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Kommentar Motorola ist für Google ein riskanter Deal

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Kartellwärter sind von nun an Googles größte Gegner

Die wiederholt betonte Absicht, Motorola als eigenständiges Unternehmen weiter zu betreiben, könnte den Kartellwächtern allerdings nicht als Sicherheit ausreichen. In der Reaktion darauf könnten die Wettbewerbswächter die Akquisition mit harten Auflagen belegen, im schärfsten Fall damit, das Hardwaregeschäft zu verkaufen. Dann verliert die Übernahme zumindest einen großen Teil ihres Charmes - wenn nicht gar allen: denn weithin unbeachtet ist noch die Tatsache, dass Motorola auch noch ein sehr starkes Standbein im Markt für TV-Settop-Boxen besonders in den USA hat.  Das bislang wenig erfolgreiche Google-TV und Google–Suche könnten zusammen mit Motorolas Settop-Boxen doch noch den Weg in zahlreiche Wohnzimmer finden. Auch das fällt dann weg.

Google schluckt Motorolas Handysparte

Google betonte in der Analystenkonferenz ausdrücklich, man werde Motorola als eigenständiges Unternehmen betreiben. Vielleicht ist das schon ein Zeichen, dass ein Verkauf in Betracht gezogen wird. Allerdings muss dann ein Käufer her. Doch wer will die Fabrikationsanlagen und tausende Mitarbeiter ohne die Patentrechte, die Google vorher aus dem Konzern herauslösen würde?
Doch auch da bestehen Risiken.  

Die auf der Google-Webseite  veröffentlichten Statements der angeblichen Unterstützer der Akquisition von HTC über Sony Ericsson bis Samsung lesen sich beinahe roboterartig wortgleich mit dem Tenor, man begrüße Googles Absicht, das Android-System zu schützen. Gemeint ist der Ankauf der 17000 Mobilfunkpatente von Motorola. Von einer Freude über einen wieder erstarkten Wettbewerber Motorola findet sich da nichts. Der Nutzen könnte jedoch schnell ausgehöhlt werden. Das US-Justizministerium wird darauf achten, dass diese Patente nicht aktiv als Angriffswaffe gegen die Gegner Apple und Microsoft eingesetzt werden. Sie wären dann theoretisch nur „aus dem Verkehr gezogen“. Niemand anderes könnte sie gegen Google einsetzen.

Gleichzeitig darf ihr Wert nicht zu hoch eingeschätzt werde. So nützt das geballte Patentarsenal nichts im Kampf gegen Oracle und die Abwehr der 2,6 Milliarden-Dollar-Forderung für Patentverletzungen. Oracle baut keine Smartphones und deshalb ist es Larry Ellison egal, was Google da als „Schutz“ zusammenkauft. Er will nur Geld sehen.
Vielleicht, so haben sich die Motorola-Aktionäre gedacht, merkt der junge CEO Larry Page im Laufe der Verhandlungen mit den Wettbewerbs- und Kartellbehörden, dass die Rechnung nicht aufgeht und zieht die Reißleine, so wie einst Microsoft-CEO Steve Ballmer, als der die Übernahme von Yahoo im letzten Moment abgeblasen hat. Heute könnte der Yahoo für einen Bruchteil der damaligen über 40 Milliarden Dollar kaufen. Und falls Page auch schwach wird, dann soll er wenigstens bluten. Denn ein anderer Käufer ist für den angeschlagenen Riesen nicht in Sicht.



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