Korruption in Südkorea Samsungs Erbe droht Haft

Wie der Vater, so der Sohn: Nun droht auch dem Samsung-Erben Lee Jae Yong eine Haftstrafe im Bestechungsskandal um Südkoreas Präsidentin. Doch gerade er sollte dem Klüngel in Südkoreas Wirtschaft ein Ende setzen.
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Bestechungsvorwürfe – Samsung-Chef soll verhaftet werden

TokioFreiheit ist ein hehres Gut, das der Erbe des Samsung-Konzerns Lee Jae Yong vielleicht nur noch zwei Tage lang genießen darf. Sonderermittler im Bestechungsskandal um Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye kündigten am Montag an, Haftbefehl gegen den faktischen Chef von Samsung Electronics beantragen zu wollen.

Die Ermittler gelangen zu der Einschätzung, dass die Strafverfolgung in diesem Fall wichtiger sei als der negative Einfluss einer möglichen Verhaftung auf die Wirtschaft des Landes, erklärte ein Sprecher. Immerhin ist Samsung mit Abstand die größte Firmengruppe des Landes – und das Flaggschiff Samsung Electronics der größte Konzern.

Schlimmer noch: Samsung wird wie die meisten Konglomerate von der Gründerfamilie beherrscht. Riskante Entscheidungen benötigen daher den Segen des Patriarchen. Und das ist bei Samsung der 48 Jahre alte Lee Jae Yong, der offiziell nur Vize-Chairman von Samsung Electronics ist. Denn sein Vater und der immer noch amtierende Chairman von Samsung Electronics, Lee Kun Hee, ist seit einem Herzinfarkt im Mai 2014 krank. Bei Samsung herrscht daher die Sorge, dass der Junior wichtige Reformen aufschiebt.

Die Angst davor, dass der Konzern bald ohne Chef dasteht, ist berechtigt. Noch steht zwar nicht fest, dass Lee tatsächlich ins Gefängnis muss. Erst am Mittwoch wird ein Gericht über den Antrag entscheiden. Aber eine Überraschung wäre die Inhaftierung des Chefs der größten Firmengruppe Südkoreas nicht. Denn die Vorwürfe wiegen schwer.

Auslöser ist ein Beraterskandal um Staatschefin Park. Ihre Mitarbeiter sollen die Großkonzerne des Landes aufgefordert haben, Geld an Stiftungen und Unternehmen ihrer persönlichen Beraterin Choi Soon Sil zu spenden. Insgesamt flossen mehr als 60 Millionen Euro an Choi. Samsung war am spendabelsten.

Die Firmengruppe hat Ermittlern zufolge nicht nur mehr als zehn Millionen Euro an Chois Stiftungen, sondern auch 17,4 Millionen Euro an eine deutsche Firma von Choi und ihrer Tochter Chung Yoo Ra überwiesen. Letztgenannte ist als Dressurreitern bei den Olympischen Spielen angetreten.

Das sind die innovativsten Unternehmen Europas
Platz 10: Technicolor
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Gerade noch in die Top-10 der fleißigsten europäischen Ideengeber hat es das Unternehmen Technicolor geschafft (745 Anträge). Die Franzosen sind vor allem im Elektronikbereich sowie im Bereich Mediendienstleistungen tätig.

Platz 9: Alcatel-Lucent
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Der Telekommunikationskonzern Alcatel-Lucent ist Frankreichs innovativster Konzern, zumindest wenn man nach den Patentanmeldungen in Europa geht. Demnach stellte Alcatel-Lucent im vergangenen Jahr 769 Anträge. In seiner jetzigen Form ist der Telekommunikationskonzern 2006 nach der Fusion von Alcatel und Lucent Technologies entstanden. Ex-Vodafone Geschäftsführer Michel Combes steht seit Februar 2013 an der Spitze des Unternehmens.

Platz 9: Bayer
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Deutschlandweit der viertfleißigste Ideengeber ist der Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Europaweit schafft es das Unternehmen auf Platz Neun. 809 Patente reichten die Leverkusener 2014 beim europäischen Patentamt ein. Weltweit erwirtschafteten 115.000 Mitarbeiter 2014 40,2 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 7: DSM
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Die niederländische Firma DSM (Abkürzung für "De Stats Mijnen") schickte im vergangenen Jahr 854 Anträge an das Europäische Patentamt. DSM produziert neben Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln auch Methoden zur Entspiegelung von Solarzellen, um sie so effizienter zu machen.

Platz 6: Nokia
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Mit 1.040 Patentanträgen in Europa gehört Nokia zu den innovativsten Unternehmen des Kontinents. 2014 war das erste Jahr, in dem die Finnen auf Eingebungen ihrer Handysparte verzichten mussten. Ab 25. April übernahm Microsoft endgültig die Mobilfunk-Sparte der Finnen.

Platz 5: Ericsson
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Auf Platz fünf der fleißigsten europäischen Ideengeber hat es der schwedische Telekommunikationsspezialist Ericsson geschafft (1.347 Patentanmeldungen). In einem Patentstreit bezichtigen die Schweden den Branchenriesen Apple derzeit, 41 seiner Patente verletzt zu haben. Unter anderem geht es um Chipdesign, Ortungsdienste und Elemente des Mobilfunkstandards LTE.

Platz 4: Bosch
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Mit Bosch schafft es gleich das dritte deutsche Unternehmen in die Top-10 der europäischen Patentanmelder. 2014 wollten sich die Baden-Württemberger 1.438 Ideen schützen lassen. 2013 fuhr Bosch knapp 1,3 Milliarden Euro Gewinn ein, bei 46 Milliarden Euro Umsatz.

Die Ermittler gehen nun dem Verdacht nach, ob Choi als Regierungsmitarbeiterin in Gegenleistung Druck auf Südkoreas nationalen Pensionsinvestmentfonds ausgeübt habe, um eine umstrittene Fusion von zwei Samsung-Firmen zu unterstützen. Mit diesem Zusammenschluss hat sich Lee Junior die Kontrolle über das Familienkonglomerat gesichert. Aber Aktionäre der größeren Firma hatten sich beschwert, dass ihre Konzerne zum Wohl der Gründerfamilie unterbewertet worden seien.

Bislang hat Lee dementiert, das Geld als Gegenleistung für Chois Einfluss geflossen sei. Darüber hinaus erklärte er, dass sich sein Konzern nicht gegen die Spendenanfrage der Regierung hätte wehren können. Doch die Sonderermittler kaufen ihm diese Aussage offenbar nicht ab. Der ehemalige Gesundheitsminister und jetzige Chef des Pensionsfonds Moon Hyung Po wurde am Montag wegen Amtsmissbrauchs und Falschaussage angeklagt.

„Aber Samsung kann damit möglicherweise leben“
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