Kindle-Rivale Deutsche Telekom steigt bei E-Reader Tolino aus

Überraschend steigt die Deutsche Telekom beim Kindle-Rivalen Tolino aus und verkauft den E-Reader nach Japan. Noch vor vier Jahren hatte die Telekom mitgeholfen, Tolino als Konkurrenz zu Amazons E-Reader zu etablieren.
Update: 02.01.2017 - 15:17 Uhr Kommentieren
Der rasante Wachstum auf dem Markt der elektronischen Bücher ist mittlerweile vorbei. Nun hat die Deutsche Telekom ihren Anteil an Tolino verkauft. Quelle: dpa
E-Reader Tolino

Der rasante Wachstum auf dem Markt der elektronischen Bücher ist mittlerweile vorbei. Nun hat die Deutsche Telekom ihren Anteil an Tolino verkauft.

(Foto: dpa)

FrankfurtSeit fast vier Jahren macht die deutsche E-Book-Allianz Tolino dem US-Internetgiganten Amazon und seinem E-Reader Kindle erfolgreich Konkurrenz. Jetzt zieht sich der Technologiepartner des Buchhändlerbündnisses, die Deutsche Telekom, aus der Partnerschaft zurück. Die Telekom verkauft die Tolino-Technologieplattform an den japanisch-kanadischen E-Book-Hersteller Rakuten Kobo. Die Verträge seien kürzlich unterzeichnet worden, teilte die Telekom am Montag mit. Einen Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht.

Für die Tolino-Kunden soll sich durch den Verkauf nichts ändern, wie die Telekom und die beteiligten Buchhändler betonten. Alle Geräte würden weiter technisch unterstützt, auch die gewohnten Serviceangebote wie die kostenlose Nutzung von Telekom Hotspots und die Tolino-Cloud blieben bestehen.

Die Tolino-Gründungsmitglieder Hugendubel, Thalia und Weltbild begrüßten den neuen Technologiepartner. Leser, Buchhandel und Verlage in Deutschland würden davon profiteren, dass künftig das Beste aus der Tolino- mit der Kobo-Welt zusammengeführt werde. Rakuten-Kobo-Chef Michael Tamblyn betonte, das Unternehmen bringe seine weltweite Erfahrung in der Zusammenarbeit mit nationalen Buchhändlern in das Bündnis ein. Das werde Tolino noch wettbewerbsfähiger machen. Der Thalia-Chef und Tolino-Mitbegründer Michael Busch betonte: „Nachdem die Telekom für uns der perfekte Gründungspartner war, geht es mit Kobe nun um weiteres Wachstum.“

Das kanadische Unternehmen Kobo wurde 2009 gegründet und konzentriert sich seitdem auf das Thema E-Books. Es hat eine ganze Reihe von E-Readern - ähnlich den Tolino-Geräten - im Angebot, spielt jedoch in Deutschland bislang keine große Rolle. Im Jahr 2011 wurde es vom japanischen Internetkonzern Rakuten übernommen.

Dünner, leichter, teurer
Kindle Oasis
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Acht Jahre nach der Premiere seines ersten E-Book-Readers Kindle hat Amazon eine neue Geräte-Generation auf den Markt gebracht.

Neues Gerätedesign
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Mit dem Kindle Oasis führt Amazon ein neues Gerätedesign ein: Das Gehäuse ist auf der einen Seite extrem dünn, auf der anderen Seite deutlich dicker, so dass beim Halten der Schwerpunkt zur Handfläche verlagert wird.

Jeff Bezos
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„Wir wollen, dass das Gerät an sich in den Hintergrund tritt, und Kindle Oasis ist der nächste große Schritt in diese Richtung”, erklärte Amazon-Chef Jeff Bezos.

Zwei Wochen Lesezeit
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An der dickeren Stelle des Geräts ist auch der Akku des E-Readers untergebracht, der nach Angaben von Amazon eine Lesezeit von über zwei Wochen gewährleisten soll.

Zusatzakku in der Hülle
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Mit einer speziellen Hülle, die über einen zusätzlichen Akku verfügt, kann die Lesezeit auf zwei Monate verlängert werden, ohne dass der E-Reader an ein Ladegerät angeschlossen werden muss.

Deutlich teurer als die Vorgänger
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Die neue Kindle-Generation ist deutlich teurer als die aktuelle Modellpalette: In Deutschland wird das Gerät 290 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) kosten. Amazon wird aber seine bislang angeboten Kindle-Geräte zwischen 70 Euro für ein einfaches Einstiegsmodell bis hin zum Kindle Voyage mit Hintergrundbeleuchtung für 190 Euro im Programm behalten.

Marktführer bei E-Books
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Amazon führt weltweit den Markt der E-Books nach Analysten-Schätzungen deutlich an. Das Unternehmen teilt aber keine Absatz- oder Umsatzzahlen mit.

Tolino war 2013 von der Telekom und großen deutschen Buchhändlern ins Leben gerufen worden, um auf dem wachsenden E-Book-Markt ein konkurrenzfähiges Angebot nicht zuletzt gegen Amazons Kindle präsentieren zu können. Tatsächlich gelang es der Allianz, dem US-Giganten die Stirn zu bieten. Zur Thalia-Allianz gehören heute neben der Telekom und den Gründungsmitgliedern Thalia, Weltbild und Hugendubel auch die Mayersche Buchhandlung, Osiander und der Buchgroßhändler Libri mit rund 1500 angeschlossenen Buchhandlungen.

In Deutschland haben E-Books inzwischen einen Anteil von rund fünf Prozent am Buchmarkt. Allerdings ist das Wachstum zuletzt deutlich abgeflaut. Das Bundeskartellamt muss dem Verkauf der Tolino-Technologieplattform noch zustimmen.

  • rtr
  • dpa
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