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Karriere-Netzwerk Xing plant neue Zentrale in Hamburg

Die Berufs-Plattform kappt die letzte Verbindung zu Gründer Lars Hinrich. Mit dem neuen Haus will Xing ein Zeichen für Wachstum setzen.
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Xing plant neue Zentrale in Hamburg Quelle: dpa
Xing

Die Plattform hat sich von großen internationalen Plänen verabschiedet und stark auf den deutschsprachigen Markt fokussiert.

(Foto: dpa)

HamburgEs ist eine der wenigen Erfolgsgeschichten unter den Internet-Netzwerken aus Deutschland: Xing. Und noch immer ist der Name des LinkedIn-Konkurrenten eng mit dem Namen des Gründers verknüpft: Lars Hinrichs, der das Unternehmen 2003 unter dem Namen OpenBC erfunden hatte. Dabei verkaufte der Hamburger schon 2009 seinen Anteil an den Burda-Verlag.

Jetzt kappt Xing seine letzte engere Verbindung zum Gründer: Das Unternehmen plant nach Informationen des Handelsblatts eine neue Zentrale in Hamburg – und zieht damit unter anderem aus den Büros am Hamburger Gänsemarkt aus. Hier hatte der Bäckerssohn Hinrichs vor 15 Jahren seine Idee in die Tat umgesetzt – in Büros oberhalb der Backstube seiner Familie, die noch immer im Erdgeschoss Brot und Kuchen produziert.

Am neuen Standort will Xing seine bislang auf mehrere Bürogebäude verteilten Mitarbeiter zusammenziehen, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld des Unternehmens und der Hamburger Verwaltung. Damit verlässt das Unternehmen wohl in einigen Jahren seine angestammten Räume in der City. Die Pläne seien noch in einem frühen Stadium und sollten daher noch nicht öffentlich kommuniziert werden, hieß es.

Ein konkretes Grundstück ist allerdings schon gefunden: Xing soll nördlich des bei Medienleuten beliebten Stadtteils Ottensen am Rand der westlichen Innenstadt eine neue Heimat finden. Direkt nebenan hat gerade der Kreditauskunftsdienst Euler-Hermes den Grundstein für seinen neuen Campus gelegt. Im Umfeld entsteht zudem in den kommenden Jahren ein neues gemischtes Quartier für Gewerbe und Wohnen.

Vor einem Jahr hat zudem der Werbekonzern WPP – ähnlich wie künftig Xing – seine Mitarbeiter aus über die Stadt verteilten Büros in ein neues Gebäude in dem Stadtteil zusammengezogen. Zuvor allerdings hatte sich WPP über erhebliche Proteste und einen Bürgerentscheid hinwegsetzen müssen, die Wohnungsbau für den Standort forderten.

Xing dürfte auf weniger Widerstand, stoßen: Das vorgesehene Grundstück liegt direkt an einer S-Bahn-Linie und damit nicht direkt in einem Wohngebiet. Das börsennotierte Unternehmen will mit dem Neubau auch ein Zeichen für Wachstum setzen: Offenbar ist das Gebäude für 1500 Mitarbeiter geplant – also bis zu 300 mehr als heute.

Für das Medienunternehmen seien nur wenige Grundstücke in der Stadt infrage gekommen, die für die umworbenen IT-Kräfte attraktiv seien, hieß es von Seiten der Verwaltung. Nun könne das Unternehmen jedoch ein starkes Signal an seine Mitarbeiter senden, dass Xing in Hamburg bleibe. Allerdings werde das Gebäude voraussichtlich erst in mehreren Jahren bezugsfertig sein.

Der Xing-Gründer setzt sein Geld vor allem im Immobiliengeschäft ein. Quelle: Apartimentum
Lars Hinrichs

Der Xing-Gründer setzt sein Geld vor allem im Immobiliengeschäft ein.

(Foto: Apartimentum)

Erleichterung dürfte die Entscheidung auch bei beim Hamburger Senat auslösen: Die lokale Politik kämpft um den Ruf der Hansestadt als Internet-Standort, an dem unter anderem Google, Facebook und Twitter ihre Deutschland-Zentralen haben.

Xing behauptet sich gegen den US-Konkurrenten LinkedIn, indem es stärker auf eigenen Inhalte setzt, die auch von Journalisten erstellt werden. Dabei hilft, dass Xing früh ein kostenpflichtiges Angebot etabliert hat, als das im Internet noch eine Seltenheit war. Auch Headhunter nutzen Bezahl-Angebote von Xing.

Nach dem Ausstieg von Gründer Hinrichs hatte sich die Plattform von großen internationalen Plänen verabschiedet und stark auf den deutschsprachigen Markt fokussiert. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 26 Prozent auf knapp 190 Millionen Euro. Der Gewinn des im Technologieindex TecDax gelisteten Unternehmens stieg um zehn Prozent auf knapp 26 Millionen Euro.

Der inzwischen 41 Jahre alte Gründer Hinrichs setzt derweil sein Geld vor allem im Immobiliengeschäft ein: Er entwickelte zuletzt in Hamburg Luxuswohnungen in Alsternähe.

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