen. Für Microsoft und Xing könnten sich die LinkedIn-Zahlen als Blick in die Kristallkugel erweisen.
05.08.2016 - 07:34 Uhr
Das Karriere-Netzwerk Linkedin machte im abgelaufenen Quartal mehr Verlust als erwartet. Quelle: AP
Linkedin

Das Karriere-Netzwerk Linkedin machte im abgelaufenen Quartal mehr Verlust als erwartet.

(Foto: AP)

Mountain View Es war nicht mehr als eine lästige Pflichtübung: Eine trockene Mitteilung reichte LinkedIn für die Quartalsmeldung. Schon Mitte Juli hatte der Vorstand mitgeteilt, dass man angesichts der Übernahme durch Microsoft auf das traditionelle Analystengespräch verzichten werde. Nun kamen die nackten Zahlen, versehen mit dem Hinweis, es werde keine Prognosen für die kommenden Quartale geben. Warum auch?

Als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen wird LinkedIn zum Ende des Jahres Geschichte sein. Microsoft-Chef Satya Nadella hat die Mischung aus Social Network und Personal-Rekrutierungsplattform übernommen. Mit einem Kaufpreis von 26,2 Milliarden Dollar überbot er dabei Gegner wie Salesforce.com.

Nur eine Übernahme von Yahoo wäre größer gewesen, wenn sie denn geklappt hätte. Warum Microsoft die Gunst der Stunde nutzte und die größte Akquisition der Firmengeschichte durchzog, zeigt sich an den von LinkedIn so beiläufig gemeldeten Zahlen zum zweiten Quartal 2016.

Mit einem Umsatzwachstum von 31 Prozent auf 933 Millionen Dollar im Jahresvergleich macht LinkedIn den Fehltritt von Ende 2015 wieder wett, der die Aktie in den freien Fall geschickt hatte. Damals waren alle Erwartungen weit verfehlt worden. Anders im abgelaufenen Quartal.

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    Der Premium-Umsatz mit Mitglieder-Abos stieg um 21 Prozent auf 155 Millionen Dollar. Talent Solution, das Geschäft mit Personalabteilungen und Headhuntern, setzte mit 597 Millionen Dollar satte 35 Prozent mehr um. Solche Zahlen, kombiniert mit einem Nutzerwachstum um 18 Prozent auf 450 Millionen, hätten für einen mächtigen Kurssprung gesorgt, wäre der Kurs halt nicht durch die Übernahme festgenagelt.

    Wie gut LinkedIn dasteht, zeigt auch ein Vergleich mit dem deutschen Business-Netzwerk Xing, das ebenfalls am Donnerstag Ergebnisse vorzeigte. Xing liegt zwar beim Gewinn vorne: Einem Nettogewinn von 6,4 Millionen Euro beim deutschen Netzwerk steht im zweiten Quartal bei LinkedIn ein Nettoverlust von 119 Millionen Dollar gegenüber.

    Doch obwohl Xing noch wesentlich kleiner ist, schaffte der deutsche Konkurrent im zweiten Quartal 2016 verglichen zum Vorjahr nur ein Umsatzwachstum von rund 20 Prozent auf 36 Millionen Euro. Zudem meldet Xing in den ersten sechs Monaten nur 882.000 neue Mitglieder auf insgesamt 11,1 Millionen international. LinkedIn hat dagegen seit Jahresbeginn 36 Millionen neue Konten angelegt.

    Das sind die größten Internetunternehmen der Welt
    Platz 10: Salesforce
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    Das Unternehmen bietet Cloud-Dienste für Unternehmen und ist damit sehr erfolgreich: Zuletzt erhöhte der SAP-Rivale seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 8,2 Milliarden Dollar.

    Börsenwert: 57 Milliarden US-Dollar*

    *Stand: Mai 2016

    (Foto: Reuters)
    Platz 9: Ant Financial
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    Ant Financial gehört zum chinesischen Firmenkonglomerat Alibaba. Der Konzern betreibt die Bezahl-Plattform Alipay, die –ähnlich wie Paypal– die Abwicklung des elektronischen Zahlungsverkehrs ermöglicht. Die Credit Suisse schätzt, dass rund 58 Prozent der Online-Zahlungen in China über die Plattform laufen.

