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Karrierenetzwerk Xing macht in der Coronakrise mehr Umsatz

Der Gewinn des Karrierenetzwerks ist im ersten Quartal zwar gesunken. Doch Krisenzeiten seien ideal für Kundenbindung, meint Xing-Chef Vollmoeller.
07.05.2020 - 11:26 Uhr Kommentieren
Das Karrierenetzwerk erwartet keine Rückkehr zur Präsenzkultur. Quelle: dpa
Xing

Das Karrierenetzwerk erwartet keine Rückkehr zur Präsenzkultur.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das deutsche Karrierenetzwerk Xing verzeichnet im ersten Quartal des Jahres 2020 trotz der Coronakrise ein stabiles Geschäft: Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 68,9 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) gab allerdings um zehn Prozent auf 15,9 Millionen Euro nach. „Wir sind stabil gewachsen, auch wenn wir im März und im April ein paar Schürfspuren erfahren haben“, sagte Thomas Vollmoeller, CEO des Xing-Konzerns New Work, am Donnerstag dem Handelsblatt.

Einer der Gründe für die Stabilität: Das Unternehmen, das zum Medienunternehmen Burda gehört, hat ein Bestandsgeschäft sowohl um Endkunden- als auch im Geschäftskundenbereich, das zu rund 80 Prozent aus im Voraus bezahlten Abo-Verträgen besteht.

Vollmoeller, der das Unternehmen acht Jahre führt, hat am Donnerstag zum letzten Mal die Geschäftszahlen des Unternehmens vorgestellt. Ende Mai 2020 wird er die Leitung an seine Nachfolgerin Petra von Strombeck übergeben. Seinen letzten Auftritt habe er sich etwas anders vorgestellt, räumte der Manager ein.

Vor allem in den Bereichen Marketing Solutions und Events hat das Unternehmen einen starken Einbruch verzeichnet. „Da spüren wir gerade eine deutliche Zurückhaltung“, sagte Vollmoeller. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Umsatz in diesem Bereich um 25 Prozent zurück. Für Vollmoeller ist das allerdings verkraftbar, da der Umsatzanteil unter zehn Prozent liege.

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    Vollmoeller bleibt daher optimistisch. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet der scheidende CEO in einer „vorsichtigen Schätzung“ mit einem leichten Umsatzwachstum auf 275 bis 285 Millionen Euro. Ende Februar 2020 war das Unternehmen noch von einem Jahresumsatz in Höhe von 300 Millionen Euro ausgegangen. Die Ebitda-Marge werde erneut bei mindestens 30 Prozent liegen – das sollte laut Vollmoeller auch in einem Jahr, das von der Coronakrise gezeichnet ist, möglich sein.

    Aktuell investiert New Work stark in seine Kundenbindung. „Ich bin davon überzeugt, dass Krisen der richtige Zeitpunkt für Kundenbindung ist“, meinte Vollmoeller. Xing und der Mutterkonzern New Work wollen Unternehmen wie auch Nutzern „eine Zuflucht“ bieten. „Das können wir besser, als ein internationaler Konzern, der die hiesigen Bedürfnisse nicht so genau kennt“, meinte der Xing-Chef.

    Freiberufler unterstützen

    Ein Seitenhieb auf den Wettbewerber LinkedIn, der 2016 vom amerikanischen IT-Konzern Microsoft gekauft wurde. Die beiden Plattformen, auf denen sich die Mitglieder miteinander vernetzen und Services wie Stellenportale und Newsseiten nutzen können, liefern sich seit Jahren ein enges Rennen um den ersten Platz. Während Xing von 17,7 Millionen Mitgliedern spricht – ein Zuwachs von knapp einer halben Million innerhalb des vergangenen Quartals – führt LinkedIn aktuell 14 Millionen Nutzer im DACH-Raum an.

    „Wir wollen das Netzwerk sein, an das sich die Menschen auch in Krisenzeiten wenden“, sagte Vollmoeller. Dieses Ziel will der Manager mit einer Reihe von Maßnahmen erreichen, die, wie er sagte, derzeit eine Menge Kraft kosten, aber auf der Erlösseite noch nichts einbringen. Für ihn vor allem ein Zeichen der Solidarität in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Aber auch eine Investition in die Zukunft.

    Xing hat beispielsweise eine Initiative ins Leben gerufen, um Freelancer in der Coronakrise schnell und akut zu unterstützen. Etwa eine halbe Million Freelancer zählt die Plattform aktuell. Eine Berufsgruppe, die durch die Coronakrise stark unter Druck steht. Unternehmen können in der Initiative #WirHelfenFreelancern von Freiberuflern in einer Gutschein-Logik Leistungen einkaufen und damit Soforthilfe leisten, auch wenn sie die Leistungen erst später benötigen und dann einlösen wollen.

    Auch im Bereich E-Recruting, mit dem Xing in den vergangenen Jahren überproportional stark gewachsen ist, nun aber leichte Blessuren erlebt, setzt das Unternehmen auf Kundenbindung – und bietet teilweise kostenlose Stellenanzeigen an. Das gilt beispielsweise für systemrelevante medizinische Institutionen, die dringend benötigtes Personal suchen. Zudem ist der firmeneigene „Talentpool-Manager“ in der Coronakrise kostenfrei nutzbar und der „Talent-Manager“ bietet ebenfalls einen kostenfreien Testzeitraum von 30 Tagen, damit Unternehmen gezielt neue Mitarbeiter ansprechen können.

    Bewertung für das Krisenmanagement

    Auch die New-Work-Tochter Kununu hat sich auf die Coronakrise eingestellt. Kununu ist eine Plattform zur Bewertung von Arbeitgebern. Als Teil einer Kampagne soll ein „Covid Employer Transparency Ticker“ die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der Krisenzeit verbessern. In dem Ticker können Arbeitnehmer anonym ihre Bewertungen zum Umgang ihrer Arbeitgeber mit dem Thema Covid-19 teilen. Mehr als 35.000 Menschen haben dies bereits getan. Das Ergebnis: Drei Viertel der bewerteten Unternehmen verhalten sich in der Wahrnehmung ihrer Angestellten gut, ein Viertel hat noch größeren Nachholbedarf.

    Das Thema Führung erlebt nach Ansicht von Vollmoeller in der aktuellen Coronakrise eine neue Dimension. In Zeiten des Homeoffice sei das Führen von Mitarbeitern viel schwieriger geworden, sagte der CEO. Führungskräfte müssten auf das dezentrale Arbeiten, oft organisiert in kleineren Projektgruppen weitaus individueller als zuvor eingehen. „Das ist eine hochkomplexe Aufgabe“, sagte er.

    Insofern wirke die Coronakrise auf beim Thema neuer, moderner Arbeitsformen als Beschleuniger. Eine Rückkehr nach der Coronakrise zu alten, starren Arbeitsformen, die auf eine Präsenzkultur fußen, hält er für unrealistisch.

    Vollmoeller selbst übergibt nach acht Jahren das Unternehmen an seine Nachfolgerin. Mit 60 Jahren müsse man nicht unbedingt ein Unternehmen führen, deren Mitarbeiter im Schnitt 30 Jahre alt sind. Und: „Nach acht Jahren denkt man nicht mehr alles neu“, sagte er.

    Mehr: Die Coronakrise bietet Unternehmen die Chance, sich endlich zu digitalisieren

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