Kostenloses TV-Portal Gericht stoppt Online-Pläne von RTL & Co

RTL und ProSiebenSat.1 haben ehrgeizige Pläne für ein TV-Portal im Internet entwickelt. Doch nun müssen die Privatsender ihr Projekt wohl begraben. Das Oberlandesgericht Düsseldorf kippt den kostenlosen Kanal.
Update: 08.08.2012 - 16:03 Uhr 13 Kommentare
Die Medienkonzerne ProSiebenSat.1 und RTL müssen ihre Pläne für einen Online-Kanal aufgeben. Quelle: dapd

Die Medienkonzerne ProSiebenSat.1 und RTL müssen ihre Pläne für einen Online-Kanal aufgeben.

(Foto: dapd)

DüsseldorfRTL und ProSiebenSat.1 müssen ihre Pläne für eine gemeinsame "Mega-Mediathek" im Internet wohl begraben. Das Oberlandesgericht Düsseldorf sah in dem geplanten werbefinanzierten Online-TV-Portal einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und bestätigte am Mittwoch ein bereits im Frühjahr 2011 vom Bundeskartellamt ausgesprochenes Verbot.

Die beiden größten deutschen Privatsender wollten gemeinsam eine auch für andere Sender offene, werbefinanzierte Online-Plattform gründen. Dort sollten Fernsehzuschauer Serien, Filme, Shows und Nachrichtensendungen nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage lang abrufen können. Durch die Konzentration der Angebote unter einer Netzadresse erhofften sich die Sender unter anderem eine leichtere Auffindbarkeit der Medieninhalte für die Verbraucher und damit höhere Einnahmen aus der Internet-Video-Werbung.

Nach Auffassung des Gerichts würde durch die geplante "Mega-Mediathek" jedoch das marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen im Fernseh-Werbemarkt weiter verstärkt. Außerdem verstoße die Online-Video-Plattform gegen das Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen, hieß es im Urteil.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, begrüßte die Entscheidung als "wichtiges Signal für den Wettbewerbsschutz im Bereich der neuen Medien". Bei den Sendern stieß das Urteil dagegen auf Unverständnis. Ein Sprecher von ProSiebenSat.1 erklärte, die Entscheidung sei für das Unternehmen nicht nachvollziehbar. Das Veto des Gerichts sei "auch eine Entscheidung gegen die deutsche Medienwirtschaft, denn ausländische Konzerne werden nicht mehr lange zögern, diesen Markt aufzurollen".

Ein Sprecher der Mediengruppe RTL Deutschland betonte, man halte die geplante Plattform nach wie vor für wettbewerbsrechtlich unbedenklich. Beide Sender wollen nun zunächst die Urteilsbegründung prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Zwar ließ das Gericht eine Rechtsbeschwerde nicht zu. Doch können die Sender gegen diese Entscheidung noch Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

Das Bundeskartellamt hatte bereits im März 2011 ein Veto gegen die Senderpläne ausgesprochen. Die Wettbewerbshüter befürchteten durch das Gemeinschaftsunternehmen eine Verstärkung des marktbeherrschenden Duopols im Fernseh-Werbemarkt und eine Ausweitung dieser Machtposition auf die Video-Werbung im Internet.

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF planen unter dem Arbeitstitel "Germany's Gold" ebenfalls eine gemeinsame Online-Mediathek. Hier dauert die kartellrechtliche Prüfung noch an. Eine Behördensprecherin sagte am Mittwoch, Dauer und Ausgang der Prüfung seien noch offen.

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13 Kommentare zu "Kostenloses TV-Portal: Gericht stoppt Online-Pläne von RTL und ProSiebenSat.1"

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  • Schande sowas!
    Ich bin zwar kein großer Fan von RTL und Doof-TV, aber durch eine solche Plattform hätte man doch wirklich einen großen Sprung nach vorne gemacht. Was ist? Stattdessen werden innovative Pläne in der Luft zerissen.
    Genaue Informationen habe ich zwar gerade nicht vorliegen, aber ich meine, dass eine gemeinsame Streamingplattform von ZDF und ARD genehmigt wurde.
    Erbärmlich, da braucht man sich nicht wundern, dass viele Leute die Serien illegal anschauen.

  • Es ist eine Frechheit seinesgleichen das man für bestimmte Medien gezwungen ist diese zu bezahlen.
    Selbst wenn man diese nicht in anspruch nimmt.
    Es mögen für manche interessante Filme und Serien auf GEZ-Sendern ohne Werbung ausgestrahlt werden.
    Jedoch sind dies nicht für alle Leute interessant.
    Die Werbeunterbrechungen bei Pro7 Sat usw. sind unverschämt lange, was auch nicht zumutbar ist so finde ich. Durch solche Werbeunterbrechungen werden Filme erheblich gekürzt um überhaupt schaffbar zu werden. Siehe Avatar bei Pro7, der Film ist total aus dem zusammenhang gerissen.
    Warum ist es eigentlich so schwer ein attraktives PayTV erschaffen, das die interessen der Leute abdeckt...
    und nicht wie es zur Zeit ist PayTV zusätzlich zu GEZ-TV.
    das ist doch echt der wucher, wenn man beides in einem Packet nehmen muß. vor allem nutz ich eh nicht ARD und schlag mich tot... diese Sender muß ich doch nicht in tausenden Packeten mit drin haben. und auf der Rechtsgrundlage das ich ein Empfangsgerät besitze und diese Sender empfange muß ich se mir net reinziehen...!

