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Karriere-Netzwerk Xing Keine Angst vor Facebook

Die Geschäfte von Xing laufen gut: Das Mitgliederwachstum ist auf Rekordhoch, bei Umsatz und Gewinn verzeichnet das Karriere-Netzwerk deutliche Zuwächse. Nun könnten sich auch die Aktionäre der Burda-Tochter freuen.
23.02.2017 - 14:12 Uhr Kommentieren
„E-Recruiting ist für uns ein wichtiger strategische Wachstumstreiber.“ Quelle: picture alliance/dpa
Xing-Chef Thomas Vollmoeller

„E-Recruiting ist für uns ein wichtiger strategische Wachstumstreiber.“

(Foto: picture alliance/dpa)

Düsseldorf Wenn Thomas Vollmoeller auf das Jahr 2016 zurückblickt, dann ist er zufrieden: „Wir haben im Jahr 2013 das Ziel ausgegeben, unsere Umsätze von 2012 bis 2016 zu verdoppeln – und haben geliefert“, kommentiert der Xing-Chef die vorläufigen Geschäftszahlen. Und tatsächlich: In der Bilanz stehen deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn, der Mitgliederzuwachs ist auf einem Rekordhoch. Doch wird das reichen? Dem deutschen Vorzeigekonzern droht Konkurrenz von ungewohnter Stelle.

1,8 Millionen neue Nutzer konnte das Karriere-Netzwerk im vergangenen Jahr verbuchen – so viel Zuwachs war noch nie. Die Tochter des Medienkonzerns Burda verfügt damit über eine Gesamtzahl von fast 12 Millionen registrierten Nutzern. Davon zahlen 929.000 für die Premium-Mitgliedschaft. Diese kostenpflichtigen Dienste haben einen maßgeblichen Anteil am Umsatzplus von 21 Prozent auf 148,5 Millionen Euro. Als Wachstumstreiber nennt der Konzern den Bereich E-Recruiting. Der Umsatz mit dieser Sparte stieg 2016 um ein Drittel an. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 23,6 Millionen Euro, gut ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Noch sind vor allem die kostenpflichtigen Mitgliedschaften die wichtigste Erlösbringer. Doch das könnte sich ändern: Den Bereich E-Recruiting hatte Xing in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Das Karriere-Netzwerk erhält dabei von personalsuchenden Unternehmen Geld für verschiedene Dienstleistungen. Investiert hatte der Konzern in dieser Sparte zum Beispiel durch einen Zukauf: Im April 2016 übernahmen die Hamburger das Schweizer Start-up Buddy Broker, das die Suchtechnologie Eqipia entwickelt hat.

Mit der Suchtechnik können Unternehmen recherchieren, ob ihre eigenen Mitarbeiter bei Xing Kontakte haben, die auf offene Stellen passen. Findet sich ein entsprechender Kontakt, schlägt die Software automatisch vor, den Bekannten, Kollegen oder Freund auf die Ausschreibung hinzuweisen. Unternehmen bezahlen für die Nutzung der Software eine monatliche Gebühr.

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    Diese Unternehmen machen Bewerber glücklich
    Platz 10: SAP
    1 von 10

    Auf Platz zehn der bewerberfreundlichsten Unternehmen hat es die Software-Schmiede SAP geschafft. Das ist ein Plus von erstaunlichen 72 Plätzen. Im letzten Jahr rangierte das Unternehmen noch auf Platz 82. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der Meinungsforscher Potentialpark unter 28.007 Studenten. Sie sollten das Bewerbungsverfahren von insgesamt 461 Unternehmen anhand von vier Kategorien – Online-Bewerbung, Karriere-Website, Social Media und mobiles Bewerben – bewerben.
    Am besten schneidet SAP übrigens in der Kategorie „Mobile“ ab. Dort belegt das Unternehmen Rang 8.

    (Foto: Reuters)
    Platz 9: Bayer
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    Bayer hat ganze 22 Plätze gutgemacht und belegt nun Rang neun. Bei der Online-Bewerbung und in der Kategorie Mobile schafft es der Chemiekonzern nur auf die Plätze 27 beziehungsweise 25, aber in der Kategorie Social Media reicht es immerhin für Platz fünf.

    (Foto: dpa)
    Platz 8: BASF
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    Der Chemiekonzern aus Ludwigshafen kommt auf Rang acht und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um vier Plätze verschlechtert. Trotzdem schafft es BASF in den Kategorien Karriere-Website und Online-Bewerbung unter die Top vier.

    (Foto: )
    Platz 7: Allianz
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    Die Münchner Allianzversicherung belegt Platz sieben. In zwei Kategorien (Mobile und Online Bewerbung) schafft es das Unternehmen in die Top Fünf. Im Vorjahr reichte es in der Gesamtwertung übrigens nur für Rang 14.

    (Foto: dpa)
    Platz 6: Infineon
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    Um einen Platz nach unten geht es für den Halbleiterhersteller Infineon. Die besondere Stärke des Unternehmens liegt in der Kategorie „Mobile“. Hier vergaben die Teilnehmer Platz drei.

    (Foto: )
    Platz 5: Thyssen-Krupp
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    Einer der Aufsteiger des Jahres ist der Stahlkonzern Thyssen-Krupp. 53 Plätze machte das Unternehmen wett – von Rang 58 geht es hoch auf Rang fünf. Die Stärken des Konzerns aus Sicht der Bewerber sind die Karriere-Website und die Online-Bewerbung.

    (Foto: dpa)
    Platz 4: EY (Ernst & Young)
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    Für die Unternehmensberatung ging es im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze nach unten. EY belegt in der Kategorie Social Media zwar den ersten Platz, doch die mobile Bewerbung macht den Befragten offenbar bei EY noch nicht so viel Freude (Platz 17).

    Statt Rang zwei schaffen es die Berater in der Gunst der Studierenden nur noch auf Rang vier

    (Foto: )

    Man sei das erste berufliche Netzwerk, das ein eigenes Empfehlungsprogramm herausbrächte, kommentierte Chef Vollmoeller den Zukauf damals. Der Markt sei noch im Entstehen. Der Kaufpreis enthielt daher auch eine Erfolgskomponente: Mit dem Erreichen gewisser Ziele sollte er von 2,9 auf 4,4 Millionen Euro steigen. Nun zeigt sich: Es hat sich gelohnt. Eqipia habe man im April vergangenen Jahres übernommen, im Sommer implementiert und ab der Branchenmesse Zukunft Personal im Oktober 2016 vermarktet, sagt Thomas Vollmoeller im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Die Resonanz unserer Geschäftskunden ist durchweg positiv, das Produkt wird sehr gut angenommen.“

    „E-Recruiting ist für uns ein wichtiger strategischer Wachstumstreiber“, sagt Vollmoeller. Für den Herbst plant der Konzern ein neues Produkt für Unternehmenskunden. Was das genau beinhalten wird, will der Konzern noch nicht kommentieren: „Erste Tests mit ausgewählten Kunden zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind – und darüber hinaus haben wir auch noch weitere Pfeile im Köcher“, sagt Vollmoeller.

    Wo Konkurrenz drohen könnte
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