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Köpfe der künstlichen Intelligenz (9) Christoph Peylo baut für Bosch das größte deutsche Zentrum für künstliche Intelligenz auf

Der Schwabe hat sich schon früh für das Thema intelligente Software begeistert. Heute spielt er eine Schlüsselrolle für die Zukunft von Bosch.
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Intelligente Maschinen hatten Peylo schon seit seiner Jugend fasziniert. Quelle: Bosch
Christoph Peylo

Intelligente Maschinen hatten Peylo schon seit seiner Jugend fasziniert.

(Foto: Bosch)

RenningenFaszination und Enttäuschung liegen manchmal ganz nah beieinander. Immerhin hatte Christoph Peylo Anfang der 80er-Jahre in Geislingen an der Steige einen Physiklehrer, der einen „Apple IIe“ anschaffte. „Bitte leg eine Diskette ein“, Schüler Peylo war hin und weg, als der Computer mit ihm kommunizierte. So etwas hatte der schwäbische Zehntklässler noch nie erlebt.

Aber die jugendliche Begeisterung fand schneller als erwartet ihre Grenzen. Weil in der Schule Informatik eigentlich betrieben wurde wie Mathematik, nur mit Computer. „Da müsste mehr drin sein“, dachte Peylo schon damals. Der Gedanke, dass Maschinen auch lernen und schlauer sein könnten, ließen den Teenager fortan nicht mehr los.

Gezielt suchte er sich Osnabrück als Studienort aus. Denn dort lehrte der ehemalige IBM-Manager und Forscher Claus Rainer Rollinger künstliche Intelligenz und Computerlinguistik. Dort tauchte er wissenschaftlich tief in das Thema mit seiner Promotion ein. Er hätte auch an der Universität bleiben können, aber er heuerte bei einem Mittelständler an, der Software entwickelte.

Peylo interessierten schon immer die Anwendungen. Es trieb ihn an, die Software immer intelligenter zu machen. Als T-Systems sein Unternehmen übernahm, kam er 2006 in die Welt der Telekom, just zu der Zeit, als der ehemalige Staatskonzern das Internet für sich entdeckte. Cyber-Security war eines seiner Themen neben künstlicher Intelligenz und den neuen Themen Internet der Dinge und Industrie 4.0.

Aber fast alles spielte sich bei seiner Arbeit in der Cloud ab, war also nicht wirklich greifbar. „Als Bosch bei mir anklopfte, war das für mich wie Weihnachten“, erinnert sich Peylo. Künstliche Intelligenz gezielt in Produkte einzubauen, davon hatte er schon immer geträumt.

Bei Bosch bekam er einen der coolsten Posten in der gesamten Branche überhaupt. Er baut dort das Zentrum für künstliche Intelligenz auf. Während andern Ortes ein paar Dutzend Experten zusammengesucht werden, hieß es, untypisch für Schwaben, nicht kleckern, sondern klotzen.

Eine strategische Existenzfrage

Bosch-Chef Volkmar Denner machte das Thema vor zwei Jahren zur strategischen Existenzfrage für den über 130 Jahre alten Traditionskonzern und gleichzeitig 300 Millionen Euro locker. Die werden vor allem in Köpfe investiert. Mehr als 150 Spezialisten konnte Peylo bereits gewinnen.

Bei der Rekrutierung gibt er seinen Teams weitgehend freie Hand. Die wüssten selbst am besten, wer ihnen weiterhelfen kann und will. In wenigen Jahren sollen es mehr als doppelt so viele sein. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass mehr als Geld die Aufgaben und Möglichkeiten entscheiden, warum sich die begehrten KI-Experten für eine Firma entscheiden.

Bei Peylo selbst war es die Überzeugung, dass die Produkte durch künstliche Intelligenz nicht nur besser werden, sondern den Menschen helfen. Autonomes Fahren werde am Ende weniger Leben im Verkehr kosten, und kollaborative Roboter werden dem Menschen beschwerliche Arbeiten abnehmen.

„Wir wollen Maschinen bauen, die lernen und intelligent handeln können“, lautet Bosch-Chef Denners Mission. In seiner Strategie hat Peylo eine Schlüsselposition. Der Konzern, der auch Hausgeräten, Elektrowerkzeugen und Industrietechnik herstellt, soll schon in zehn Jahren nur noch Dinge anbieten, die über künstliche Intelligenz verfügen.

Bosch baut deshalb eine der größten KI-Abteilungen in der Republik auf. Neben Renningen gibt es Standorte in Sunnyvale, Pittsburgh und Bangalore. „Wir wollen und werden bei künstlicher Intelligenz zur Weltspitze gehören“, sagt Peylo selbstbewusst. Der KI-Spezialist weiß aber, dass das nur gelingt, wenn Boschs intelligente Produkte dann auch den Kunden begeistern.

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