Kult-Konzern Wie lange läuft der Apple-Motor noch?

Apple hält die Konkurrenz mit einem neuen Notebook mit Super-HD-Display auf Abstand – die Apple-Maschine läuft rund. Doch das Unternehmen zehrt noch immer von Steve Jobs' Ideen. Der Konzern hat eine Achillesferse.
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"Apple lässt die Muskeln spielen"

DüsseldorfIm Moscone Center in San Francisco wirkte Tim Cook, als seien ihm die großen Schuhe von Steve Jobs nicht zu groß. Souverän präsentierte der Apple-Chef am Montagmorgen (Ortszeit) lange erwartete Neuheiten. Das Highlight: Das erste Ultrabook mit einer Retina-Auflösung von 2880 mal 1800 Pixeln. Die Bildpunkte des Bildschirms rücken damit so dicht aneinander, dass das menschliche Auge sie bei einem üblichen Betrachtungsabstand nicht mehr unterscheiden kann.

Apple hält die Konkurrenz damit auch im Notebook-Bereich auf Abstand, die dem Konzern gerade mit der neuen Klasse der Ultrabooks nacheifert. Ein Notebook-Display in Retina-Auflösung ist derzeit einzigartig.

An diesem Morgen in San Francisco wird deutlich: Der Apple-Motor läuft – und zwar besser als je zuvor. Seit Steve Jobs Tod im Oktober 2011 hat der Aktienkurs rund 50 Prozent zugelegt – von einem schon damals historisch hohen Kursniveau. Und dabei ist Apple nicht einmal besonders optimistisch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei etwa zwölf – für einen Technologiewert sehr konservativ.  Zum Vergleich: Amazon besitzt ein KGV von 177. Die Werte im Dax sind im Schnitt mit einem KGV von etwa zehn bewertet – also nur etwas konservativer als die Apple-Aktie.

Der aktuelle Kurs ist also durch die enormen Gewinne von Apple gerechtfertigt, die der Konzern von Jahr zu Jahr weit über den Erwartungen der Analysten steigern konnte. Viel Luft nach oben sahen die Anleger selten – und wurden eins ums andere Mal überrascht. Entsprechend sank der Kurs meist mit der Präsentation von Produkten, um dann wieder sprunghaft anzusteigen, wenn die neuesten Quartalszahlen auf den Tisch kamen.

Offenbar hat das Unternehmen auch nach dem Tod von Apple-Übervater Steve Jobs nicht an Glanz verloren. Die Marke gehört zu den wertvollsten der Welt und das iPhone ist ein größerer Kassenschlager als je zuvor. Im Bereich der margenträchtigen Luxus-Smartphones kann derzeit überhaupt nur Samsung noch einigermaßen mithalten. Beide Konzerne teilen sich etwa 90 Prozent der Gewinne auf dem Smartphone-Markt.

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9 Kommentare zu "Kult-Konzern: Wie lange läuft der Apple-Motor noch?"

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  • Oje oje ... wann begreifen endlich alle, dass Apple nur eine Seket ist und die Produkte trotz ihrer Rückständigkeit und überhöhten Preisen von den Apple-Jüngern so oder so gekauft werden. Hie und da mal ein technisches Highlight, aber mehrheitlich klar im Rückstand die Produkte gegenüber der Konkurrenz. Da kann auch ein neues Display nichts ändern.

  • @derheuschreck, hoffentlich Sie verzeihen mir meinen Tippfehler.

  • Apple kauft Opel - und wird dadurch zum erfolgreichsten Anbieter von Lifestyleautos selbstverständlich mit allen Apple-Features serienmäßig, für die "Young Generation" denen es nicht mehr so auf PS sondern Individualität und bedingungslose unbegrenzte Onlinemöglichkeiten ankommt.

  • Bitte liebes Handelsblatt, ein bisschen weniger kritisch sein hierbei. Sie glauben doch nicht wirklich, dass Steve's Tod etwas Unvorhersehbares für ihn und den Rest seines innovativen Teams war? Die haben daran gearbeitet, langsam die Führung jemand anderem zu übertragen. Zum Schluss war Steve schon lange nicht mehr der Motor, sondern nur noch das Gesicht von Apple. Nun, da dieser ehrbare Mann schon etwas länger verstorben ist, macht Apple weiter wie zuvor: Die Produkte werden entwickelt und mit einer Begeisterung vorgestellt, die ein Microsoft Fuzzie nichtmal unter Zwang und einer Flasche Korn hervorbringen könnte. Mal ganz ehrlich: Was soll Apple denn tun? Sagen: "Steve ist tod, lass uns jetzt die neue revolutionäre Toilette mit Siri-Sprachfunktion entwickeln, damit wir ja unsere eigene Schiene fahren.". Ich denke, das Grundgerüst, welches Mr. Jobs gelegt hat, wird noch lange weiter bestehen - ich denke aber auch schon bald wird Apple etwas vorstellen was keiner von euch Redakteuren vorher-"schnüffelt", aber ob Steve da noch seine Finger im Spiel hatte wisst ihr nicht. Es war ja die Rede von einem magischen 4-Jahres-Plan, hehe. Und so verwischt langsam die verfolgbare Spur von dem genialen Mr. Jobs, aber das Fundament das wird zu dem Zeitpunkt bleiben, bis es keine Macs mehr gibt (Gott bewahre ;-).)

  • @ Kritiker; Neptun: die Medien sind nicht grundsätzlich blöd, sondern folgen den üblichen Marktgesetzen von "Angebot und Nachfrage"..ich und viele andere Leser haben Interesse an Produkten von Apple und daher freue ich mich über eine umfangreiche Berichterstattung in der Presse. .. und ja, ich habe auch den Live-Ticker genutzt..

  • Ich kann Neptun nur zustimmen. Die Medien sind so blöd, dass sie Apple kostenlos bewerben. Alle anderen Unternehmen müssen dafür viel Geld zahlen. Es würde auch eine kurze Meldung reichen, aber nein, Live-Ticker (Welt Online), seitenweise Berichte.

  • @ Neptun: Was ist denn Poblisity?

  • Es stimmt übrigens nicht, dass im Handy-Bereich niemand an die "Retina"-Auflösung aufgeschlossen hätte. Die meisten anderen Smartphonehersteller haben bei ihren Top-Modellen zu Apple aufgeschlossen oder sogar überholt (für eine Übersicht siehe http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_displays_by_pixel_density). Apple hatten, wie so oft, zuerst ein Display mit einer solchen Pixeldichte, aber man muss nun nicht mehr die Fehlinformation streuen, dass das immer noch so wäre...

  • Die große Kunst sind nicht die Produkte Apples, sondern die Fähigkeit in den Medien immer kostenlose Poblisity für diese Produkte zu bekommen. Apple macht irgendwo in USA eine kleine Show und die ganze internationale Presse tagelang berichtet darüber. HB ist keine Ausnahme!

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