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Kommentar Bellut muss der Politik die Stirn bieten

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Nur ein unabhängiger Sender hat Erfolg

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der künftig über eine Mediensteuer von knapp 18 Euro monatlich finanziert wurde, braucht mehr denn je den Zuspruch und die Unterstützung der Bürger. Dies kann nur gelingen, wenn er zweierlei berücksichtigt: politische Unabhängigkeit und inhaltliche Qualität. Beides ist in den vergangenen Jahren unter die Räder gekommen. Bellut hat nun fünf Jahre Zeit, das ZDF aus dieser Defensivposition herauszuführen.

Doch auch die Politik hat mit der Wahl eine besondere Verpflichtung. Das gemeinsame Votum für den neuen ZDF-Chef verpflichtet die Parteien zu mehr Zurückhaltung. Mit dem unverhohlenen Gezänk um Personalien auf dem Mainzer Lerchenberg haben sich die für den Rundfunk zuständigen Landespolitiker selbst beschädigt.

Kurt Beck (SPD), rheinland-pfälzischer Ministerpräsident und Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrates, begreift die Wahl Belluts als Indiz, dass sich die Politik in die Personalien des Senders nicht mehr einmischt. Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Wie sagte Bundeswirtschaftsministerin Rainer Brüderle einmal: „Wir tun nach der Wahl, was wir vorher versprochen haben. Das ist etwas Neues in Deutschland.“ Recht hat er – auch im Fall des ZDF.

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