  • Die Zensurwut schlägt schon wieder zu. Ich schrieb:

    Richtig, die Privaten könnten doch das GEZ-finanzierte Gehirnwäsche-Fernsehen im Internet bedrohen. Die Meinungsbildung der Deutschen ist doch der Aliierten höchstes Gut!

  • Ich kann das ÖR-TV überhaupt nicht leiden. Den ganzen Tag nichts anders als Infomationen, Dokumentationen, Tiersendungen, Auslandsberichte, politische Diskussionen. Wer will denn das? Nach getaner Arbeit am Abend, möchte ich die beine hochlegen und nur Trash anschauen. Das Deutsche Volk will nicht mehr "Dichter und Denker" sein, sondern Dieter (Bohlen) und kränker (geistig).

  • Und was ist mit dem ARD-Monopol?

    Da werden nur Funktionäre geschützt

  • Und warum dürfen ARD und ZDF das dann?
    Noch dazu auf zwangsstaatlicher GEZ-Kosten und Subvention.
    Warum dürfen ARD und ZEDF Dypole bilden, wie bei Olympia?
    So werden doppelte Kosten verursacht, damit zwei Produzenten die GEZ_Zahler doppelt abkassieren dürfen.


  • Das erstaunt nicht; der öffentlich-rechtliche Plünderfunk mit seinen Funktionären muß geschützt werden. Wo sollen denn sonst die ausrangierten Parteikader von CDU, SPD und Grünen untergebracht und alimentiert werden.

    Eine Meinungsfreiheit und Demokratie gibt es in diesem Land nicht mehr. Wir werden beherrscht von Bürokraten und Eurokraten. Ein Land unter Putins Führung ist sicher die bessere Wahl - er hat wenigstens etwas im Hirn und noch ...... in der Hose.

  • [+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

  • Ich weiß nicht, was hier so schwer ist... Ich bin zwar der Meinung, dass das Bundeskartellamt einen guten Job macht, außer bei den Benzinpreis-Absprachen, aber das is ja egal.
    Die Möglichkeit eines Online-Videoportals, über das man US-Serien von RTL und ProSiebenSat.1 sehen könnte, find ich richtig gut. Dass es werbefinanziert hätte laufen sollen, find ich bescheuert und engstirnig und wieder eine vertane Chance.

    Warum nicht mal weiterdenken? Ständig beschwert sich die Industrie, dass die Leute Serien und Filme illegal runterladen. Einer der Gründe ist meiner Meinung nach sicherlich, dass Serien und Filme im TV mit Werbung vollgepflastert werden bis Oberkante Unterlippe.
    Die Alternative wäre, bei TV-Ausstrahlung die Werbung drin zu lassen, aber das Online-Angebot für eine bezahlbare Flatrate OHNE WERBUNG anzubieten. Das müsste doch machbar sein, oder? Bei den Amis klappt es ja schließlich auch. Und dass Leute bereit sind, zu bezahlen, wenn das Angebot stimmt, beweisen diverse Portale, z.B. Lovefilm und ähnliche.

  • Nachdem Kurt Beck (MP Rheinland-Pfalz) mit seinem Nürburg-Ring-Konzept mit 330 Mio. Schulden in die Pleite rutschte, wurde dies von ZDF-Heute-Journalist Claus Kleber folgendermaßen kommentiert bzw. als Beitrag anmoderiert:

    "Hat Kurt Beck diesmal sein politisches Gespür verlassen?"

    Diese eine Satz beinhaltet drei (3!) manipulative Unterstellungen:

    1.) Beck würde grundsätzlich "politisches Gespür" besitzen - was für einen Politiker als ein außerordentliches Qualitätsmerkmal gilt.
    => Besitzt er wirklich pol. Gespür? Wie kommt Kleber dazu, Beck so zu adeln? Das ist kein investigativer Journalismus sondern manipulative Partei-Propaganda.

    2.) Kurt Beck hätte "DIESMAL" sein pol. Gespür verlassen.
    => Das unterstellt, Beck hätte bislang immer oder meistens pol. Gespür bewiesen. Stimmt das? Hier wird suggeriert, dass Beck ein außergewönlicher Politiker sei. Auch dies ist manipulativ und Propaganda.

    3.) Außerdem suggeriert das "DIESMAL": Die Nürburgring-Pleite sei ein Ausrutscher, ein verzeilicher einmaliger Fehltritt, bislang sei die Politik von Beck einwandfrei gewesen.
    => Das ist eine eindeutige Verharmlosung eines politischen und wirtschaftlichen Desasters - und ist damit Parteinahme, also parteiisch, nicht objektiv, wieder eindeutig manipulativ.

    Zu behaupten, die öffentlich-rechtlichen Medien wären unparteilich und neutral, investigativ-journalistisch tätig und an schonungsloser Aufklärung interessiert, ist offensichtlich unzutreffend.

    Ich bin außerdem der Meinung, dass die einseitige, manipulative, verharmlosende und offensichtliche Wahrheiten unterschlagende Berichterstattung zur Radikalisierung der Gesellschaft beitritt. Werden die öffentlich-rechtlichen Medien damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht? Und ist die GEZ-finanzierte manipulative Berichterstattung überhaupt so zu rechtfertigen?

    Dies ist nur ein Beispiel von tägl. Manipulationen in Nachrichten-Sendungen, die objektiv und neutral sein sollten.

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