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Köpfe der künstlichen Intelligenz (8) Eine Spanierin will den Allianz-Konzern radikal vereinfachen

Versicherer sind auf große Informationsmengen angewiesen. Gemma Garrigas Team arbeitet bei der Allianz daran, dass Schadensfälle schneller bearbeitet werden.
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Die Spanierin ist Global Head der AI & Advanced Business Analytics beim Allianz-Konzern.
Gemma Garrina

Die Spanierin ist Global Head der AI & Advanced Business Analytics beim Allianz-Konzern.

MünchenIn den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts galten Versicherer als technisch führend bei der Verwertung von Daten. Aus dem Vorsprung von einst ist über die Jahrzehnte jedoch ein Rückstand geworden. „Die Versicherer bewegen sich, sie sind zwar im Moment noch nicht so schnell wie manch andere Branchen, aber wir arbeiten daran“, erzählt Gemma Garriga aus dem Innenleben der Branche.

Sterbetafeln kalkulieren, Risiken einschätzen, Schäden begutachten – für all das ist der Umgang mit großen Informationsmengen notwendig.

Die zierliche Spanierin leitet seit einem Jahr das globale Team für künstliche Intelligenz bei Europas größtem Versicherer. 30 Kollegen arbeiten unter anderem daran, dass Schadensfälle schneller bearbeitet und neue Produkte radikal einfacher werden. Ganz wichtig dabei: Sämtliche Mitarbeiter müssen bei diesem Prozess mitgenommen statt verunsichert werden. Garrigas Erkenntnis nach einem Jahr lautet: „Es ist möglich, Produkte und Prozesse sehr viel einfacher zu gestalten.“

Eine Aussage, die in die Denkrichtung von Konzernchef Oliver Bäte passt. Wenn der im November seine neue Strategie präsentieren will, dann wird das konsequente Vereinfachen der Produktwelt eine bedeutende Rolle spielen. Das ist heute bereits bekannt. Bei Auftritten in diesem Jahr monierte Bäte beispielsweise, dass bisher rund 90 Prozent der Produkte in der gewerblichen Haftpflicht kaum genutzt werden.

Die Aufgabe von Gemma Garriga und ihres Teams ist es deshalb, eine neue Basis zu bereiten. Dazu nutzen sie die Intelligenz der Maschinen, um den finanzstarken Konzern in eine neue Epoche zu führen. Denn ohne eine deutliche Veränderung werden goldgeränderte Bilanzen langfristig nicht mehr möglich sein. Diese Erkenntnis ist inzwischen überall angekommen.

Das technische Grundverständnis bekam Garriga schon früh im Elternhaus in Barcelona mit. Ihr Vater hatte bereits Mitte der 1980er-Jahre ein Faible für das Schreiben von Computerprogrammen, damals noch in der mittlerweile fast vergessenen Programmiersprache Cobol. Nach dem Studium an der technischen Universität ihrer Heimatstadt ging es für sie nach Paris.

Dort arbeitete sie zehn Jahre bei INRIA, dem nationalen Forschungsinstitut für Computerwissenschaft und angewandte Mathematik in Frankreich.

Vor fünf Jahren kam dann das Angebot der Allianz, nach München zu wechseln. Da ihr Mann zu dem Zeitpunkt die Möglichkeit hatte, bei einem Großkonzern in der Stadt einzusteigen, war die Entscheidung schnell gefallen. Richtig Dynamik entwickelt hat ihre Karriere ab dem vergangenen Jahr, als sie das Team für künstliche Intelligenz übernahm.

Was hilft: Seit April dieses Jahres gibt es ein Vorstandsressort, das für die Transformation der Geschäftsprozesse zuständig ist. Iván de la Sota, ebenfalls ein Spanier, trägt seither den Titel des Chief Business Transformation Officer (CBTO). Gemma Garriga ist eine seiner wichtigsten Kräfte. Zudem baut Christof Mascher, der für die Organisation zuständige Vorstand (COO), auf ihre Expertise.

Gemma Garriga hat mit ihrem Team somit zwei große Aufgaben. Einerseits müssen sie im laufenden Geschäft die IT-Plattformen harmonisieren. Andererseits treiben sie wegweisende Projekte wie die Harmonisierung der Produktwelt voran. „Künstliche Intelligenz ist dabei der große Treiber“, sagt sie.

Künstliche Intelligenz zählt zu den zentralen Zukunftsthemen: In einer Serie stellen wir die Vordenker dieser technologischen Revolution vor.

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