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Konkurrenz für CNN und BBC France 24 geht auf Sendung

Frankreich drängt mit einem staatlich finanzierten Nachrichtensender in die erste Reihe der „weltweiten Bilderschlacht“. France 24 ist am Mittwochabend auf Sendung gegangen – allerdings zunächst nur im Internet.
Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac will mit France 24 ein Gegengewicht zu CNN und BBC aufbauen. Foto: ap Quelle: ap

Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac will mit France 24 ein Gegengewicht zu CNN und BBC aufbauen. Foto: ap

(Foto: ap)

HB PARIS. Das Programm wird über die Adresse www.france24.com verbreitet. Von Donnerstagabend an sollen die Sendungen in französischer und englischer Sprache auch über Kabel und Satellit im Fernsehen zu empfangen sein.

Die französische Regierung fördert den Sender als Gegengewicht zu den weltweit vorherrschenden angelsächsischen Programmen von CNN über Fox News bis BBC World. „Es ist unverzichtbar, dass ein großes Land wie Frankreich seinen eigenen Blick auf die Welt hat und diesen Blick verbreiten kann“, sagte Staatspräsident Jacques Chirac.

Zu gleichen Teilen in privater und staatlicher Hand

France 24 wird zu gleichen Teilen vom Privatsender TF1 und dem Staatsfernsehen (France Télévision) getragen. Das Programm soll in Europa, Vorderasien und Afrika sowie im Osten der USA 250 Mill. Zuschauer erreichen können. Neben Politik berichtet France 24 über Wirtschaft, Kultur, Sport und Wetter. Mitte 2007 soll ein Arabischer Kanal dazukommen.

Der Sendestart war „ganz französisch“ begleitet von Protesten freier Mitarbeiter des Kunstbetriebes. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten von den Redaktionsräumen fern zu halten, wo Chirac mit einigen der 170 Journalisten des Senders sprach.

Mission "französischer Blickwinkel"

„Unsere Mission ist es, mit französischem Blickwinkel über die globale Nachrichtenlage zu berichten“, erklärte France24-Chef Alain de Pouzilhac. Zu Beginn des Irak-Krieges wurde dem Élysée-Palast zuletzt schmerzlich bewusst, wie wenig die Stimme Frankreichs in den angelsächsisch dominierten internationalen Sendern Gehör findet. Eine kritische Rede Chiracs vor den Vereinten Nationen war damals weitgehend ignoriert worden war.

170 Journalisten haben seit dem Sommer im südwestlichen Pariser Vorort Issy-les-Moulineaux fieberhaft auf den Sendestart von France 24 hingearbeitet. Foto: ap Quelle: ap

170 Journalisten haben seit dem Sommer im südwestlichen Pariser Vorort Issy-les-Moulineaux fieberhaft auf den Sendestart von France 24 hingearbeitet. Foto: ap

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75 Millionen Haushalte werden erreicht

Über Satellit ist das neue Programm zunächst in Europa, im Nahen Osten, Asien und Afrika zu empfangen - von 75 Mill. Haushalten in mehr als 90 Ländern. In den USA kann man die halbstündigen Nachrichten, täglichen Magazine, Reportagen und Diskussionsrunden zunächst nur in Washington und im UN-Gebäude der Vereinten Nationen in New York sehen, was sich in den kommenden Jahren noch ändern soll. Um die französische Kultur und Lebensart auch in der islamischen Welt bekannt zu machen, geht im Juli 2007 zudem eine arabische Version auf Sendung. Der Internetauftritt ist bereits von Beginn an dreisprachig.

Laut „Kikeriki' schreien

170 Journalisten haben seit dem Sommer in der Senderzentrale im südwestlichen Pariser Vorort Issy-les-Moulineaux fieberhaft auf den Sendestart hingearbeitet - unter großem Interesse der nationalen Medien. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter beträgt 33 Jahre, jeder muss mindestens zwei Sprachen fließend sprechen - und eine Charter unterzeichnen. Darin ist festgehalten, dass France 24 nicht zum Sprachrohr seines Initiators Chirac wird: „Wir werden von keiner Regierung, Partei oder Lobby beeinflusst“, heißt es. „Wir sind niemandes Stimme.“

Für den Einstieg in die internationale Medienarena wurden Reporterteams nach Afghanistan, in den Gazastreifen, nach Bagdad und Darfur geschickt. Das Netz von permanenten Auslandskorrespondenten ist indes noch ausbaufähig, bislang sind es 36. Angesichts eines Budgets von 86 Mill. Euro für 2007 sind die Mittel jedoch begrenzt, so verfügt BBC World etwa über 600 Mill. Euro. Die französische Zeitung „Libération“ mokierte sich daher am Mittwoch, um auf sich aufmerksam zu machen, müsse France24 „ganz besonders laut Kikeriki schreien“.

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