    Börsenwert: 60 Milliarden Dollar

    (Foto: Reuters)
    Platz 8: Baidu
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    Das chinesische Google-Baidu gehört zu den fünf am häufigsten aufgerufenen Webseiten der Welt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 10,3 Milliarden Dollar. Fünf Jahre vorher waren es gerade einmal rund 1,2 Milliarden Dollar. Das rasante Wachstum hat Baidu in den Kreis der größten Internetunternehmen der Welt katapultiert.

    Börsenwert: 62 Milliarden Euro

    (Foto: Reuters)
    Platz 7: Uber
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    Der Fahrtendienst Uber hat noch immer mit viel Gegenwind zu kämpfen. Wegen des vielerorts festgeschriebenen Taxi-Monopols bekommt Uber keinen Fuß in viele Märkte – auch in Deutschland nicht. Dennoch wird an den Aktienmärkten Uber bereits mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet. Und das obwohl das Unternehmen überhaupt keinen Gewinn schreibt. Im zweiten Quartal 2014 stand bei Uber ein Verlust von 109 Millionen Dollar.

    Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

    (Foto: AP)
    Platz 7: Priceline
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    Immer mehr Menschen buchen ihren Urlaub über das Internet. Portale wie Priceline machen damit ein gutes Geschäft. 2015 wuchs der Umsatz auf 9,2 Milliarden Dollar. Damit ist Priceline das größte Online-Buchungsportal der Welt.

    Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

    Platz 6: Alibaba
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    1999 hat Jack Ma die Website alibaba.com ins Leben gerufen. Nur sechs Jahre später beteiligte sich Yahoo mit 40 Prozent an Alibaba. 2014 ging Ma mit dem Unternehmen an die New Yorker Börse. Beim Börsengang konnten Aktien im Wert von fast 22 Milliarden Dollar verkauft werden, womit das Alibaba-IPO eines der größten der Welt war. Das Internetunternehmen hat Ma zum Multimilliardär gemacht. Forbes schätzt sein Vermögen auf knapp 23 Milliarden Dollar.

    Börsenwert: 205 Milliarden Dollar

    (Foto: Reuters)
    Platz 5: Tencent
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    Tencent ist eine Art Internetmischkonzern. Der chinesische Konzern ist in den Geschäftsfeldern, Sofortnachrichtendienste, soziale Netzwerke, Online-Medien, Internet-Mehrwertdienste, Online-Games und Online-Handel tätig. 1998 gegründet ging Tencent mit einem Instant Messenger an den Start, der das Unternehmen zum ersten Internetkonzern Chinas machte, der einen Gewinn erzielen konnte. Seitdem ist der Wert von Tencent kontinuierlich gestiegen.

    Börsenwert: 206 Milliarden Dollar

    (Foto: Reuters)

    Der Kauf scheint sich also für Microsoft auszuzahlen: LinkedIn wächst weiter stark. Seine Präsenz sowie weiteres Wachstum dürften mit einer Integration in weltweit in vielen Unternehmen verbreitete Microsoft-Produkte wie Office365 und anderen Kollaboration-Tools gesichert sein. Auch wer in Deutschland mit Microsoft-Software arbeitet, wird bald kaum darum herum kommen, sich zumindest als Zweit-Konto ein LinkedIn-Profil zuzulegen.

    Schließlich eröffnet die Kombination von Microsoft und LinkedIn in Firmennetzwerken zum Beispiel neue Möglichkeiten, wenn Teams gemeinsam an Produkten arbeiten und sich Mitglieder schnell einen Überblick über die Qualifikationen der Mitstreiter verschaffen wollen. Auch wenn Teamleiter ein neues Projekt aufsetzen, können sie dann die passenden Mitglieder aus den LinkedIn-Profilen der festangestellten und freien Mitarbeitern auswählen.

    Microsoft hat ein wachstumsstarkes Netzwerk gekauft, das ihm eine Chance zur stärkeren Vernetzung in der internationalen Arbeitswelt eröffnet. Für Xing bedeutet das erst einmal: Ein alter Konkurrent tritt im Heimatmarkt in neuer Verkleidung auf, aber jetzt auch noch mit einem reichen Onkel an der Hand. Das wird spannend.

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