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Kleinaktionäre herausgedrängt Warum Friede Springer und Mathias Döpfner plötzlich ohne Anteile dastehen

Der Squeeze-out bei dem Medienkonzern geht in die entscheidende Phase. Dafür übertragen Springer und Döpfner vorübergehend ihre Aktien. 
15.10.2020 Update: 16.10.2020 - 09:55 Uhr 1 Kommentar
Das Duo wahrt seinen Einfluss auf den Medienkonzern. Quelle: dpa
Mathias Döpfner und Friede Springer

Das Duo wahrt seinen Einfluss auf den Medienkonzern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Verlegerwitwe Friede Springer und Mathias Döpfner, Vorstandschef des Medienkonzerns Axel Springer, übertragen ihre sämtlichen Firmenanteile für mehrere Monate an Traviata B.V., eine vom US-Investor KKR kontrollierte Holdinggesellschaft. Dadurch hält das Unternehmen für einige Zeit mehr als 99 Prozent der Aktien, wie am Donnerstag bekannt wurde.

Dahinter steckt allerdings keine grundsätzliche Neuordnung der Eigentumsverhältnisse, sondern es gibt einen übernahmerechtlichen Grund: Noch existieren 0,9 Prozent Springer-Aktien, die die Aktionäre bislang nicht verkauft haben. Der Medienkonzern („Bild“, „Welt“) will diese restlichen Aktien ebenfalls in seinen Besitz bringen.

Ein solcher Squeeze-out – eine Barabfindung der restlichen Aktionäre – ist nur möglich, wenn mindestens 95 Prozent der Firmenanteile in einer Hand liegen. Mit der temporären Übertragung hat KKR jetzt die Möglichkeit dazu. Der US-Investor hält in den nächsten Monaten 99,1 Prozent des Grundkapitals der Axel Springer SE.

Sobald die verbliebenen Aktionäre abgefunden wurden, sollen die geliehenen Firmenanteile in Höhe von 51,5 Prozent wieder zurück an Friede Springer und CEO Döpfner gehen. In Unternehmenskreisen heißt es, dass dies spätestens im Mai 2021 der Fall sein sollte.

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    Kleinaktionäre, die auf einen besseren Deal gehofft haben, werden allerdings enttäuscht sein. KKR bietet ihnen jetzt nur noch 60,24 je Aktie. Vor einem Jahr lag das Angebot bei 63 Euro.

    Vor einem Jahr war KKR bei dem Medienunternehmen eingestiegen und hält heute 47,6 Prozent der Firmenanteile. Friede Springer und CEO Döpfner hatten sich zu diesem Schritt entschlossen, um dem Druck der Börsianer auszuweichen.

    Mit KKR als neuem strategischem Partner erhoffen sie sich mehr Möglichkeiten für Investitionen, die zunächst Umsätze und Gewinne schmälern könnten. Der Rückzug von der Börse erfolgte im Frühjahr 2020 – nach 35 Jahren.

    Schenkung eines großen Aktienpakets

    Im vergangenen Monat wurde zudem bekannt, dass Friede Springer einen Großteil ihrer Aktien an Mathias Döpfner verschenkt und einen kleineren Teil an ihn verkauft. Das Aktienpaket, das Döpfner ihr abgekauft hat, umfasst 4,1 Prozent der Anteile und hat einen Wert von geschätzt 276 Millionen Euro.

    Mit diesem Schritt halten beide in Zukunft etwa gleich viele Firmenanteile – jeweils rund 22 Prozent. Friede Springer erwies sich mit ihrer Schenkung als ausgesprochen großzügig: Döpfner erlangt rechnerisch den Status eines Milliardärs und erhielt sämtliche Stimmrechte von ihr. Des Weiteren halten die beiden Enkel Axel Sven und Ariane Melanie Springer Aktien in Höhe von zusammen sechs Prozent.

    Die Stimmrechte sind auch bei der temporären Übertragung an Traviata von Bedeutung. „Die Stimmrechte aus den rund 51,5 Prozent der Aktien übt die Traviata B.V. nach Weisung des jeweiligen Darlehensgebers aus“, heißt es in einer Mitteilung von Axel Springer am Donnerstag. Das amerikanische Unternehmen kann also nicht Entscheidungen gegen den Willen des Duos Döpfner/Springer fällen.

    Mehr: Friede Springer und Mathias Döpfner im Interview: „Es fühlt sich richtig an.“

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    1 Kommentar zu "Kleinaktionäre herausgedrängt : Warum Friede Springer und Mathias Döpfner plötzlich ohne Anteile dastehen"

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    • Aktienkultur

      Die Verlegerwitwe Friede Springer und Mathias Döpfner übertragen ihre sämtlichen Firmenanteile für mehrere Monate an eine vom US-Investor KKR kontrollierte Holdinggesellschaft.
      Dann klappt der Squeeze-out, die Kleinaktionäre werden (hin) ausgedrückt.
      Danach sollen die geliehenen Firmenanteile in Höhe von 51,5 Prozent wieder zurück an Friede Springer und CEO Döpfner gehen.
      Genialer Trick der Mächtigen gegenüber Kleinaktionären.
      Altersvorsorge, Anlagesparen, Unternehmensbeteiligung für Privataktionären, nur mit beschränkter Teilnahme. Eine perfide Aktienkultur.

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