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Kölner Medienhaus DuMont vertagt Entscheidung über Verkauf der Regionalpresse

Noch sei nichts entschieden, versprechen die DuMont-Gesellschafter den Mitarbeitern per Videobotschaft. Ohnehin ist Kreis der Interessenten klein.
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DuMont vertagt Entscheidung über Verkauf der Regionalpresse Quelle: dpa
Medien zum Verkauf

Die Zukunft von „Berliner Zeitung“ und dem „Kurier“ ist weiter ungeklärt.

(Foto: dpa)

München Die Neuigkeiten kommen per Video vom Gesellschafter: Erstmals haben die Mitarbeiter des Kölner Medienhauses DuMont an diesem Montagmorgen im Intranet von ihren Verlegern persönlich Informationen zur Zukunft des Unternehmens erhalten. Es geht dabei um einen möglichen Verkauf oder Teilverkauf des Hauptgeschäfts Regionalpresse. Man brauche mehr Zeit und bitte um Geduld und Vertrauen, erklärten Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte: „Noch ist nichts entschieden.“

In einer internen E-Mail teilte CEO Christoph Bauer mit, er werde im September „ein nächstes Update geben“. Das sei ein „anspruchsvoller, komplexer Prozess“. Die Bandbreite der Optionen reiche vom „Behalten des gesamten Portfolios, über Verkaufsszenarien bis zu Kooperationen, Fusionen oder anderen Formen der Zusammenarbeit mit Dritten“. Das Unternehmen gehe davon aus, „dass der gesamte Prozess bis Ende des Jahres 2019 abgeschlossen sein wird.“

Nach Handelsblatt-Informationen gehört die Hamburger Bauer Media Group zu den aktuellen Gesprächspartnern. Das Familienunternehmen von Heinz Bauer, das von seiner Tochter Yvonne Bauer gelenkt wird, ist vor allem an der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle interessiert. Sie würde gut zur eigenen „Volksstimme“ in Magdeburg passen.

Zu DuMont gehören auch die „Berliner Zeitung“ und das Stammblatt „Kölner Stadt-Anzeiger“. Am größten dürften Verwertungsprobleme bei den Boulevardzeitungen „Hamburger Morgenpost“, „Express“ und „Kurier“ sein. Sie haben allenfalls als Online-Marken eine Zukunft.

Im Video betont Isabella Neven DuMont, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und größte Gesellschafterin, die „wichtige gesellschaftspolitische Bedeutung“ des eigenen Medienunternehmens. Zudem habe es „eine besondere Historie, der wir uns verpflichtet fühlen“. Man wisse um die „Unsicherheit“ der Mitarbeiter, was man von ganzem Herzen bedaure.

Operativ profitabel

Christian DuMont Schütte betont, die Prüfung der Optionen sei umfangreich und brauche Zeit. Man müsse Veränderungen im Markt prüfen und für sich nutzen. Vieles, was in der Öffentlichkeit diskutiert werden, sei aber „Spekulation“. Das eigene Haus sei stark gewachsen, mache operativ Gewinn und wandele sich weiter „vom Verlag zum digitalen Medien- und Technologieunternehmen“.

Grundlage für die Bewertung des Unternehmens ist der operative Gewinn. Er beträgt im ganzen Haus 74,6 Millionen Euro und soll sich im Zeitungsgeschäft auf rund 50 Millionen belaufen. Nach Informationen aus Verlagskreisen gilt derzeit ein Multiplikator von drei, was den Firmenwert auf schätzungsweise 150 Millionen taxieren würde. Im Umfeld von DuMont heißt es, man sei zuletzt von einem Multiplikator von fünf nach anfänglich sieben ausgegangen, also demnach von rund 250 Millionen. Aus dem Kreis potenzieller Interessenten hat die Essener Funke-Gruppe offiziell abgesagt. Auch die Madsack-Gruppe und der Münchener Verleger Dirk Ippen sollen nicht mehr dabei sein.   

Vorstandschef Bauer erklärt, ihm sei bewusst, dass die Spekulationen rund um DuMont in den nächsten Wochen nicht abreißen werden: „Wie bisher werden wir diese aber nicht kommentieren.“

Mehr: DuMont prüft Totalverkauf seiner Regionalpresse. Der Chef des Traditionsverlags spielt mit dem Gedanken, das gesamte Zeitungsgeschäft zu verkaufen. Der Fall hat hohe Symbolkraft für die Medienbranche.

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