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Kartendienst-Regelwerk Google droht erneut Ärger in China

Die Lizenz des US-Internetdienstleisters wurde zwar verlängert, doch viele Probleme in der Volksrepublik sind nach wie vor ungelöst. Nun steht der Kartendienst Maps auf dem Prüfstand, der Chinas Richtlinien für Online-Kartendienste erfüllen muss.
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Nach der Lizenzerneuerung zum Juli drohen dem Internetdienstleister Google nun neue Probleme in China. Quelle: Reuters

Nach der Lizenzerneuerung zum Juli drohen dem Internetdienstleister Google nun neue Probleme in China.

(Foto: Reuters)

DÜSSELDORF. Die chinesische Regierung hat die Lizenz des Webkonzerns Google für den Betrieb von lokalen Webseiten in China für ein weiteres Jahr erneuert. Das markiert das vorläufige Ende eines sechsmonatigen Streits.

Im Januar hatte Google nach angeblichen chinesischen Hackerangriffen damit gedroht, alle Webseiten zu schließen und hat die Zensur der Google-Suchergebnisse im Auftrag der chinesischen Regierung beendet. Seitdem wurden Surfer auf eine unzensierte Google-Seite in Hongkong umgeleitet. Das akzeptierten die Behörden nicht, sie drohten ihrerseits mit dem Entzug der Lizenz zum 30. Juni. Google beendete daraufhin wie gefordert die automatische Umleitung.

"Wir sind froh, dass die Regierung unsere Lizenz erneuert hat und wir unseren Kunden in China weiter Such- und andere lokale Dienste anbieten können", heißt es nun knapp in einer Mitteilung im offiziellen Google-Blog. Der Friedensschluss ist für die Kalifornier von strategischer Bedeutung.

Der konsumfreudige Wachstumsmarkt China ist mit geschätzt rund 400 Mio. Internetnutzern der größte Web-Markt der Welt. Konkrete Zahlen werden nicht veröffentlicht, aber Analysten schätzen Googles China-Umsatz bereits auf bis zu 500 Mio. Dollar, das meiste davon wird mit Werbung erzielt.

Das Team um Google-Chef Eric Schmidt hat gute Gründe für den moderaten Ton. Denn die Verhandlungen gehen auf einer neuen Ebene weiter. Vor kurzem hat China gesonderte Richtlinien für den Betrieb von Online-Kartendiensten erlassen und eine vorläufige Liste mit 23 zugelassenen Unternehmen veröffentlicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters war Google, anders als der größte Rivale Baidu, nicht auf dieser Liste. Die chinesische Suchmaschine Baidu hat rund 60 Prozent Marktanteil und damit doppelt so viel wie Google. Am Sonntag war die Seite maps.google.cn im Internet erreichbar. Kay Oberbeck, Sprecher von Google Deutschland sagte zu den Karten-Lizenzgesprächen: "Wir prüfen derzeit das neue Regelwerk, das für Online-Kartendienste in China eingeführt wurde, um zu sehen, wie wir davon betroffen sind."

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3 Kommentare zu "Kartendienst-Regelwerk: Google droht erneut Ärger in China"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Als ich in China war, hat mir GPS in Verbindung mit Google Maps (welches im Mai 2010 uneingeschränkt verfügbar war) sehr geholfen meine Position zu bestimmen und mich zu orientieren (was aufgrund der dortigen Schriftzeichen nicht unbedingt einfach ist). China ist ein extrem faszinierendes Land und die Einschränkungen (jedenfalls so wie sie mir bewußt wurden) werden aus dem Westen zu negativ betrachtet. Mann sollte sich immer vor Augen halten, daß dort sehr viele Menschen leben und ein friedliches Zusammenleben schon im kleinen Europa mit seinen tollen Demokratien nicht immer reibungslos funktioniert. Denke das daher gewisse Einschränkungen besser sind, als z.b. Google Maps aus China heraus unzugänglich zu machen - damit wäre nichts gewonnen.

  • Ein Kapitalist würde sogar einen Pakt mit dem Teufel (so es ihn gäbe) schließen, wenn er sich davon Gewinne verspricht.

  • Nieder mit GOOOOOGLE!

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