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Kommentar Tech-Giganten planen Projekt zur Datenvielfalt – was das den Nutzern bringt

Tech-Giganten aus dem Silicon Valley planen eine Software, damit Kunden ihre Daten von einem Service auf den anderen umziehen. Das dürfte die Kreativität im Netz fördern.
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Facebook ist Teil des gemeinsamen Projekts, das den Transfer von Kundendaten erleichtern soll. Quelle: AP
Facebook

Facebook ist Teil des gemeinsamen Projekts, das den Transfer von Kundendaten erleichtern soll.

(Foto: AP)

Wer die Daten hat, hat die Macht. So lautet das ungeschriebene Gesetz im Netz. Digitale Daten machen alles besser. Sie sind der Treibstoff für Geschäftsmodelle, Algorithmen, Produkte. Sie machen alles bequemer. Sie liefern Nutzern, was sie sich wünschen: Die Musikliste bei Spotify, den Weg zum Coffeeshop bei Google Maps, die Handtasche, von der Amazon glaubt, dass sie uns auch interessieren könnte. Durch sie erkennt künstliche Intelligenz Muster im genetischen Wahnsinn, auf die ein Mediziner nie gekommen wäre.

Dazu müssen Unternehmen wie Wissenschaftler sehr viele digitale Informationen sammeln. Google und Facebook etwa nutzen die Daten, um zielgerichtet Werbung auszuspielen. Das Werbegeschäft ist für sie nur eines von vielen denkbaren Geschäftsmodellen. Allerdings ein sehr erfolgreiches. Google und Facebook zählen zu den mächtigsten Konzernen der Welt. Nur wer ähnlich viele Informationen besitzt, kann konkurrieren.

Microsoft, Facebook, Twitter und Google wollen nun in einem gemeinsamen „Data Transfer Project” (DTP) frei verfügbare und offene Software entwickeln, mit der Kunden ihre Daten einfacher zwischen einzelnen Anbietern und Services verschieben können.

Die Möglichkeit zum Datentransport solle den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Informationen geben, erklärt Google im zugehörigen Blog-Post. Bislang können Kunden ihre Daten nur herunter laden und in umständlichen Verfahren löschen lassen. Dank DTP sollen sie den Schritt überspringen und ihre Informationen direkt umziehen.

Mit dem gemeinsamen Schritt reagieren die Technologiefirmen auf den Stimmungswandel, der sich in Amerika wie in Europa vollzogen hat. Die großen Konzerne aus dem Silicon Valley wurden einst für ihre Innovationen gefeiert. Doch ihre Macht im Datengeschäft erdrückt die Konkurrenz, die vielleicht bessere informationsgetriebene Geschäftsmodelle entwickelt, auf die der Nutzer, wenn er sich über illegale Eingriffe in seine Privatsphäre, Wahlmanipulationen oder Hass-Reden aufregt, umsteigen könnte.

Eine entsprechende Software dürfte es den Technologie-Konzernen erleichtern, den neuen europäischen Privatsphäre-Richtlinien zu entsprechenden und die Wettbewerbshüter auf Abstand zu halten. Von der EU-Kommission hat Google kürzlich eine Strafe in Höhe von fünf Milliarden Dollar kassiert. Das Unternehmen hat bereits Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt.

Abzuwarten bleibt, wie die DTP-Software konkret aussieht – doch sie besitzt durchaus das Potenzial, den Wettbewerb im Netz fördern, wenn Nutzer einfacher zum Konkurrenten wechseln können. Zumal mit zunehmender Digitalisierung immer mehr Daten anfallen. Ein Weg heraus aus der Datenökonomie? Schwer vorstellbar. Die Frage: „Wem gehören meine Daten?“ hat das Ewige „Wer sammelt meine Daten?“ abgelöst.

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